Die Schweizer Asset-Management-Boutique Lloyd Capital hat heute, passend zum Handelsstart an der Deutschen Börse, ihren dritten UCITS-ETF aufgelegt.
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Artikel wurde von der Redaktion von ETFWorld.de verfasst
Moritz Soler Ceo Lloyd Capital LLC
Das neue Produkt mit dem Namen Lloyd International Equity UCITS ETF richtet sich gezielt an Anleger, die ein Aktienengagement außerhalb der USA suchen und dabei auf fundamentale Qualitätskennzahlen setzen .
Hintergrund: Strategie gegen die Dominanz der USA
Der ETF kommt zu einem Zeitpunkt auf den Markt, an dem die Übergewichtung US-amerikanischer Aktien in globalen Indizes ein viel diskutiertes Thema ist. In klassischen Benchmark-Indizes wie dem MSCI World oder dem MSCI ACWI liegt der Anteil der USA derzeit zwischen 60 und 70 Prozent . Diese Konzentration ist das Ergebnis einer mehr als ein Jahrzehnt währenden Überperformance des US-Marktes, insbesondere getrieben durch die großen Technologiekonzerne.
Der Lloyd International Equity UCITS ETF blendet diese Komponente bewusst aus. Stattdessen konzentriert sich das Portfolio auf Unternehmen aus entwickelten Industrieländern außerhalb der USA. Aktuell entfällt etwa zwei Drittel des Aktienengagements auf Europa, gefolgt von Positionen in China und Kanada . Damit bietet das Produkt eine Möglichkeit zur geografischen Diversifikation und zielt auf Märkte ab, die aus Sicht von Lloyd Capital derzeit attraktivere Bewertungen aufweisen.
Anlagestrategie: Fokus auf Qualität und Stabilität
Die Auswahl der Einzeltitel folgt einem strengen Qualitätsansatz. Der Fonds investiert ausschließlich in Unternehmen, die über stabile und nachhaltige Ertragsstrukturen sowie solide finanzielle Kennzahlen verfügen .
Konkret muss jedes Unternehmen eine hohe finanzielle Hürde nehmen:
- Eine lange Historie starker Performance
- Hohe operative Margen
- Durchgängig positive operative Erträge
- Substanzielle freie Cashflows
- Attraktive Kapitalrenditen
Darüber hinaus werden Finanzinstitute wie Banken und Versicherungen grundsätzlich aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Die Prüfung der Titel erfolgt über das hauseigene „4M“-Framework (Moat, Management, Market, Macro), das die Nachhaltigkeit der Erträge und das langfristige Potenzial bewertet .
Hintergrund des Emittenten und Vertriebspartners
Lloyd Capital, die in Zürich ansässige Boutique, verwaltet insgesamt etwa 2 Milliarden US-Dollar, hauptsächlich für Investoren aus Mexiko . Die Ursprünge des Unternehmens liegen in Separately Managed Accounts (SMAs). Die aktuelle Strategie wird von Cédric Jacque bereits seit fünf Jahren in diesem Format umgesetzt und nun erstmals als börsengehandelter Fonds einer breiteren Anlegerschicht zugänglich gemacht .
Die technische Umsetzung erfolgt in Partnerschaft mit HANetf, einem europäischen Spezialisten für White-Label-ETF-Lösungen. Der neue ETF ist der dritte gemeinsame Fonds der beiden Partner. Bereits 2024 wurden der Lloyd Focused Equity UCITS ETF (FEP) und der Lloyd Growth Equity UCITS ETF (GEP) aufgelegt, die mittlerweile zusammen über 560 Millionen US-Dollar verwalten .
Kosten und Handel
Der neue ETF ist als physisch replizierender Fonds in Irland domiziliert und wird mit einer Total Expense Ratio (TER) von 0,85 Prozent geführt . Er ist sowohl in Euro als auch in US-Dollar handelbar und wird ab sofort über Xetra und andere Handelsplattformen der Deutschen Börse verfügbar sein. Ein Cross-Listing ist zudem an der mexikanischen Börse vorgesehen .
Markteinordnung
Der Launch des Lloyd International Equity UCITS ETF (OTUS) spiegelt ein wachsendes Anlegerinteresse an Strategien wider, die bewusst Klumpenrisiken durch die hohe US-Gewichtung in globalen Indizes vermeiden. Angesichts anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und einer polarisierten US-Politik gewinnen Produkte, die gezielt außerhalb der USA investieren, zunehmend an Bedeutung . Mit seiner strikten Fokussierung auf fundamentale Qualitätskennzahlen und dem Ausschluss des Finanzsektors positioniert sich der Fonds als Instrument für renditeorientierte Anleger mit einer defensiven Grundhaltung.
Quelle : ETFWorld.de
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