1 Maerkte am Morgen

Kritik nach Stresstest

Das Echo auf die am Freitag veröffentlichten Stresstestergebnisse der 91 europäischen Banken ist geteilt: Die Test-Beteiligten zeigten sich zufrieden. Die deutschen Banken hätten sich als robust und widerstandsf ähig erwiesen, urteilten etwa die Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin in einer gemeinsamen Erklärung. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nannte das Ergebnis .insgesamt…

erfreulich.. Die Märkte reagierten: Die Risikoprämien auf Kreditausfallderivate sanken teilweise um bis zu 100 Basispunkte. Insgesamt waren lediglich 7 Institute durchgefallen: neben der deutschen HRE 5 spanische Sparkassen und die griechische Atebank, deren Kapitalprobleme bekannt sind.  Gleichzeitig hielt die Kritik am Test aber an, vor allem ging es dabei um Aussagekraft und Methode: Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger forderte striktere Eigenkapitalregeln: Die Krise habe gezeigt, dass aus sicheren Aktiva wie Staatsanleihen sehr schnell unsichere werden könnten, sagte er. Deshalb hätte die Unterlegung mit Eigenkapital zu einem bestimmten Prozentsatz unabh ängig vom Risiko der Anlagen Vorteile. Bofinger forderte zudem eine Entflechtung der Banken: Die Folgen des Zusammenbruchs eines Geldhauses auf andere seien nicht untersucht worden. Finanzprofessor Wolfgang Gerke plädierte dafür, bei künftigen Stresstests als Minimum eher eine Kernkapitalquote von 8 anstatt 6 Prozent als Messlatte zu nehmen. Der Test sei so angelegt gewesen, dass man sicher sein konnte, dass nicht mehr als 10 Prozent der Banken durchfallen, sagte er. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, warnte vor einem Stillstand bei wichtigen Finanzmarktreformen. Es könnte jetzt .fatalerweise der Eindruck entstehen ., man brauche diese Reformen nicht mehr. .Daf ür waren die Tests viel zu selektiv und sind die Ergebnisse viel zu positiv., sagte Zimmermann. Immobilienkrisen und das Versagen der Rohstoffmärkte seien nicht berücksichtigt worden.

Brüderle will Rentengarantie abschaffen

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle will die gerade erst eingeführte Rentengarantie wieder abschaffen. Es werde nicht dauerhaft funktionieren, die Rentenentwicklung von der Lohnentwicklung abzukoppeln, sagte er der Rheinischen Post. Womöglich der Auftakt zu neuem Koalitionsstreit in der Sommerpause: die Rentengarantie war in der großen Koalition eingeführt worden. Außerdem gab der Minister eine optimistischere Wachstumsprognose für das laufende Jahr ab: .Bei aller Vorsicht glaube ich, dass wir sogar eine 2 vor dem Komma erreichen können., zitierte ihn der Focus. Es gebe wieder Sonderschichten und Mehrarbeit, sagte Brüderle. Die Bundesregierung geht von einem Wachstum von mehr als 1,5 Prozent aus. Hoffnung auf Staatshilfe für angeschlagene Unternehmen machte er nicht: .Mit dem Geldregen muss jetzt Schluss sein., sagte er.

Prüfungstag für die Griechen

Griechenland rechnet mit der Freigabe der 2. Tranche der Hilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU. Die entsprechenden Auflagen seien wie gefordert bis zum 30. Juni erfüllt worden, sagte Finanzminister Giorgos Papakonstantinou. Zudem sei die Rentenreform auf den Weg gebracht. Eine Delegation von IWF, der EU und EZB will heute die Reformfortschritte überpr üfen, um die zugesagten Finanzhilfen von 9 Mrd. EUR freizugeben. Vergangene Woche bescheinigte der IWF Griechenland, dass es bei seiner Haushaltssanierung gut vorankomme. Allerdings gebe es noch einige Schwachstellen wie den Gesundheitsbereich. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble meldete sich zu Wort, mit einer Absage an Dauerhilfen: .Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart., sagte er. Auf eine Verlängerung der Rettungsschirme würde er nicht wetten. .Solange Angela Merkel Bundeskanzlerin ist und ich Finanzminister, würden Sie diese Wette verlieren..

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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