Außerbörsliche Derivategeschäfte sollen in Europa künf- tig strenger reguliert werden. Einen entsprechenden Verordnungsentwurf stellte Michel Barnier, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen, in Brüssel
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vor.
Demnach soll ein Großteil der Kontrakte über Clearingstellen abgewickelt werden. Diese Transaktionen sollen in Datenregistern gespeichert und offengelegt werden.
.Kein Finanzmarkt kann es sich leisten, ein Wild-WestGebiet zu sein., argumentierte der Kommissar. Betroffen sind alle Arten von Derivaten. Lediglich für Industrieunternehmen, die sich gegen Risiken absichern wollen, soll es Ausnahmen geben. Barnier präsentierte außerdem einen Entwurf für ein europaweites einheitliches Vorgehen bei Leerverkäufen. So sollen Leerverkäufer in Zukunft nachweisen, dass sie sich die Wertpapiere zum vereinbarten Abwicklungszeitpunkt besorgen können.
Behörden, wie der geplanten europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, sollen die Verkaufspositionen ab einer bestimmten Schwelle gemeldet werden. Bei den Vorschlägen orientiert sich der EU-Kommissar an Regeln, die bereits in den USA verabschiedet wurden.
RWI und IWH erhöhen Prognose
Nun korrigieren auch das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) ihre Konjunkturprognosen für 2010 nach oben. Aufgrund des starken 2. Quartals hob das Essener RWI seine Schätzung für das Gesamtjahr auf 3,4 Prozent an. Im Juni hatten die Forscher ihre Aussichten bereits auf 1,9 Prozent erhöht, von 1,4 Prozent im März. Noch optimistischer zeigt sich das IWH. Für das Gesamtjahr 2010 erwartet das Institut nun ein BIP-Plus von 3,5 Prozent. Die bisherige Prognose lag bei 1,8 Prozent. Allerdings rechnen beide Forschungseinrichtungen . wie die meisten anderen auch . mit einem schwächeren Zuwachs im kommenden Jahr. Während das RWI für 2011 einen Anstieg um 2,2 Prozent prognostiziert, erwartet das IWH ein Plus von nur 2,0 Prozent.
Griechenland will Geld von Landsleuten
Um den hohen Schulden Herr zu werden, hat sich Griechenland nun etwas Besonderes ausgedacht: eine spezielle Anleihe für im Ausland lebende Griechen. .Wir besprechen und entwickeln im Moment eine sogenannte .Diaspora Anleihe., um griechische Gelder im Ausland anzuzapfen und wir glauben, dass wir damit erfolgreich sein werden., sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou. Das Land hat bereits umfassende Sparmaßnahmen eingeführt, um die hohen Schulden abzubauen. Die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) mussten einen 110 Mrd.-EUR-Rettungsschirm spannen, um Griechenland unter die Arme zu greifen.
Weltbank-Chef: Starker Yuan wäre angemessen
Eine starke chinesische Währung wäre angemessen und würde die Binnennachfrage in dem Land stärken. Dadurch wäre China weniger auf den Export angewiesen, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick. Seit Längerem ist das Land in Bezug auf seine Währungspolitik harscher Kritik ausgesetzt, vor allem aus den USA. Der chinesischen Regierung wird vorgeworfen, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um die eigenen Ausfuhren nicht zu verteuern. Eine Aufwertung der chinesischen Währung würde nach Auffassung Zoellicks ein Preissignal senden, dass die sich entwickelnde Nachfrage der Konsumenten in dem Land wiederspiegelt. .Mein Standpunkt ist jedoch kein Patentrezept. Die strukturellen Herausforderungen sollten die zentralen Themen sein, die angegangen werden müssen., sagte der Weltbank-Chef.
Aktuelles DAX-Sentiment
Zur Überraschung vieler hat der DAX seine Aufwärtsbewegung aus der Vorwoche fortgesetzt. Der Index nähert sich den Obergrenzen seiner verschachtelten, seit Monaten anhaltenden Konsolidierung. Grund genug für die Optimisten, einen Gang zurückzuschalten, ergab die jüngste Sentimentumfrage von Cognitrend und der Börse Frankfurt.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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