EUR USD (1,2260) Die Überschrift in der englischen FT, China werde die Diversifikation seiner geschätzten 515 Mrd. Schweren Engagements in Anleihen der Eurozone überprüfen, steht zwar auf der ersten Seite, aber nicht an prominentester Stelle. Trotzdem haben die….
offensichtlichen Sorgen der Staatsverwaltung für Devisen, SAFE, um ihre Anlagen in Ländern an der Peripherie Europas sogleich wieder die Euroverkäufer auf den Plan gerufen. Denn es wird befürchtet, China könnte seine bisherige Strategie, Dollarinvestments peu à peu in die Eurozone umzuschichten, womöglich schon bald ändern. Dabei wäre der Außenwert des Euro zunächst nicht einmal notwendigerweise tangiert, sofern neue Umschichtungen zugunsten der Kernländer der Eurozone vorgenommen würden. Doch daran könnte man angesichts der gestern schlecht verlaufenen Auktion deutscher Bundesanleihen nun Zweifel zu hegen. Tatsächlich wäre ein Rückzug Chinas aus dem Euro- Raum selbst bei vorsichtiger Durchführung mit nicht unerheblichen (Transaktions-) kosten verbunden. Wir möchten hier gar nicht über die mögliche Verschlechterung chinesischer Exporte sprechen, die eine massive Abwertung des Euro mit sich brächte. Wir glauben vielmehr, dass die Neigung der SAFE, zu schnellen gravierenden Strategiewechseln von vielen Händlern (allein schon wegen deren naturgemäß viel höheren Tradingfrequenz) vielerorts überschätzt wird.
Abgesehen von all diesen Gedanken, würde dem Euro nun bereits ein Überschreiten von 1,2340 genügen, um eine Korrektur (Potenzial 1,2510) auszulösen. Bis dahin bleibt die Unterseite offen bis 1,2110.
USD JPY (90,15) Vertreter BoJ und Fed sind sich in einer Hinsicht einig: Sie möchten an den vorhandenen Inflationszielen festhalten. Auch wenn IWF-Ökonom Olivier Blanchard, vor einiger Zeit noch die Ansicht vertreten hatte, höhere Zielvorgaben gäben den Notenbanken im Falle einer Krise mehr Spielraum für Zinssenkungen – für Japan ist Inflation ohnehin kein Thema. Und so verbleibt der Dollar fast unbewegt in seiner breiten Konsolidierung, die zwischen 89,10 und 93,65 verläuft. Würde die Unterkante durchbrochen, wäre ein Rücklauf bis zum jüngsten 87,95er Tief die Folge.
EUR JPY (110,50) Der Euro bleibt angeschlagen, könnte sich aber oberhalb von 114,20 stabilisieren – Zwischenwiderstand liegt bei 111,50. Die Nachfragesituation bleibt schwach, so dass allenfalls leichte Unterstützungen bei 108,60 und 107,60 zu finden sind.
GBP USD (1,4440) Die BoE war mit Blick auf die Inflationsaussichten in den letzten Monaten stets hoffnungsvoll. Mervyn King vertrat die Ansicht, dass die Erhöhung der Verbraucherpreise kurzlebig sein würde und die Inflation bis Jahresende wieder zurückgehen würde. Zumal die von der neuen Regierung vorgestellten Sparpläne zur Reduzierung des Haushaltslochs eine solche Entwicklung sicherlich begünstigen. Anlass zu Zinserhöhungen sahen die Währungshüter deshalb bislang nicht. Gestern hat die OECD die Notenbank jedoch aufgefordert, die Zinsen bis Ende nächsten Jahres mindestens bis auf 3,5 Prozent anzuheben, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit wahren wolle. Kabelpfunde mussten gestern trotz des schwachen Euro kaum Boden preisgeben und präsentieren sich auch heute Morgen recht fest. Ehe aber die hartnäckige 1,4535/65er Widerstandszone nicht überwunden ist, sehen wir kurzfristig keine echte Chance auf eine Stabilisierung. Dafür besteht nach wie vor Abwärtsrisiko bis 1,4110.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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