1 Maerkte am Morgen

Hellenen wagen sich aus der Deckung

Griechenland wagt sich Kreisen zufolge am 13. Juli an den Geldmarkt. Wie ein Regierungsvertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters verlauten ließ, sollen Papiere mit einer Laufzeit von…

 einem halben Jahr sowie einem Jahr ausgegeben werden. Am 20. Juli sollen überdies 13-Wochen-Papiere auf den Markt gebracht werden. Mit dem Erlös der Auktionen will man auslaufende Anleihen finanzieren. Details zu den Emissionssummen will die Schuldenagentur offenbar am Freitag bekanntgeben. Am 16. Juli werden 2,16 Mrd. EUR an Sechs- und Zwölfmonatspapieren fällig. Am 23. Juli steht die Rückzahlung von 2,4 Mrd. EUR an.

Bofinger will Spitzenverdiener höher besteuern

In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Focus- Money plädiert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger für eine stärkere Besteuerung hoher Einkommen und einen höheren Spitzensteuersatz. „Mit einem Spitzensteuersatz von 50 Prozent hätte ich kein Problem. Das muss natürlich so ausgestaltet sein, dass in erster Linie Spitzenverdiener getroffen werden“, so das Mitglied des Sachverständigenrates zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Angesichts hoher Staatsschulden trete er generell dafür ein, statt zu sparen die Steuern zu erhöhen und so die Staatseinnahmen zu verbessern. „Es geht nicht darum zu sparen, sondern darum, die Defizite zurückzufahren – und zwar verursachergerecht“, findet der Ökonom und er fügt an: „Die Rettungspakete kamen in erster Linie Menschen mit hohem Vermögen und Beziehern hoher Einkommen zugute und darum ist für mich klar, dass vor allem mit Steuererhöhungen reagiert werden muss, die diese Gruppe treffen.“

Stresstest-Kriterien vor Veröffentlichung

Finanzkreisen zufolge wird der Ausschuss der europäischen Bankaufsichtsbehörden noch am heutigen Mittwoch Teile der Methodik der Bankenstresstests veröffentlichen.

EU-Rentenreform in Planung

Die EU-Kommission will heute in Brüssel ihre Pläne für eine europäische Rentenreform vorstellen. Bis 2060 sollte das Renteneintrittsalter schrittweise auf 70 Jahre steigen, lautet der Vorschlag. Derzeit gehen die Arbeitnehmer in der EU bereits mit knapp über 60 Jahren in den Ruhestand – obwohl das gesetzliche Rentenalter meist deutlich höher liegt. In Deutschland etwa wird von 2012 an schrittweise die Rente mit 67 eingeführt.

Bundeskabinett berät Haushaltsentwurf

Die Bundesregierung will heute den Entwurf für den Etat 2011 und den Finanzplan bis 2014 beschließen. Die Budgetpläne sehen deutlich weniger neue Schulden vor  als bislang geplant. Nach der diesjährigen Rekordverschuldung
von 65,2 Mrd. EUR soll der Umfang neuer Kredite 2011 auf 57,5 Mrd. EUR sinken. Bis 2014 soll die Neuverschuldung auf 24 Mrd. gedrückt werden.

Zinserwartungen nach hinten verschoben

Analysten sind sich einig, dass die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins nicht antasten wird. Aus Sicht von Ökonomen macht der in vielen Ländern eingeschlagene Sparkurs eine Zinsanhebung in den nächsten 12 Monaten ohnehin immer unwahrscheinlicher. Einer Reuters-Umfrage zufolge echnen die meisten sogar erst für Q3 2011 mit einem leichten Drehen an der Zinsschraube.

Machtwort der Kanzlerin

Nach der Kritik am Erscheinungsbild der Koalition hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Angaben von  Teilnehmern in den Fraktionen von Union und FDP Geschlossenheit angemahnt. Sie werde sich die koalitionsinternen Auseinandersetzung nicht mehr bieten lassen, sagte sie. „Am Abend weiß man manchmal bei uns nicht mehr, wer Freund und Feind ist“, mahnte sie an. 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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