1 FX-Tagesausblick

Ungewöhnlich ungewiss

EUR USD (1,3080) Wenn man es mit Ben Bernankes Worten ausdrücken möchte, könnte man den am Freitag veröffentlichten BIPZahlen durchaus das Prädikat „unusually uncertain“ verleihen. Nicht, weil die erste Zahl zum vierten Quartal nur ein bisschen schlechter als erwartet ausgefallen ist. Vielmehr geht es um die Revisionen dieser Zahlen. …

Und zwar vor allem für weiter zurückliegende Perioden, wo es bereits vor einem Jahr (zurück bis 1929!) teils kräftige Korrekturen – für die bis dahin vergangenen drei Jahre überwiegend nach unten – gegeben hatte. Am Freitag legte das BEA (Bureau of Economic Analysis) noch einmal nach und musste etwa die Wachstumszahl für 2009 erneut zurücknehmen. Ganz zu schweigen von 2008, wo aus ursprünglich 1,1 Prozent Wachstum für das ganze Jahr nach einer ersten Überarbeitung (in 2009) 0,4 Prozent und nach der Revision von 2010 Nullwachstum wurde. Demnach ist die Rezession der zurückliegenden Jahre viel stärker ausgefallen als ursprünglich kommuniziert. Auch wenn es sich bei diesen Revisionen um zurückliegende Daten handelt und die Marktteilenehmer diese höchst wahrscheinlich als alt und bestenfalls historisch von Bedeutung abtun werden – am Ende muss man sich fragen, welchen Rang solche Daten etwa für das Tagesgeschäft im Devisenhandel überhaupt haben dürfen, wenn sie teils so kräftigen Korrekturen unterworfen sind. Am Ende bleibt das Bild für den Euro also positiv so dass weiterhin ein fast uneingeschränktes Potenzial bis 1,3240 besteht – nach wie vor unter der Prämisse, dass die 1,2910er Marke nicht fällt. Auch davon gibt es übrigens gute Nachfrage.

USD JPY (86,50) Wir machen eine Wachstumspause innerhalb einer moderaten Erholung. Aber eine Pause fühlt sich an wie eine Quasi-Rezession – damit hat Alan Greenspan, der Ex-Chef der US-Zentralbank, natürlich mehr als Recht. Die Verbraucher sehen das offenbar genauso, schließlich ist unter ihnen die Stimmung so schlecht wie seit 9 Monaten nicht mehr. Daneben hält Greenspan auch eine Double-Dip-Rezession für möglich – ein Grund mehr für viele Händler, sich vom Dollar abzuwenden. Auch die letzten schmerzhaften Glattstellungen der Margin-Trader, die ab heute nicht mehr als mit einem Hebel von 50 agieren dürfen, könnten mitverantwortlich dafür gewesen sein, dass der Dollar zu Wochenschluss auf den tiefsten Stand seit November abrutschte. Das Risiko reicht noch weiter – vorerst bis 84,80. Stabilität wäre erst über 87,00 wieder erreicht.

EUR JPY (113,15) Auch um Chinas Wachstum ist es offenbar nicht mehr allzu rosig bestellt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex rutschte auf den niedrigsten Stand seit Februar 2009 ab und das von HSBC erhobene Pendant fiel sogar erstmals seit März letzten Jahres unter die Wachstumsschwelle von 50 Indexzählern. Verschrecken lassen sich die Akteure davon bislang aber noch nicht sonderlich. Dennoch reicht das Risiko bis 111,00. Hierunter würde sich die Schwäche gar beschleunigen, denn ein False Break könnte zusätzlichen Abgabedruck erzeugen. Aus dem Schneider wäre der Euro aber bereits schon oberhalb von 114,40.

GBP USD (1,5720) Der vorübergehende Abtaucher von Kabelpfunden am Freitag war nicht groß genug, als dass wir wieder in eine bullishe Strategie hätten einsteigen können. Zwischenzeitlich hat sich Sterling zu einem weiteren 5-Monats-Hoch aufgeschwungen. Es besteht Aufwärtspotenzial bis 1,5750 und dann bis 1,6020. Da wir jedoch bezweifeln, dass es im Falle von neuerlichen Kursabschwüngen sogleich verlässliche Nachfrage geben wird, würden wir erst am oberen Rand der 1,5550/90er Zone eine bullishe Strategie eröffnen (mit Risikolimit am unteren Rand).

AUD USD (0,9090) AUD befinden sich auf ihrem Weg in Richtung 0,9275 (aktuelles Aufwärtspotenzial).Nachfrage sollte sich dagegen bei 0,9035 und 0,8930 einstellen. Die Hauptunterstützung liegt jetzt bei 0,8840.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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