Die regulatorische und ökonomische Sturmfront, die seit der zweiten Jahreshälfte 2011 über der europäischen ETF-Landschaft hängt, zieht allmählich weiter….
Mit Nettoneugeldzuflüssen von USD 6,03 Mia. im 1. Quartal sind die europäischen ETF wieder in den grünen Bereich zurückgekehrt. Allerdings haben sich die makroökonomischen Bedenken nicht ganz verflüchtigt, und die Neugeldzuflüsse fielen im 1. Quartal 2012 um 35,82% geringer aus als in der Vorjahresperiode. Die Anlegerpräferenz lag dabei klar bei Index-Trackern auf Unternehmens- und Schwellenländeranleihen, und zwar auf Kosten von Geldmarktfonds und Aktien-Trackern
Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse zum Berichtsquartal:
Die Anlegerstimmung entspannt sich
Die in den Marktkommentaren zum 3. und 4. Quartal 2011 geäusserten regulatorischen und wirtschaftlichen Bedenken haben im 1. Quartal des laufenden Jahres abgenommen. Die im europäischen ETF-Markt verwalteten Vermögen haben per Ende des 1. Quartals gegenüber dem Vorquartal um 10,84% auf USD 300 Mia. zugenommen, während der MSCI World Index in der gleichen Periode 10,94% zulegte. Die Nettovermögenszuflüsse von USD 6,03 Mia. stehen im starken Kontrast zu den im 4. Quartal 2011 verzeichneten Nettoabflüssen von USD 5,69 Mia. Doch die Zuflüsse im Berichtsquartal fielen gegenüber dem Vorjahresquartal immer noch um 35,82% geringer aus. Dies lässt darauf schliessen, dass die Marktteilnehmer die Zukunftsaussichten weiterhin vorsichtig beurteilen.
ETFs auf Unternehmens- und Schwellenländeranleihen bevorzugt
Diese Vorsicht der Anleger äussert sich in den Trends, denen die Nettozuflüsse im Berichtsquartal unterlagen. Entfielen 2011 noch 92,82% der ETF-Zuflüsse auf Aktien-Tracker, so waren es im 1. Quartal 2012 nur noch 66,25% oder USD 3,99 Mia. Stattdessen wandten sich die Anleger den Unternehmensanleihen-Trackern zu sowie Fonds, die ihnen Zugang zu Schuldtiteln der Emerging Markets verschafften. Fixed-Income-ETFs verzeichneten im Quartalsverlauf mit USD 1,92 Mia. denn auch rekordhohe Zuflüsse, wobei die Monate Januar und März die höchste bzw. zweithöchste Zuflussrate seit Januar 2011 aufwiesen. Die Vermögensklasse mit der geringsten Performance waren Geldmarkt-ETFs, die Abflüsse von USD 1,26 Mia. hinnehmen musste.
Gemischtes Bild der europäischen Anbieter hinsichtlich Nettoneugeldzuflüssen
iShares ist nach wie vor der grösste Anbieter europäischer ETFs mit einem Marktanteil von 40,30%, gefolgt von db x-trackers, Lyxor und CS ETFs mit einem Marktanteil von 15,10%, 12,55% bzw. 5,66%. Hinsichtlich der Nettoneugeldzuflüsse zeigten die zehn grössten Anbieter europäischer ETFs im 1. Quartal 2012 ein gemischtes Bild, wobei die Entwicklung hauptsächlich von ihrem jeweiligen Produktangebot beeinflusst war. Die Investoren im europäischen ETF-Markt hatten im 1. Quartal unterschiedliche Ansichten zu den zugrunde liegenden Basiswerten. Infolgedessen verzeichneten iShares, Source und UBS die höchsten Mittelzuflüsse, da sie vom allgemeinen Interesse an Unternehmensanleihen-ETFs, innovativen Volatilitäts- und Hedge-Fund-Strategien sowie konservativeren Länderfonds profitierten. Alles in allem lag die Anlegerpräferenz im 1. Quartal weiterhin bei Fonds mit physischer Replikation, obwohl sich die Abflüsse aus den synthetisch replizierten Fonds gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2011 verlangsamten.
Aufgrund der Kundennachfrage hat die Credit Suisse in den letzten sechs Monaten einige signifikante Änderungen an ihrer ETF-Plattform vorgenommen. Zehn synthetisch nachgebildete ETFs wurden oder werden auf physische Replikation umgestellt. Um die branchenführende Position ihrer Produkte hinsichtlich Transparenz zu behaupten, legt die Credit Suisse jetzt die Sicherheiten, die von den 13 im Wertschriftenleihgeschäft aktiven CS ETFs akzeptiert werden, täglich offen unter www.csetf.com.
Quelle: ETFWorld – Credit Suisse
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