Bei den neuen Konjunkturhilfen sollte die USZentralbank Fed keine Grenzen festlegen, sagte ihr ehemaliger Vize-Präsident Donald Kohn in einem Interview. Demnach brauche die Notenbank keine Höchstbegrenzung anzukündigen, wenn sie mit dem Ankauf weiterer Staatsanleihen fortfahre. Nach Aussage von Kohn erholt sich die amerikanische Wirtschaft nur langsam von der Krise. Sollte der Aufschwung weiterhin so schleppend verlaufen, empfiehlt der Ex-Währungshüter weitere Maßnahmen durch die Fed, unter anderem den Kauf weiterer Staatsanleihen……
Basel III: bis 12 Prozent Kernkapital für Banken
In Zukunft müssen Banken doppelt so viel Kernkapital vorhalten wie bislang verlangt. Das neue Regelwerk .Basel III. sieht eine Mindestkapitalquote von 6 Prozent vor. Allerdings müssen die Finanzinstitute noch einen Kapitalerhalts- Puffer von zusätzlichen 3 Prozent vorweisen. Bei guter wirtschaftlicher Entwicklung können die Aufsichtsbeh örden verlangen, dass sich die Banken einen .antizyklischen Puffer. von weiteren 3 Prozent zulegen. Insgesamt wäre das eine Kernkapitalquote von 12 Prozent.
Niedrige Zinsen bergen Gefahren
Längerfristig entsteht in einigen Ländern durch niedrige Zinsen kein nachhaltiges Wirtschaftswachstum. Dieser Auffassung ist William White, ehemaliger Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Zwar steige die Gesamtnachfrage dadurch, dass immer mehr Menschen Kredite aufnehmen und stärker konsumieren. Allerdings sinke auch die Sparquote deutlicher als sie es sonst täte, sagte er in einem Interview mit der Börsen-Zeitung. Gerade Amerika sollte langfristig keine niedrige Sparquote haben. Dagegen empfiehlt der Ökonom Deutschland, den Binnenverbrauch zu erhöhen, um ein Ungleichgewicht gegenüber anderen Euro- Staaten zu kompensieren. .Länder mit einem sehr gro- ßen Außenhandelsüberschuss sollten wirklich weniger sparen. Wenn letztendlich Maßnahmen auf der Nachfrageseite ihr Limit an Wirksamkeit erreicht haben, dann benötigt man Maßnahmen auf der Angebotsseite, um das Funktionieren der Wirtschaft zu verbessern., erklärte White. In Bezug auf die neuen .Basel III.-Regeln sagte er, höhere Eigenkapitalquoten seien nicht die wichtigste Reform für die Finanzinstitute. Bedeutender sei ein Mechanismus, um große Institute in geordneter Weise abwickeln zu können. Führungskräfte müssten einsehen, dass sie ihre Arbeitsplätze verlieren könnten und zuvor zugesagte Boni nicht unbedingt ausgezahlt werden. .Das alles würde die Wahrscheinlichkeit einer Krise reduzieren, und ebenso würde es die Belastungen einer eventuell eintretenden Krise verringern., fügte White hinzu.
EU-Bankenstresstests nicht ausreichend?
Die vor Kurzem durchgeführten Bankenstresstests in Europa zeigen angeblich nicht das ganze Ausmaß der Investitionen der Finanzhäuser in Staatsanleihen verschuldeter Länder. Das will zumindest eine Studie des Wall Street Journal herausgefunden haben. Demnach sollen einige Banken bestimmte Anleihen verschwiegen oder die Summe der gehaltenen Papiere um Short- Positionen bereinigt haben.
China will Reservequote für Banken einführen
Auch China will nun eine Reservequote für seine Finanzinstitute einführen. Dadurch soll das Kreditwachstum eingedämmt werden, schreibt das Magazin Century Weekly. So diskutiert die Bankenaufsichtsbehörde angeblich darüber, eine Regel einzuführen, wonach chinesische Banken für 2,5 Prozent der von ihnen herausgegebenen Kredite Reserven anlegen müssen.
HWWI hebt Prognose an
Schon im kommenden Jahr könnte Deutschland die EUHaushaltsdefizitgrenze von 3 Prozent unterschreiten. Dies geht aus der neuen Konjunkturprognose des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) hervor. Für das laufende Jahr erwartet das Institut ein Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch im Juni prognostizierten die HWWI-Ökonomen ein BIP-Plus von nur 1,5 Prozent. Die Konjunkturerwartungen für 2011 erhöhten die Hamburger Forscher auf 2,5 Prozent von zuvor 1,6 Prozent. .Mit dem Wachstumssprung in der 1. Jahreshälfte hat die Wirtschaft nahezu zwei Drittel des Rückgangs in der Krise aufgeholt., erkl ärte das HWWI.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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