Den Eurorettungsschirm dauerhaft einzurichten, sei keine gute Idee, so Ewald Nowotny, Mitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Dennoch schließt er eine solche Möglichkeit nicht aus. .Wenn man…
Grundsätzlich seien die EU-Staaten mit den Plänen der EU-Kommission zu einer Verschärfung des Stabilitäts pakts einverstanden, sagte Ratspräsident Herman van Rompuy nach einem Treffen der EU-Finanzminister in Brüssel. .Sanktionen würden früher eingeführt, müssten progressiver sein und mehr Maßnahmen als bisher um fassen., ergänzte er. Allerdings herrscht nach wie vor Uneinigkeit bei Details wie den Abstimmungsregeln o der einem Automatismus. Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde lehnt automatische Sanktionen ab: .Eine völlige Automatisierung, die Macht völlig in den Händen von Experten . nein., erklärte die Ministerin. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dagegen be fürwortet .quasi-automatische. Strafen als Druckmittel für Defizitsünder.
Europa will im IWF offenbar rotieren
Kreisen zufolge erwägen die EU-Länder eine Rotation im Entscheidungsgremium des Internationalen Währungs fonds (IWF). Der Fonds soll im Herbst reformiert wer den. Dabei erhalten Schwellenländer wie China deutlich mehr Gewicht. Die USA hatten die europäischen Länder gedrängt, einige ihrer 9 Sitze abzugeben. Insgesamt ver fügt der IWF über 24 Gremiumssitze.
Deutsche Wirtschaft fordert rasche Reformen
Die deutsche Wirtschaft fordert von der Politik eine ra sche Umsetzung der geplanten Reformen. Inmitten der konjunkturellen Erholung sollte die Regierung die Gele enheit nutzen, mutige Neuerungen umzusetzen, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handels kammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, gegen über Handelsblatt Online. .Neben der Haushaltskonsoli dierung muss die Regierung nun wichtige Elemente des Koalitionsvertrages zügig abarbeiten., ergänzte er. Wichtig ist nach Auffassung Driftmanns vor allem ein wettbewerbsfähigeres Steuersystem. Außerdem müsse der Fachkräftemangel bekämpft werden.
BDI kritisiert Ökosteuer
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) kriti siert die geplante Verschärfung der Ökosteuer. Dadurch würde bei einigen Unternehmen der komplette Gewinn abgeschöpft, sagte BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. .Deutschland wäre das einzige Land, das seine Unter nehmen in dieser Konjunkturphase belastet., so Keitel weiter. Als Teil der Sparmaßnahmen will die Bundesre gierung Ausnahmeregelungen von der Ökosteuer für besonders energieintensive Unternehmen kappen. Dies bedeutet für die Unternehmen eine zusätzliche Steuer last von 1,5 Mrd. EUR pro Jahr. Nach Angaben von Kei tel könnten dadurch 870.000 Arbeitsplätze gefährdet sein.
Rettungsschirm für Schuldenländer unattraktiv
Der Chef des Eurorettungsschirms (EFSF), Klaus Regling, rechnet nicht damit, dass verschuldete EU-Länder in den kommenden Jahren einen Kredit bei dem Schirm bean tragen werden. Die Bedingungen für die Darlehen seien äußerst streng und die Zinsen extrem hoch, so Regling. .Der Rettungsschirm soll kein sicherer Hafen sein, der einfach zu erreichen ist. Der Zugriff soll vielmehr nur dann erfolgen, wenn er unumgänglich ist. Die Mitglied Staaten werden alles Notwendige tun, um diesen Schritt zu vermeiden., ergänzte der EFSF-Chef.
Merkel lehnt dauerhaften Rettungsschirm ab
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich klar gegen ei ne Verlängerung des Eurorettungsschirms ausgespro chen. Ich sage ganz klar, dass es eine Verlängerung des Hilfsfonds nicht geben wird, sondern dass wir Ver tragsänderungen in Europa brauchen., sagte Merkel. Es müsse andere Mechanismen geben, mit Schuldenlän dern künftig umzugehen. Mit Deutschland werde es keine dauerhaften Hilfsgelder geben.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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