1 Maerkte am Morgen

US-Finanzmarktreform beschlossene Sache

Nach dem Repräsentantenhaus hat auch der US-Senat eine umfassende Finanzmarktreform in den USA beschlossen. Mit 60 zu 38 Stimmen wurde ein entsprechender Gesetzesentwurf angenommen, den Präsident Barack Obama in der kommenden Woche per Unterschrift in Kraft setzen will. Das 2.300 Seiten umfassende Dokument sieht unter anderem ein….

 Warnsystem für Finanzmarktrisiken sowie eine bei der Zentralbank Fed eingerichtete Verbraucherschutzbehörde vor. Außerdem werden neue Bestimmungen für Finanzinstrumente erlassen, die bislang weitgehend nicht reguliert waren. Obama zeigte sich zufrieden: Die historische Reform führe zu mehr Sicherheit im amerikanischen Finanzsektor und verhindere eine Wiederholung der schweren Krise vor zwei Jahren.

Draghi (EZB) kritisiert heftige Marktreaktion

EZB-Ratsmitglied Mario Draghi findet, die Finanzmärkte hätten übertrieben stark auf die europäische   Staatsschuldenkrise reagiert. Die laut dem Notenbanker „exzessive“ Reaktion auf das wahrgenommene Risiko stelle ein zentrales Risiko für die ohnehin schwache und exportabhängige wirtschaftliche Erholung im Euroraum dar. Eine schnellere Haushaltssanierung in den EU-Staaten sei unerlässlich, fügte der Gouverneur der Zentralbank Italiens hinzu. Das könnte sich dann positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken. Mit Blick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sagte Draghi, man werde „sehr expansiv“ bleiben, gleichzeitig jedoch den Liquiditätseffekt der Anleihenkäufe neutralisieren.

Defizitgrenze eventuell schon früher erreicht

Ein Jahr früher als geplant – nämlich bereits 2012 –  will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) dank besserer Konjunktur und Einsparungen die EUDefizitgrenze von 3 Prozent des BIP einhalten. Die Neuverschuldung werde dann mit 3 Prozent des BIP wieder genau der im Maastricht-Vertrag festgelegten Obergrenze entsprechen, teilte das Finanzministerium nach Beratungen des Stabilitätsrates mit.

Deutsch-russischer Handel wächst

Zur Entwicklung des deutsch-russischen Handels hat sich der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft höchst optimistisch geäußert. „Wir sehen, dass die Exporte der  deutschen Wirtschaft in den Jahren 2010 und 2011 nach unserer Einschätzung wieder in einem hohen zweistelligen (prozentualen) Bereich wachsen werden“, sagte der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Mangold am Donnerstag beim deutsch-russischen Wirtschaftsgespräch in Jekaterinburg. Dies gelte auch für die Investitionen deutscher Firmen. Zwar unternähmen andere Konkurrenten eine regelrechte „Charme-Offensive“. Die deutsche Wirtschaft sei jedoch zuversichtlich, sich behaupten zu können. Im letzten Jahr und auch in Q1 2010 waren die deutschen Ausfuhren nach Russland rückläufig gewesen. Präsident Dmitri Medwedew sieht, wie er gestern nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin  Angela Merkel betonte, in Deutschland den zentralen Partner bei der Modernisierung seines Landes. Gleichzeitig signalisierte Medwedew aber auch großes Interesse am Einstieg bei deutschen Technologiefirmen, nachdem russische Investoren etwa bei Opel und Infineon nicht zum Zuge kamen.

Ostdeutsche Wirtschaft erlahmt

Wie das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) am Donnerstag mitteilte, hinkt die ostdeutsche Wirtschaft dem Westen nach dem Ende der Rezession wieder hinterher. Zwar werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,5 Prozent wachsen. Das Tempo sei damit aber geringer als im Westen der Bundesrepublik und reiche nicht aus, um den Rückstand der ostdeutschen Bundesländer zum Westen zu verringern, der bei knapp 30 Prozent liegt. Bremsend wirkten die geringe Exportorientierung des Ostens sowie der vergleichsweise geringe Industrieanteil, urteilten die Forscher.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


Disclaimer

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten.

Eine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben können wir nicht übernehmen, und keine Aussage in diesem Bericht ist als solche Garantie zu verstehen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle

Einschätzung des Verfassers / der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Deutschen Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen dar.

Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Meinungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern.

Die Deutsche Bank ist nicht dazu verpflichtet, diese Veröffentlichung zu aktualisieren, zu ändern oder anzupassen oder einen Leser auf irgendeine Art und Weise darüber zu informieren, dass sich ein/eine hierin beschriebene/r Sachverhalt, Meinung, Prognose, Vorhersage oder Einschätzung ändert oder nach der Veröffentlichung unrichtig wird.

Weder die Deutsche Bank AG noch ihre assoziierten Unternehmen übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalt.

Diese Veröffentlichung darf nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung der Deutsche Bank AG von keiner Person zu keinem Zweck kopiert, verteilt oder veröffentlicht werden.

EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


Newsletter
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.