1 FX-Tagesausblick

Investoren verlassen sich auf sich selbst

EUR USD (1,2215) Fast klingt es schon wie ein Vorwurf, wenn in deutschen Wirtschaftszeitungen getitelt wird, Spaniens Krise lasse die Märkte kalt. Zudem wird der Eindruck vermittelt, die deutliche Herabstufung Griechenlands durch die Ratingagentur Moody’s hätte die …

 

 

Unsicherheit über den Zustand der Euroland-Peripheriestaaten erhöht – das Gegenteil ist der Fall. Denn Moody’s hat im Prinzip nur das nachgeholt, was die anderen großen Ratingagenturen schon längst vorgemacht hatten. Wenn auch offenbar vorschnell. Denn bei einer von Reuters Insider am vergangenen Freitag in Frankfurt veranstalteten Podiumsdiskussion über die Zukunft des Euro beklagte EZBChefvolkswirt Stark, dass einige Agenturen unverantwortlich gehandelt hätten. Dabei geißelte er auch deren pro-zyklisches Verhalten und nannte beispielhaft eine Sitzung der Euro-Finanzminister über das Rettungspaket für Griechenland, deren Ergebnis den Ratingagenturen damals noch nicht hätte bekannt sein können. Trotzdem habe es bereits schon vor dem Ende dieses Treffens Neubewertungen gegeben. Stark machte deshalb keinen Hehl daraus, dass es innerhalb des EZB-Rates Überlegungen gäbe, sich weniger auf das Urteil der Ratingagenturen zu verlassen. Und so sollte es uns nicht verwundern, wenn sich auch immer mehr Investoren zunehmend auf ihre eigenen Analysen verlassen. Daneben haben natürlich auch Gewöhnungseffekte dafür gesorgt, dass der Euro nicht mehr unter die Räder gekommen ist. Dessen Potenzial würde sich jenseits von 1,2315 gar auf 1,2445/55 erhöhen – ein Widerstand, der sich als Verkaufsorientierung eignet.

USD JPY (91,50) Institutionellen japanischen Investoren sagt man nach, dass sie vorsichtig agieren und nicht vorschnell ihre Position ändern. Entsprechend stellen sich manche Marktbeobachter die Frage, ob ihr gestiegenes Interesse an ausländischen Anleihen einen neuen Trend darstellt. In den vergangenen Wochen kauften sie reichlich US-Bonds. Aber auch Papiere aus Kanada und Australien waren beliebt. Daten des Finanzministeriums zufolge summierten sich die Käufe während der vergangenen vier Wochen auf 45 Mrd. USD. So stark wurde dort seit 2005 nicht mehr investiert. Hingegen haben Japaner bereits früh damit begonnen, ihren Euro-Wertpapierbestand zu reduzieren – seit Ende letzten Jahres wurde kontinuierlich verkauft. Richtig glücklich werden sie mit der USD-Entwicklung momentan trotzdem nicht sein. Letzterer verweilt weiterhin innerhalb seiner breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65), die in sich noch einmal von Angebot bei 92,45 und Nachfrage bei 90,35 eingegrenzt wird.

EUR JPY (111,75) Der Versuch des Euro,  gestern zur Oberkante seiner breiten Konsolidierung (108,10 – 114,40) zu marschieren, wurde bereits früh abgefangen. Da wir nicht mit einem Ausbruch nach oben rechnen, nutzen wir die obere
Begrenzung als Risikolimit, für eine Short-Strategie bei 113,40. Kursziel: die Unterkante.

GBP USD (1,4745)
Die neu ins Leben gerufene Aufsichtsbehörde zur Überwachung der Haushaltsplanung hat ihre erste Wachstumsprognose vorgelegt. Im Schnitt liegen die Schätzungen für die kommenden vier Jahre – im Vergleich zur alten Regierung – um 80 Basispunkte niedriger. Wenn der Haushalt trotzdem saniert werden soll, bedeutet das theoretisch: noch mehr Sparmaßnahmen. Aber wie gestern angedeutet, hat sich das Pfund gegen Negativnachrichten aus dieser Richtung immunisiert. Unser Kurspotenzial, das nach wie vor bei 1,4830/55 liegt, dürfte somit erreichbar bleiben. Jedoch stellt dieser Bereich das Maximum für eine Erholung dar. Unterstützung sehen wir bei 1,4550 und bei 1,4370 (kritisch).

AUD USD (0,8565) Der A-$ hat es geschafft: Ihm gelang gestern der Sprung über den Stabilitätspunkt. Das Potenzial an der Oberseite reicht nun zunächst bis 0,8780. Allerdings sollte an der Unterseite die 0,8370/80er Marke nicht mehr unterlaufen werden (Zwischenunterstützung: 0,8505).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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