EUR USD (1,2210) Eigentlich hätte es gestern ein guter Tag für den Euro werden können. Aber es hat nicht sollen sein. Nicht etwa wegen der Präsidentenwahl, für die die Bundesversammlung drei Runden benötigte. Eine Wahl, von der Kommentatoren behaupten, sie habe Frau Merkel beschädigt. Aber…
letztlich wird uns verborgen bleiben, was die Abweichler aus dem Regierungslager jenseits des Denkzettels eigentlich konkret erreichen wollten. Viel wichtiger erscheint uns indes, dass sich die Kreditinstitute von der EZB auf den ersten Blick überraschend wenig frisches Geld angesichts des heute fällig werdenden Jahrestenders ausleihen mussten. Da darf man sich durchaus auch einmal die Frage stellen, warum der tatsächliche Geldbedarf mit knapp 132 Mrd. Euro so deutlich hinter den Prognosen der Experten (250 Mrd. Euro aufwärts) zurückgeblieben ist. Wenn man jedoch den Stand der hohen Tagesgeldeinlagen der Geschäftsbanken von Montag auf Dienstag in Höhe von 305 Mrd. Euro mit ins Kalkül zieht, erscheint zumindest zweifelhaft, ob diese hohen Einlagen tatsächlich wie vielerorts kolportiert wurde, dem Misstrauen der Kreditinstitute untereinander geschuldet waren. Aber genau in dem Augenblick, wo der Euro hätte nachhaltig Land gewinnen können, gelangte die Herabstufung des Ausblicks für Spanien durch die Ratingagentur Moody’s in den Markt. Interessant ist auch hier wieder einmal das Timing, denn die Nachricht traf wieder einmal auf Aktienmärkte, die ohnehin schon angeschlagen waren. Für den Euro gilt indes weiterhin: Um Stabilität zu gewinnen, muss er über 1,2365 steigen. Nachfrage erwarten wir bei 1,2110 und 1,1970.
USD JPY (88,20) Der BoJ-Tankan-Bericht für das letzte Quartal barg kaum Überraschungen. Er bestätigte lediglich, dass die wirtschaftliche Erholung weitergeht und die Bereitschaft der Unternehmen, Kapitalinvestitionen zu tätigen, gering bleibt. Kein Wunder also, dass sich Devisenhändler nicht sonderlich für den Tankan, dafür aber wesentlich stärker für ein Gerücht interessierten, das heute Morgen im Markt die Runde machte: Die japanische Postbank würde Dollar gegen Yen kaufen wurde kolportiert. Diese Annahme basiert aber lediglich auf dem guten Erinnerungsvermögen einiger Händler. Im vergangenen Jahr wurde die Postbank nämlich als bedeutender Käufer von Überseebonds gesichtet, als der US-Dollar unter die 90er Marke fiel. Da US-Anleihen in den vergangenen Tagen stark gestiegen und der Dollar besagte Schwelle gegenüber dem Yen unterschritten hat, wurde wahrscheinlich eine Verbindung hergestellt. Allerdings handelt es sich um zwei unabhängige Ereignisse, die nicht unbedingt im Zusammenhang stehen müssen. Dass Händler solche Gedankenspiele trotzdem sofort wohlwollend aufnehmen, zeigt, dass der Bedarf an bullishen
Faktoren recht hoch zu sein scheint, seitdem der USD sich aus seiner Seitwärtsrange nach unten verabschiedet hat. Vermutlich agieren kurzfristig orientierte Akteure derzeit auf der Käuferseite. Somit bleibt das Risiko weiterer Kursabschläge auf das Mai-Tief (87,95) bzw. auf 86,10 bestehen. Kurzfristige Stabilität ist frühestens jenseits des 89,15er Widerstands zu erwarten.
EUR JPY (107,70) Das Risiko reicht nach wie vor bis zur 106,10er und darunter bis zur 104,65er Unterstützung. Auf der Oberseite findet sich Angebot bei 109,40 und 110,40.
GBP USD (1,4940) Kurzfristige Pfundkäufer wurden gestern mit reichlich Material versorgt. Wir wiesen schon gestern vorsorglich darauf hin, dass gute kurzfristige Unterstützung eher auf dem gegenwärtigen Niveau zu finden sein wird. Heute liegen unsere Auffangmarken bei 1,4910 bzw. bei 1,4860/80. Solange Letztere verteidigt wird, setzen wir auf eine erneute Aufwärtsbewegung, die bis auf 1,5300/10 (leicht adjustiert) führen sollte. Zwischenwiderstand wird bei 1,5010 zu finden sein.
AUD USD (0,8350) Für AUD reicht das erweiterte Abwärtspotential bis 0,8200 (0,8075). An der Oberseite rechnen wir mit Widerstand bei 0,8430 und bei 0,8490.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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