Lacker legt den Finger in die europäische Wunde

EUR USD (1,2620) Jetzt hat auch der letzten Marktteilnehmer und der letzte Euroland-Bürger erkennen müssen, dass das 750-Milliarden-Paket nicht ausreicht, um den Abwärtstrend des….

Euro umzukehren.

Stattdessen nähert sich dieser nach seinem beachtlichen Aufbäumen vom Montag schon wieder seinen jüngsten Tiefs. Dass unsere Währung wieder schwach notiert, ist eigentlich auch kein Wunder, schließlich ist  das Schuldenproblem nicht gelöst. Das Rettungspaket kann und soll nur die akuten Symptome der Krise behandeln. Es ist lediglich dazu da, den Regierungen Zeit zu verschaffen, um ihre Schuldenberge zu bewältigen.

Auch die US-Politiker legten gestern den Finger in die Wunde: Fed-Mitglied Jeffrey Lacker etwa wies die Europäer an, die fiskalischen Ungleichgewichte endlich anzugehen (nun dürfen auch die Amerikaner endlich einmal schimpfen; sonst waren sie es immer, die wegen ihres Defizits in der Kritik standen). Von den Herausforderungen, vor denen Europas Regierungen stehen, ginge überdies das größte Risiko für das amerikanische Wirtschaftswachstum aus, so Lacker. Allerdings rührt die Bedrohung nicht nur vom europäischen Schuldengebirge her – auch die Lösung der Probleme birgt vergleichbare Gefahren für die US-Wirtschaft.

Schließlich erwartet Europa eine lange, harte Zeit des Sparens, was auch der Rest der Welt zu spüren bekommen wird. Zeitgleich wird man seine Exportbemühungen steigern, begünstigt durch den billigeren Euro.

Das Risiko reicht nach wie vor herab bis 1,2510 (darunter bis 1,2310). Indes rechnen wir vor der 1,2740er Marke mit dem Angebot gestrandeter Dip-Käufer.

USD JPY (92,50) Nach dem Ausverkauf vom letzten Donnerstag wirkt momentan jede Bewegung des Dollar lust- und richtungslos. Auch die Daten zur Kaufkraft  privater Haushalte, die heute in Japan veröffentlicht wurden, und die im Monatsvergleich zum zweiten Mal in Folge sanken, konnten daran nichts ändern. Die geringe Schwankungsintensität hat für den USD aber auch Vorteile.

Denn solange die 89,60er Unterstützung hält, kann er seine Erholung fortführen. Kurssteigerungen sind hierbei bis 94,90 möglich. Davor liegt allerdings noch Zwischenwiderstand bei 93,60.

EUR JPY (116,75) Gut die Hälfte der Gewinne, die der Euro nach seinem jüngsten Absturz gegenüber dem Yen verbuchen konnte, hat er schon wieder abgegeben. Die Einheitswährung blickt nun bei 115,60 und 114,30 auf die nächsten Unterstützungen, während Verkäufer bereits bei 118,40 und 119,90 Spalier stehen dürften.

GBP USD (1,4870) Niemand hatte wohl erwartet, dass alles so rasch geht und sich Liberaldemokraten und Konservative so schnell handelseinig werden würden. Innerhalb weniger Stunden war die erste britische Koalition der Nachkriegszeit unter Dach und Fach. Ein besseres Ergebnis hätten sich Sterling-Investoren kaum wünschen können. Eigentlich dachten wir, dass eine Pattsituation eher ein Segen als ein Hindernis für alle Beteiligten wäre, da dies den Verantwortlichen die Möglichkeit gegeben hätte, ihre Wahlversprechen zurückzunehmen und dieses Vorgehen als situationsbedingtes „Zugeständnis“ verkaufen zu können. Nun waren die Koalitionsverhandlungen das Schlupfloch, um sich aus Wahlversprechen wie der Erhöhung des Erbschaftssteuerfreibetrages oder Steuererleichterungen für Geringverdiener und Verheiratete herauszuwinden. Die Finanzpolitik der Koalition könnte somit einschneidender als die einer Mehrheitsregierung ausfallen. Sterling reagierte darauf positiv. Der Stabilitätsanker (1,5010) ist aber noch nicht erreicht worden. Darüber erwarten wir eineErholung bis auf 1,5380. Verbesserte Unterstützungerwarten wir nun bei 1,4830 sowie 1,4630.

AUD USD (0,8915) AUD zogen sich gesternweiter zurück und treffen heute im Bereich 0,8850/75 auf erste Unterstützung. Darunter besteht Risiko bis auf 0,8715. Widerstände sind bei 0,9030 und bei 0,9150 anzusetzen.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend


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