EUR USD (1,2995) Vordergründig steht der Euro bei 1,30 und will nicht so recht weiterkommen. Und weil alles so langsam geht, sind auch noch die impliziten Volatilitäten zurückgegangen. In der Wahrnehmung der Händler gibt es noch ein paar Stresstest-Nachwehen, weil die eine …
oder andere Bank eigene Tests durchführen wird. Aber es dürfte niemanden mehr richtig erstaunen, wenn unter strengeren Annahmen mehr als sieben der 91 bekannten Banken den Test nicht bestehen würden – das zusätzlich benötigte Kapital bliebe ohnehin überschaubar. Während für die kurzfristigen Akteure gestern das Signal für Euro-Käufe gegeben wurde, tun sich die mittelfristig orientierten, die mehrheitlich gegen den Euro gewettet haben, derzeit schwer. Auch wenn für die meisten von ihnen bereits seit etwa zwei Wochen erkennbar gewesen sein mag, dass sich der Trend zugunsten des Euro gedreht hat, waren sie angesichts der bevorstehenden Tests vermutlich eher untätig geblieben. Aber was sieht man jetzt? Portugal, Spanien und Irland wurden von den Rating-Agenturen heruntergestuft ohne nachhaltige Wirkung auf den Euro. Gepaart mit dem deutschen Konjunkturoptimismus, sieht die Gemengelage für den Euro indes gar nicht so schlecht aus. Mehr aber noch wiegt die schwache Verfassung des Dollars, der gemessen an seinem Index seit Anfang Juni gut 7 Prozent seines Wertes verloren hat. Und so können die mittelfristigen Akteure nur hoffen, dass der Euro noch einmal ordentlich korrigiert, wobei für diesen Fall bereits 1,2910 im Wege stehen würde. Für den Fortbestand des Aufwärtstrends (Potenzial derzeit bis 1,3090, danach 1,3300) ist ohnehin vielmehr die kritische 1,2660er Marke von Bedeutung.
USD JPY (86,90) Es wir eng für diejenigen japanischen Margin-Trader, die noch bis zum 1. August ihre Yen-Short-Positionen auflösen müssen (wir berichteten gestern über eine neue Regelung, wonach diese Marktteilnehmer nicht länger mit Hebeln größer 50 spekulieren dürfen). Zumal sich der Yen gestern wieder befestigte. Auch seitens unseres Market Bias Index können wir ihnen keine Entwarnung geben. Im Gegenteil: Es formiert sich langsam aber sicher eine handfeste, gefühlte Yen-Überbewertung unter den kurzfristig orientierten Akteuren – will heißen: Andere Händler sitzen im selben Boot und hoffen vermutlich vergebens auf eine Erholung des US-Dollars. Zwar handelt dieser momentan in einer Konsolidierungszone zwischen 86,35 – 89,15. Wir sehen aber aus zuvor genannten Gründen die Unterseite in Gefahr. Die Nachfragesituation im Falle eines Bruches ist dünn – auch das November-Tief bei 84,80 bietet keine verlässliche Unterstützung.
EUR JPY (112,95) Die Seitwärtsspanne ist weiterhin intakt: Der 113,40er Widerstand hat vorerst gehalten. Darüber wartet die Oberkante der Konsolidierung bei 114,40, während wir mit Unterstützung bei 112,10 und 111,60 rechnen.
GBP USD (1,5485) Das Pfund erreichte gestern sein 1,5520er Hoch aus dem April – Grund genug für viele Dollar-Verkäufer, einmal von ihrer jüngsten Pfund-Vorliebe abzulassen und sich anderen Währungen zu widmen. Dem Euro etwa. Schließlich ist der von seinem April- Hoch noch meilenweit entfernt (mehr als 700 Stellen). Erwirbt man Euro vs. dem Dollar und es geht schief, so muss man sich hinterher zumindest nicht grämen, an einem Fünf-Monats-Hoch gekauft zu haben. Regret-Aversion, die Angst vor künftigem Bedauern, ist eine machtvolle Motivation, so dass das Stocken der Kabel-Rallye vor allem auf psychologische Ursachen zurückzuführen ist, weniger auf fundamentale. Wir glauben aber dennoch daran, dass diese „Hürde“ überwunden wird und halten an unserem 1,5640er Kursziel fest. 1,5320 dient vorerst als neues Risikolimit. Im Falle eines neuen Hochs, würden wir es noch einmal enger ziehen – auf 1,5420.
AUD USD (0,9010) AUD steuern nach wie vor in Richtung 0,9050. Darüber würden weitere Gewinne bis auf 0,9275 winken. Die besten Unterstützungen liegen bei 0,8950 und 0,8850.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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