Zyklische Analyse: In diesem Artikel versuchen wir, die aktuellen Beziehungen zwischen der Entwicklung des S&P500-Index und dem Goldpreis zu untersuchen. Wir werden auch kurz auf die Stärke des Dollars (Dollar-Index) eingehen.
Von Eugenio Sartorelli – www.investimentivincenti.it
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Die häufigste Intermarket-Beziehung zwischen diesen beiden Märkten sollte eher neutral sein. Auf der Ebene des Wirtschaftszyklus sollte der Aktienindex Hochs (oder Tiefs) vor dem Höhepunkt (oder Tiefpunkt) der Wirtschaft erreichen; Gold tut dies aufgrund seiner Korrelation mit den Zinssätzen (die nach dem Konjunkturhöhepunkt tendenziell fallen) und seiner historischen Rolle als Absicherung in Phasen, die weniger risikofreundlich sind (Risk-Off), oft erst deutlich später.
Sehen wir uns den Trend des S&P500-Index (rote Linie – linke Skala) und Gold (schwarze Linie – rechte Skala) mit wöchentlichen Daten an, Stand Nachmittag des 5. September:
Im unteren Chart ist die Korrelation zwischen den beiden Charts dargestellt, berechnet über 26 Datenpunkte (d.h. 6 Monate), von der wir wissen, dass sie zwischen -1 und 1 schwanken kann. Der Einfachheit halber basiert diese Korrelation auf Preisen, was die Zyklusphasen besser veranschaulicht; genauer gesagt sollte sie auf prozentualen Veränderungen basieren.
Wie man sieht, war diese Korrelation seit Ende 2021 meist positiv, mit nur drei kurzen negativen Phasen. Daher unterscheidet sich die Korrelation erheblich von dem, was die klassische Theorie besagt. Kürzlich gab es eine negative Korrelation (siehe blauer Pfeil), die von März bis Mitte Juli dieses Jahres andauerte. Derzeit ist die Korrelation wieder entschieden positiv und im Einklang mit der jüngeren Vergangenheit.
Es ist schwierig, endgültige Erklärungen zu liefern. Insbesondere in der aktuellen Phase wissen wir, dass es eine angespannte Situation bei den Anleiherenditen im Allgemeinen gibt; dies gilt trotz sinkender Zinsen in Europa und eines langsameren Rückgangs der Zinsen in den USA. Diese Befürchtungen verringern die Attraktivität von Anleihen, und Anleger bevorzugen Aktien (vor allem US-Aktien) sowie auch Gold und Silber als physische Vermögenswerte mit offensichtlichem inneren Wert. Es ist anzumerken, dass die Stärke des Dollars (Dollar-Index) seit Beginn des Jahres stark nachlässt, was ebenfalls dazu beiträgt, Gold (und auch Silber) zu stützen. Als zusätzlicher Grund gilt, dass aufgrund der Politik der US-Administration und der wachsenden Staatsverschuldung in vielen Ländern stets hohe Liquidität vorhanden ist.
Nur um eine Hypothese über die künftige Entwicklung dieser beiden Märkte aufzustellen, gehen wir davon aus, dass die Korrelation positiv bleibt. Der S&P500 und Gold befinden sich auf Allzeithochs, und dieser Trend könnte noch einige Wochen anhalten, sagen wir bis nach dem erwarteten Zinssenkung der Fed (17. September). Anschließend könnte es für beide Märkte zu einer Konsolidierungsphase mit einer Handelsspanne oder einer leichten Korrektur kommen. Ein weiteres Wachstum, insbesondere für Gold, könnte especially dann eintreten, wenn sich die Stimmung am Anleihemarkt weiter verschlechtert.
Nur um auch die Perspektiven des Dollars darzulegen: Es wird erwartet, dass sich seine Abschwächung (also auch gegenüber dem Euro) fortsetzt, sowohl aufgrund der Zinssenkung der Fed (vielleicht 2 bis Ende des Jahres) als auch, weil dies der Wunsch der aktuellen US-Administration ist.
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