EZB-Präsident Jean Claude Trichet soll sich heute mit europäischen Top-Bankern treffen . 2 Tage vor Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse. Die einschlägigen, informierten Kreise wollen solche Verknüpfungen offensichtlich gar nicht erst aufkommen lassen. Es handle sich um eines der regelmäßig stattfindenden Spitzentreffen; der Termin sei Zufall, hieß es. EZBRatsmitglied Ewald Nowotny hat sich noch einmal bem üht, Zuversicht zu verbreiten . indem er die wichtigsten Kritikpunkte an den Tests zurückwies….
Die Märkte werden, so bekräftigte er, positiv auf die Tests reagieren. Zweifel an der Aussagekraft der Ergebnisse hält er für unangebracht: Die Tests seien strikt genug, sagte er. Und bekräftigte: .Wenn die Ergebnisse nicht entsprechen, dann müssen die Banken an die Kapitalm ärkte gehen, und wenn das nicht ausreicht, dann wird es eine Art von staatlicher Hilfe geben müssen.. Mehr sagte er dazu nicht. Europas Bankensystem habe kein Problem mit Liquidität. Der Entzug von über 400 Milliarden Euro im Zuge des Auslaufens des Jahres- Tenders Anfang Juli habe keine negativen Wirkungen auf den Markt gehabt.
Ungarn bleibt in Streit mit IWF hart
In den Streit um die ungarische Schuldenabbaustrategie hat sich jetzt auch der Chef der Osteuropabank (ERBD), Thomas Mirow, eingemischt. In einem Interview warnte er vor Ansteckungsgefahren für andere osteuropäische Länder. Die ungarische Regierung bleibt offenbar hart: Sie bekräftigte ihr Sparziel, schloss einem Zeitungsbericht zufolge aber weitere Kürzungen erneut aus. Hintergrund ist ein Streit zwischen Budapest und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), wie das Haushaltsdefizit reduziert werden soll.
Entspannung am Geldmarkt
Der Geldmarkt hat sich etwas entspannt. Die drei Schuldenkandidaten Irland, Spanien und Griechenland konnten sich gestern mit frischem Geld versorgen. Vor allem angesichts der Herabstufung Irlands zum Wochenanfang fürchteten Beobachter, bei den Auktionen könnte es Schwierigkeiten geben. Das Land konnte sich 1,5 Mrd. EUR besorgen und lag damit am oberen Ende der Zielspanne, musste allerdings einen Renditeaufschlag zahlen. Griechenland konnte sich zum zweiten Mal binnen einer Woche Geld besorgen, musste aber ebenfalls höhere Zinsen zahlen. Die griechische Schuldenagentur sammelte 1,95 Mrd. EUR ein, Laufzeit: 13 Wochen. Die Rendite lag bei 4,05 Prozent, bei der jüngsten vergleichbaren Auktion im April waren es noch 3,65 Prozent. Der Chef der griechischen Finanzagentur sprach von einem zweiten Vertrauenstest, den das Land bestanden habe seit Erhalten der milliardenschweren Rettungspakete. Spanien konnte sich sogar günstiger Geld besorgen als noch im Juli. Die Sorgen, das Land könnte in Schieflage geraten, hatten etwas abgenommen.
EU will früheres Aus für deutsche Steinkohle
Das Aus für den deutschen Steinkohlebergbau soll nach einem Beschluss der EU-Kommission früher kommen als geplant: schon 2014 und nicht erst 2018. Die Bergbaulobby reagierte prompt: Die Bundesregierung müsse weiter für die Kohle kämpfen, forderten der Steinkohlef örderer RAG und der Gesamtverband Steinkohle. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) warnte vor drohenden Massenentlassungen. Über die Umsetzung des Plans entscheiden letztlich die EUMitgliedstaaten. Deutschland unterstützte die Steinkohle noch mit zuletzt jährlich rund 2 Mrd. EUR, ohne die die Zechen nicht überleben könnten.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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