1 FX-Tagesausblick

WM-La-Ola-Welle schwappt bis ins BIP

EUR USD (1,2425) Obgleich wir nicht zu den Korrelations- Anhängern gehören und uns auch keine exakten Daten vorliegen: Am Freitag war die Beziehung hohe WM- Einschaltquoten/verlangsamte Handelsfrequenz allzu offensichtlich. Dies galt zwischen  13.00 und 15.30 Uhr für fast alle Finanzmärkte. Anleihehändler gaben sich mit einer Bandbreite von 15 Stellen zufrieden, im …

 DAX ruhte man sich kurz nach dem Verfallstermin ebenfalls erst einmal aus (21 Punkte Range). Und im EUR/USD reduzierten die Market-Maker den Handelskorridor auf 20 Stellen. Am rückläufigen Umsatz lässt sich der hohe Stellenwert des Fußballs bei Finanzmarktakteuren ausmachen. Das WM-Fieber ist aber nicht nur ein rein psychologischer Effekt (gute Stimmung, Euphorie). Das Fußballfest schlägt sich auch in harten ökonomischen Fakten nieder. In einer unlängst von der englischen Beratungsgesellschaft CEBR veröffentlichten Studie, beziffern die Analysten den möglichen positiven Effekt für die britische Wirtschaft auf 1,6 Mrd. Pfund. Vorausgesetzt, das Team der Engländer erreicht das Halbfinale. Sie gehen von erhöhtem Konsumverhalten sowie steigenden Werbeetats aus und beziehen sogar mögliche Produktivitätsverluste durch nicht arbeitende WM-Gucker mit
ein. Wenn also Deutschland, Spanien, Frankrei ch, Portugal, Italien und England die Vorrunde nicht überstehen sollten, geht Europa ordentlich Wachstum flöten. Heißt das, man soll Dollar oder Yen anstatt Euro oder Pfund kaufen, wenn gleichzeitig die USA oder Japan weiterkommen? Der Euro-Korrekturkurs hat den 1,2490er Widerstand heute Morgen bereits erreicht. Darüber würde sich der Spielraum bis 1,2660 erweitern.

USD JPY (90,80) Japanische Aktienhändler ließen sich von der Reform-Ankündigung der chinesischen Zentralbank in Sachen Wechselkursflexibilität des Renminbi nicht aus dem Konzept bringen. Denn schnell stand fest, dass die  Volksrepublik Veränderungen zum Dollar allenfalls sehr langsam und in Trippelschritten gestatten würde.
Nippons Exporteure äußerten sich erleichtert, dass es ohne eine nachhaltige Yuan-Aufwertung vorerst auch nicht zu einer Verteuerung des Yen komme. Noch viel besser aber dürfte bei den Investoren die Meldung eines Fernsehsenders angekommen sein, wonach Japans Regierung offenbar plant, ihre Wachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2010/11 anzuheben. Die Ratingagentur Fitch hat Konjunkturoptimisten heute Morgen allerdings einen kleinen Dämpfer verpasst: Sie findet, dass die fallende Sparquote Japans auf lange Sicht einen Grund zur Besorgnis darstellt. Unterdessen spielt sich das Kursgeschehen am Devisenmarkt nach wie vor in einer breiten Konsolidierungszone (89,10 – 93,65) ab. Sollte deren Unterkannte allerdings durchbrochen werden, wären Abschläge bis 87,95 zu vermuten.

EUR JPY (112,80) Auch EUR/JPY pendeln weiter in einer Seitwärtsspanne, die zwischen 108,10 und 114,40 verläuft. Nach Überwinden von 113,05/30 stünde gleichwohl ein Bruch der (schwachen) Konsolidierungsoberkante an.

GBP USD (1,4880) Wie schon in der Vorwoche, so hat das Pfund auch diesmal seinen jüngsten Vorstoß in erster Linie einem schwachen Dollar zu verdanken. Aber das alleine könnte eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtskorrektur gewährleisten: Die 1,4885er Hürde wurde über Nacht bereits getestet. Zumindest ein Teil des Angebots wurde also schon verbraucht. Wir stellen uns auf schrittweise Kursgewinne bis 1,4930 und dann bis 1,5090 ein. An der Unterseite wartet kritische Unterstützung bei 1,4680. Der erste Nachfragepunkt bei 1,4780 wurde am Freitag ebenfalls getestet – auch diese Marke ist jetzt schwächer.

AUD USD (0,8805) AUD konnten unser Aufwärtspotenzial bis 0,8850 heute Morgen fast ausschöpfen. Der nächste Potenzialpunkt darüber: 0,9040/50 – diese Widerstandshürde gilt gleichzeitig als mittelfristiger Stabilisierungspunkt. Unterstützungen warten derweil bei 0,8730 und 0,8630.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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