1 FX-Tagesausblick

Sieben aus 91

EUR USD (1,2935) Nun sind die Stresstest-Ergebnisse also heraus. Und rein zahlentechnisch könnte man eigentlich analysieren mit „7 aus 91“ sei er doch besser als erwartet ausgefallen. Wenn da nicht die Experten wären. Letztere kritisierten vielfach die Stresstests als zu weich und als zu…

 wenig aussagekräftig – Bedenken, die es schon seit Wochen gibt und die uns ex post nicht überraschen sollten. Denn wie vieles in den Finanzmärkten gilt auch hier das Gesetz der relativen Betrachtung. Sieben „Durchfaller“ erschienen einigen Beobachtern verdächtig wenig. Ob sich die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse mit zehn (das wäre immerhin die nächste runde Zahl) Problemfällen hätte nachhaltig erhöhen lassen? Oder war die magische Zahl sechs (Prozent der Kernkapitalquote) überhaupt richtig gewählt? Auch bleibt zu bezweifeln, ob mehr Transparenz bei der Verfahrensweise der Tests tatsächlich auch zu einem höheren Erkenntniswert bei den Akteuren geführt hätte. Denn Transparenz brächte mehr Komplexität für die Beurteilung der Ergebnisse mit sich – eine Komplexität, die gerade die oftmals unter Zeitdruck stehenden Händler ohnehin wieder zu reduzieren versuchen würden. Wer jedoch die Tests angesichts des jüngst so gut ausgefallenen IFO-Index als zu pessimistisch zu bezeichnet, hat sicherlich nicht den richtigen Bezugspunkt gewählt. Denn Stress soll eine Welt simulieren, in der unter anderem auch solche Daten negativ ausfallen. Gemessen am Euro, haben die Händler keine Neubewertung der Lage vorgenommen: Der Spielraum an der Oberseite reicht nun bis auf 1,3090, danach gar bis 1,3300, solange er oberhalb von 1,2735 gehandelt wird – das stabile Umfeld bliebe sogar bei einem Rücktest von 1,2610 erhalten.

USD JPY (87,60) Ab 1. August darf „Mrs. Watanabe“ – diesen Namen hatte man den eifrig an den Finanzmärkten, kurzfristig engagierten japanischen Privatanlegern zu Hoch-Zeiten des Carry-Trades gegeben – nicht länger mit einem Hebel von mehr als 50 spekulieren. Das war zwar bereits im letzten Jahr entschieden worden, aber erst jetzt, kurz vor Inkrafttreten der neuen Regelung, fahren die Margin-Trader ihre Engagements sukzessive zurück. Marktbeobachter rechnen damit, dass der Yen auch in den nächsten Tagen davon profitieren könnte, denn es sind längst noch nicht sämtliche Glattstellungen vonstatten gegangen, wie die jüngsten Daten etwa von Japans größtem Anbieter für FX-Margin- Konten, Gaitame.com, zeigen. Gestrandete Yen- Short-Spieler warten wohl sehnsüchtig auf eine Intervention seitens der japanischen Behörden, vermutlich jedoch vergebens. Derzeit sehen wir zwar eine Konsolidierungszone zwischen 89,15 und 86,35 – vor dem Hintergrund dieser Glattstellungsaktivitäten richten wir unser Augenmerk aber auf einen Bruch der Unterkante.

EUR JPY (113,35) Auch hier dominiert eine Seitwärtstendenz: Oberhalb von 113,40 liegt die Konsolidierungsoberkante bei 114,40. Nachfrage wartet bei 112,10 und 111,60.

GBP USD (1,5460) Der Markt hatte in der zweiten Jahreshälfte 2009 und zu Beginn 2010 regelmäßig das britische BIP-Wachstum überschätzt. Vielleicht war genau das der Grund dafür, dass die jüngste Zahl (Q2) die Erwartungen deutlich übertraf. Obwohl die Prognostiker in den letzten drei Monaten immer wieder Hinweise auf eine robuste Aktivität erhalten hatten, blieben sie konservativ in ihrer Vorhersage. Daher glauben wir nicht, dass die Überraschung im Markt wirklich so groß ausgefallen ist, wie eine Wachstumszahl von 1,1 Prozent gegenüber einer Schätzung von 0,6 Prozent vielleicht erwarten ließe. Das Pfund übersprang problemlos unsere Widerstandshürde, so dass wir unser Risikolimit auf 1,5230 anziehen konnten. Das Kursziel bleibt bei 1,5640.

AUD USD (0,8955) AUD halten das Erholungspotenzial bis auf 0,9050 (extrem 0,9275) auch zu Beginn der neuen  Woche aufrecht. Unterstützungen liegen jetzt bei 0,8910 und 0,8840/50.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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