EUR USD (1,2740) Auf Daten aus den USA wird wieder stark reagiert. Gemeint ist der gestrige Anstieg des Euro auf ein Neunwochen- Hoch, nach Bekanntgabe der US-Einzelhandelsumsätze. Aber ist dieses Datum, das in der Regel starken Schwankungen unterliegt und weiß Gott nicht zu den wichtigsten Veröffentlichungen gehört, wirklich Grund genug, den…
Dollar abzustrafen? Derzeit scheint alles, das eine wirtschaftliche Abschwächung in den USA andeutet, als Dollar-Verkaufsargument geeignet zu sein. Dabei ist den Marktteilnehmern schon seit einiger Zeit bewusst, dass die staatlichen Stimulusspritzen aufgebraucht sind und deren Wirkung immer mehr nachlässt. Offiziell ist die Therapie abgeschlossen, weshalb der Finanzmarkt sich immer mehr auf einen Rückfall in die Rezession vorbereitet – den Double-Dip. Was liegt also näher, als die Einzelhandelsdaten auszuschlachten und ein düsteres Bild für die US-Konjunktur zu zeichnen? Doch wie die Situation vom Finanzmarkt empfunden wird, ist nur die eine Seite der Medaille. Fragt man den US-Bürger, wie das Bloomberg in einer jüngsten Umfrage am vergangenen Wochenende getan hat, bekommt man ein noch viel düsteres Bild direkt von den Verbrauchern geliefert. Sie sorgen sich nicht um einen Double-Dip. Schlimmer, sie sehen sich immer noch in der Rezession.
Ganze 71 Prozent empfinden das so. Sie haben nicht einmal gespürt, dass es eine einjährige Aufschwungsphase gab. Die Reaktion auf die US-Daten spricht Bände: Euro-Händler sind short. Wenn aber nun auf jeden Double-Dip-Verdacht so reagiert wird, handelt der Euro bald wieder auf 2009er Niveau. Das Rezessions-W im Kursverlauf umgekehrt abzubilden, ist sicherlich nicht sinnvoll, da es das Bild vor der Krise widerspiegeln würde. Bis auf 1,2890 sollte der Euro aber noch steigen, jedenfalls solange 1,2550er Marke hält.
USD JPY (88,20) Wenn man sich die Yen-Entwicklung von gestern betrachtet, könnte man fast geneigt sein zu behaupten, politische Ereignisse wie die japanischen Oberhauswahlen hätten kurze Beine. Aber die gestrige Yen-Erholung ist vor allem dem schwächelnden Dollar geschuldet. Letzterer leidet vornehmlich jedoch nicht unter einzelnen ungünstigen Fundamentaldaten, sondern unter einem mittelfristigen Stimmungswechsel – der Fokus der langfristigen Risiken dreht sich zunehmend von Europa weg in die USA, wo sich die Akteure vor allem die Kreditsituation in den einzelnen Bundesstaaten vorknöpfen dürften. Gewinner in dieser Situation ist am Ende der Yen. Doch auch dort sind langfristige Probleme nicht von der Hand zu weisen. Vor allem wenn man bedenkt, dass die staatlichen Pensionskassen zum ersten Mal seit knapp einem Jahrzehnt im Fiskaljahr 2009 als Nettoverkäufer von Staatsanleihen auftraten. Auch wenn sich dieser Trend nur schrittweise verstetigt, reflektiert er letztlich die ungünstige demografische Entwicklung des Landes. Kurzfristig sehen wir unterdessen jenseits von 89,50 Potenzial bis 90,50. Diese Marke nehmen wir zum Kursziel, sofern uns 30 Pips vor 87,60 (Risikolimit) der Einstieg in eine bullishe Strategie gelingt.
EUR JPY (112,35) Auch wenn wir unsere bullishe Strategie leider aufgeben mussten, bleibt der Euro oberhalb von 110,70 stabil. An der Oberseite ist mit 114,40 die weiche Grenze der laufenden Konsolidierung und danach 115,70 als Widerstand angezeigt.
GBP USD (1,5265) Auch wenn die UKArbeitsmarktdaten als Trendwende bejubelt werden mögen, sind sie auch der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Vollzeit-Stellen in Teilzeitarbeit umgewandelt wurden. Kabelpfunde profitieren dennoch vor allem von der Dollarschwäche – Potenzial: 1,5395. Unterstützungen liegen indes bei 1,5190 und 1,5080.
AUD USD (0,8810) AUD verbleiben in einer stabilen Position mit Aufwärtspotenzial bis 0,8950 (darüber 0,9050). Die nächsten Unterstützungen sind immer noch bei 0,8750 und bei 0,8640 zu finden.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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