Robeco : Die Elektrifizierung der KI

Robeco : Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich derzeit zwar vor allem auf Halbleiter und Rechenleistung, doch die nächste Phase der KI-Revolution wird zunehmend von der physischen Infrastruktur geprägt, die für ihre Energieversorgung erforderlich ist.

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von Roman Boner, Senior Portfolio Manager der Robeco Smart Energy Strategie


Von Stromnetzen und Energiemanagementsystemen über Kühltechnologien bis hin zur erneuerbaren Stromerzeugung zeigen die jüngsten Entwicklungen einmal mehr, dass die Anlagechancen rund um künstliche Intelligenz weit über den Halbleitersektor hinausreichen.

Die globalen Aktienmärkte haben sich erholt, da starke Unternehmensgewinne die Sorgen über steigende Anleiherenditen und geopolitische Spannungen teilweise ausgleichen konnten. Besonders auffällig war, dass KI-bezogene Unternehmen nach einer erneut starken Berichtssaison wieder die Marktführerschaft übernahmen. Die Ergebnisse verdeutlichten das Ausmass der anhaltenden Investitionen in Rechenzentren, Rechenkapazitäten und die dafür erforderliche Infrastruktur.

Für Anleger zählt insbesondere der beschleunigte Ausbau der Strominfrastruktur zu den bedeutendsten Entwicklungen. Prognosen zufolge dürfte die Stromnachfrage in den USA künftig fast dreimal so schnell wachsen wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Treiber sind KI-Rechenzentren, die Rückverlagerung industrieller Produktion, die zunehmende Elektrifizierung sowie die Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Um diese zusätzliche Nachfrage zu decken, sind erhebliche Investitionen in die Modernisierung der Stromnetze, den Ausbau erneuerbarer Energien, Batteriespeicher und energieeffiziente Technologien erforderlich.

Unterstrichen werden diese Trends durch die anhaltend starke Entwicklung von Unternehmen, die in den Bereichen Netzausrüstung, Übertragungsinfrastruktur, Flüssigkühlung und optische Netzwerktechnologien tätig sind. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Erwartungen an die mit KI verbundene Stromnachfrage auf Jahre hinaus strukturell erhöht bleiben dürften. Gleichzeitig erkennen Anleger zunehmend, dass die jahrelange Unterinvestition in die Energieinfrastruktur zu einem langfristigen Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage geführt hat. Dieses dürfte bis weit in das kommende Jahrzehnt hinein erhebliche Investitionen erforderlich machen.

Roman Boner, Senior Portfolio Manager der Robeco Smart Energy Strategie, sagt: “Der nächste Engpass bei KI ist nicht die Rechenleistung, sondern die elektrische Energie. Technologien, die Stromerzeugung, Netzausbau, Energiespeicherung und Energieeffizienz ermöglichen, werden zu einer unverzichtbaren Infrastruktur für eine zunehmend elektrifizierte Wirtschaft. Wir erleben einen Übergang von zyklischen Investitionen in den Stromsektor hin zu einem mehrjährigen Infrastrukturausbau, der durch KI und Elektrifizierung angetrieben wird.”

Mit Blick nach vorn bleibt der übergeordnete Ausblick für die Elektrifizierung positiv, auch wenn Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zuletzt unter den höheren Anleiherenditen litten. Regierungen, Unternehmen und Versorger investieren weiter in widerstandsfähigere und effizientere Energiesysteme.

Quelle: ETFWorld


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