1 Maerkte am Morgen

Kapitalbedarf der Banken steigt

Nach der lange erwarteten Veröffentlichung der Stresstestergebnisse fragen sich Volkswirte jetzt unter anderem, ob die Bankenbranche schon bald ein Refinanzierungsproblem bekommen könnte . ebenso wie die Regierungen. .Der wahre Test ist, ob die Banken zu einem vernünftigen Preis Kapital aufnehmen…

können. Nur dann können sie ihre Rolle in der Wirtschaft erfüllen., zitiert die Financial Times Deutschland einen Anleihestrategen. Volkswirte rechnen nicht damit, dass die EZB schon in diesem Jahr den . krisenbedingt . weit offenen Geldhahn zudrehen könnte. Bis Oktober soll es Vollzuteilungen für Wochen- und Monatstender geben. Der Refinanzierungsbedarf der Banken ist aber enorm. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass dieses Jahr in der Euro-Zone 877 Mrd. EUR an Bankverbindlichkeiten fällig werden. In den Jahren  2011 und 2012 kämen weitere 771 Mrd. EUR sowie 714 Mrd. hinzu. Nach einer Studie der Bank of America Merrill Lynch sind die Investoren auf eine erhöhte Nachfrage eingestellt. Fast zwei Drittel der Befragten rechnen damit, dass die Kreditinstitute binnen eines Jahres größere Summen aufnehmen dürften. Interesse ist offenbar da: Mehr als drei Viertel der Umfrageteilnehmer sagten, sie würden zum richtigen Preis Geld in den Sektor investieren.

Aufsicht schwächt Basel III ab

Die neuen Kapitalvorschriften  für Banken . kurz: BaselII – fallen nicht so scharf aus wie von der Branche bef  ürchtet. Der Baseler Ausschuss der weltweit wichtigsten Bankenaufseher hat das Regelwerk nach Protesten von Banken und nationalen Aufsehern abgeschwächt. Völlig gestrichen wurde allerdings keine der Reformen. Der Chef des Ausschusses, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte: .Wir werden Übergangsregelungen schaffen, die sicherstellen, dass der Bankensektor den wirtschaftlichen Aufschwung unterstützen kann.. Banken hatten gedroht, dass sie bei zu harten Vorschriften oder einer zu schnellen Einführung die Kreditversorgung drosseln müssten. Zugeständnisse machten die Aufseher etwa bei der Anrechnung von Minderheitsbeteiligungen der Banken. Weiter in der Diskussion ist aber bespielweise, ob große und systemrelevante Banken mehr Kapital vorhalten müssen als andere Institute. Als einziges Land wehrt sich Deutschland gegen die Reformpl äne. Grund sind die Besonderheiten von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, denen große Teile der Eigenmittel nach den neuen Regeln nicht mehr als Kernkapital anerkannt werden und diese in Schwierigkeiten bringen würde. Aus Finanzkreisen ist zu hören, die Deutschen wollten erst Grundsatzfragen zum Eigenkapital geklärt wissen, bevor sie den Regeln zustimmten. Deutschland steht im Ausschuss aber offenbar alleine da.

BP bekommt neuen Chef

Der designierte BP-Chef Bob Dudley soll das Steuer für den Konzern wieder herumreißen. Ab Oktober soll er den wegen seines erfolglosen Krisenmanagements in Ungnade gefallenen Tony Hayward ablösen. Er ist USAmerikaner und damit der erste Nicht-Brite an der Spitze des Konzerns. Hayward wird künftig für BP in Russland arbeiten: .Wenn ich das Gesicht von BP bleibe, kommt BP in den USA nicht weiter“, sagte Hayward. Deshalb sei sein Rückzug zum 1. Oktober der angemessene Schritt. Zum Abschied musste er allerdings noch einen Verlust von 17 Mrd. USD bekanntgeben. Ferner kündigte BP an, in den kommenden 18 Monaten Verm ögenswerte im Wert von 30 Mrd. USD verkaufen zu wollen. Der Konzern will zudem Kosten für die Aufr äumarbeiten nach der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko von der Steuer absetzen. Dadurch werde er fast 10 Mrd. USD weniger Steuern in den USA zu zahlen haben, hieß es. Laut US-Regierung sind mehr als 5 Mio. Barrel Öl ins Meer geflossen. Der Schaden ist kaum noch zu beziffern.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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