Zyklische Analyse: Wir führen eine mittelfristige Intermarktanalyse durch, um die potenziellen Trends in den kommenden Wochen für den CRB-Index, Dollar-Index, T-Note und S&P 500 zu bewerten.
Von Eugenio Sartorelli – www.investimentivincenti.it
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Durch die Intermarktanalyse versuchen wir, die Beziehung zwischen den drei wichtigsten Assetklassen – Anleihen, Aktien und Rohstoffen – zu verstehen, welche den zeitlichen Ablauf der verschiedenen Phasen des US-Wirtschaftszyklus vorgeben.
Wir beginnen mit der Entwicklung des CRB-Index (rote Linie, rechte Skala) und des Dollar-Index (schwarze Linie, linke Skala), aktualisiert zum Stand vom 30. Juli.
Die Chartdaten sind täglich und in logarithmischer Skala dargestellt (ab Juni 2024). Unten ist der Korrelationskoeffizient über 63 Datenpunkte (d. h. 3 Monate) abgebildet.
Diese Korrelation sollte eigentlich meist negativ sein, da Rohstoffe in US-Dollar gehandelt werden. Bei einem schwächeren Dollar (sinkender Dollar-Index) neigen Käufer mit anderen Referenzwährungen dazu, mehr Rohstoffe zu kaufen (d. h. Lager aufzubauen), weil die Preise günstiger sind. Umgekehrt hemmt ein hoher Dollar-Index die Lagerhaltung bei Nicht-Dollar-Nutzern.
Natürlich gilt dies nicht immer und für alle Rohstoffe, da auch Angebot und Nachfrage eine Rolle spielen.
In diesem Chart zeigt sich jedoch meist eine positive Korrelation, die erst seit Kurzem wieder negativer geworden ist. Seit Mitte Mai (roter Pfeil) tendiert der Dollar-Index nach unten, während der CRB-Index steigt.
Offensichtlich haben Entscheidungen der neuen US-Regierung dieses Intermarktverhalten beeinflusst. Unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren könnte der Dollar-Index wieder stärker werden (z. B. durch handelsbilanzstützende Zölle), während der CRB-Index sein Wachstum einbremsen und viele Rohstoffpreise stagnieren könnten.
Betrachten wir nun die Korrelation zwischen S&P 500 (rote Linie, linke Skala) und T-Note-Renditen (schwarze Linie, rechte Skala) – beide in logarithmischer Vertikalskala:
In der klassischen Intermarktanalyse sollten diese beiden Märkte meist eine leicht inverse Beziehung aufweisen. Höhere Anleiherenditen bieten Fondsmanagern eine weniger riskante Alternative zu Aktien bei attraktiver Verzinsung. Steigende Renditen führen daher oft zu einer Untergewichtung von Aktien – und umgekehrt.
Hier spielen auch Inflationserwartungen und die Zinspolitik der Zentralbank eine Rolle.
Wie zu sehen ist, wechselt die 3-Monats-Korrelation (untere Linie) zwischen Phasen. In jüngster Zeit war sie leicht positiv, aber auf sehr niedrigem Niveau. Die Gründe hierfür sind komplex.
Seit Mitte April (roter Pfeil) zeigt die T-Note-Rendite keinen klaren Trend (Oszillation zwischen 4,2 % und 4,5 %), während der S&P 500 stetig gestiegen ist.
Prognosen sind hier schwierig. Wie bereits bei der CRB/Dollar-Korrelation befinden wir uns in einer statistisch untypischen Phase. Die T-Note-Renditen könnten weiterhin richtungslos verlaufen, während der S&P 500 seinen Aufwärtstrend beibehalten könnte. Teilkorrekturen im S&P 500 sind denkbar, die jedoch als Konsolidierung innerhalb der bullischen Struktur zu werten wären.
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