Den Eurorettungsschirm dauerhaft einzurichten, sei keine gute Idee, so Ewald Nowotny, Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Dennoch schließt er eine solche Möglichkeit nicht aus. .Wenn man…
nach einer Weile sieht, dass die Staaten in punkto Reformen viel erreicht haben, wäre eine gewisse Flexibilität denkbar., erklärte der Währungshüter in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Nowotny forderte, den EU-Stabilitätspakt zu verschärfen. .Wir brauchen eine umfassende Bewertung, die auch die Realwirtschaft, die Wirtschaftsstruktur der Länder und die Nachhaltigkeit der Entwicklung im Auge behält., sagte er. Eine geordnete Insolvenz überschuldeter EU-Staaten hält er schwer umsetzbar. Es sei nicht einfach, dies auf EU-Ebene zu formalisieren und in bestehende rechtliche Regelungen einzupassen.
Trichet will Lösung für Eurorettungsschirm
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), JeanClaude Trichet, mahnt die Eurostaaten hingegen, eine dauerhafte Lösung für den Eurorettungsschirm zu finden. Es sei wichtig, dass ein entsprechendes Konzept vorhanden wäre, wenn eine erneute Schuldenkrise hereinbräche, sagte Trichet vor dem Europäischen Parlament in Brüssel. Die Regierungen seien dafür verantwortlich, einen entsprechenden Finanzierungsplan auszuarbeiten.
Schäuble verlangt radikalere Strafen
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble fordert härtere Strafen für EU-Defizitsünder als die EUKommission plant. Das geht aus einem Brief des Ministers an den EU-Ratspräsidenten Herman van Rompuy hervor. Er drängt darin darauf, dass finanzielle Strafen in Zukunft früher greifen sollen als im Stabilitätspakt vereinbart. Außerdem sollen Gelder aus der EU nur noch bei soliden Haushalten ausgezahlt werden. Den Eurostaaten mit dauerhaft hohen Defiziten soll zeitweise das Stimmrecht in den EU-Ministerräten entzogen werden, so Schäuble. .Der Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte mehr Biss bekommen, indem der Prozess durch die Anwendung quasi-automatischer Sanktionen beschleunigt wird., fordert der Minister.
Moody.s senkt Anglo Irish-Note
Die Rating-Agentur Moody.s hat die Bonitätsnote für die staatlich gestützte Anglo Irish Bank um drei Stufen auf BAA3 gesenkt. Grund ist die Einschätzung der Experten, das Finanzinstitut könne seine Anleiheschulden nicht mehr bedienen. Nach Angaben der Agentur sind weitere Herabstufungen nicht auszuschließen. Bereits zuvor war am Bondmarkt das Gerücht im Umlauf, die Bank könne einem Teil ihrer nachrangigen Anleiheschulden nicht mehr nachkommen. Moody.s senkte das Rating für diese Verbindlichkeiten auf CAA1 herab. Der irische Finanz minister, Brian Lenihan, bekräftigte jedoch, dass sowohl der Staat als auch die Finanzinstitute ihren Verpflichtun gen nachkommen würden. Ökonomen erwarten nun eine Verschärfung der Sparmaßnahmen in Irland. Allerdings ist die Wirtschaft des Landes zuletzt stark geschrumpft. Für das 2. Quartal 2010 wurde beim BIP ein Minus von 1,2 Prozent verzeichnet. Erst im Vorquartal hatte die irische Wirtschaft nach 3 Jahren Krise wieder einen Zu wachs vermeldet.
DIW veröffentlicht BIP-Prognose 2011
Für das kommende Jahr erwartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ein BIP-Wachstum von 2 Prozent. Dabei wird nach Einschätzung des Instituts auch die Zahl der Arbeitslosen weiter zurückgehen. Für das laufende Jahr prognostiziert das DIW ein Plus von 3,5 Prozent.
Ifo-Institut sieht Job-Boom
Fast 9 von 10 deutschen Unternehmen wollen in den kommenden 12 Monaten weitere Arbeitsplätze schaffen. Das geht aus einer Studie des Ifo-Instituts für das Ma nager Magazin hervor. Allerdings will ein Viertel der Unternehmen vor allem befristete Stellen anbieten. Auch Zeitarbeit soll in Zukunft eine größere Rolle spie len.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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