Die Banken werden voraussichtlich mehrere hundert Mrd. EUR zusätzlich benötigen, um den neuen Eigenka- pitalvorschriften Basel III gerecht zu werden. Das gab Nout Wellink, Vorsitzender des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, bekannt. …..
Ich zögere ein wenig damit, Zahlen zu nennen, denn es geht um eine lange Über- gansphase von etwa 8 Jahren, bei der sich die Zahlen ändern werden., erklärte er gegenüber einem nieder- ländischen Radiosender. Teilweise müssten die Finanz- institute über mehrere Jahre hinweg Gewinne einbehal- ten, die sie nicht an die Aktionäre ausschütten können. Außerdem könnten Boni an Mitarbeiter teilweise nicht ausgezahlt werden. Zudem müssten sich die Banken zu- sätzliches Kapital an den Geldmärkten besorgen.
Volkswirt warnt vor neuer Krise ohne Reformen
Der US-Ökonom Raghuram Rajan mahnt weitere Wirt- schaftsreformen an, um eine neue Krise zu vermeiden. .An den gefährlichen Grundstrukturen, die zur Finanz-krise geführt haben, hat sich kaum etwas geändert., sagte er in einem Interview mit der Financial Times Deutschland. Auch Deutschland benötigt nach Auffas- sung von Rajan zusätzliche Neuerungen. Außerdem soll- ten die Löhne hierzulande erhöht werden. .Ein Grund für die niedrigen Löhne über längere Zeit war die Wie- dervereinigung zu einem falschen Preis. Doch jetzt wo Deutschland sehr wettbewerbsfähig ist, ist das Land be- reit für höhere Löhne, ohne dass die Produktivität sub- stanziell aufs Spiel gesetzt wird., erklärte der Volkswirt. Anders als einige seiner Kollegen erwartet Rajan nicht, dass es zwangsläufig in den USA zu einer erneuten Re- zession kommt. Immerhin gebe es positive Zeichen. Bei- spielsweise sei die Zahl der Zwangsversteigerungen zu- rückgegangen. Im Bereich Kreditvergabe habe es eben- falls Verbesserungen gegeben. Allzu viel sollte in Bezug auf die US-Konjunktur dennoch nicht erwartet werden, warnt der Ökonom. .Wir werden wohl nur eine langsa- me Erholung erleben . aber sie dürfte stabiler sein, als derzeit manche Leute glauben.
China muss weg von Billiglöhnen
China muss den Vorteil niedriger Löhne aufgeben. An- dernfalls könnte es zu sozialen Unruhen kommen, die der Wettbewerbsfähigkeit und dem Wachstum länger- fristig schaden können, schreibt der Direktor des chine- sischen Nationalen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fan Gang, in einem Gastbeitrag in der Börsen-Zeitung. Höhere Löhne sind nach Auffassung Gangs dringend notwendig, wenn China die nächste Entwicklungsstufe erreichen will. Allerdings werde es noch Jahrzehnte brauchen, bis das Land aus dem Status eines Entwick- lungslandes herauskomme. Für mehr als 30 Prozent der chinesischen Arbeitskräfte ist die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle. Im Gegensatz dazu beträgt der Anteil der Beschäftigung in diesem Sektor in den USA nur 2 Prozent, in Südkorea 6 Prozent. .Um den Anteil der landwirtschaftlichen Arbeiter auf 10 Prozent aller Arbeitskräfte zu reduzieren, muss die Wirtschaft 150 Millionen neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft schaf- fen., erklärt der Forscher. Dafür würde China 20 bis 30 Jahre brauchen.
Trichet: Basel III-Einführung auch in USA
Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean- Claude Trichet, sagte auf einer Pressekonferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, er sei zu- versichtlich, dass die USA die neuen Regeln zur Ver- schärfung des Eigenkapitals der Finanzinstitute (Basel III) umsetzen. Amerika hatte die vorherigen Bankenre- formregeln, bekannt als Basel II, nur langsam imple- mentiert. Die großen US-Geldhäuser werden diese Vor- schriften voraussichtlich erst im 1. Quartal 2011 einge- führt haben, 4 Jahre nach deren Umsetzung in Europa. .Was nun beschlossen wurde, ist für alle Banken auf globaler Ebene notwendig., erklärte Trichet.
Unctad mahnt Lohnerhöhung an
Die Uno-Organisation für Handel und Entwicklung (Unctad) fordert in Deutschland höhere Lohnabschlüsse. Das geht aus dem am Montag vorgelegten Jahresbericht hervor. Um weltweit das Wirtschaftswachstum und Ar- beitsplätze zu sichern, seien höhere Löhne in Deutsch- land entscheidend, sagte Unctad-Chefökonom Heiner Flassbeck. Derzeit stiegen der Konsum und die Investi- tionen hierzulande nur wegen der Konjunkturprogram- me. .Das deutsche Wachstum dürfte in diesem Jahr zu etwa drei Vierteln vom Außenbeitrag gestützt werden., erklärte Flassbeck.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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