1 FX-Tagesausblick

Gipfeltreffen

EUR USD (1,2335) Am kommenden Wochenende werden nicht nur die Mannschaften Deutschlands und Englands zu einer Neuauflage des Klassikergipfels bei der Fußball-Weltmeisterschaft aufeinandertreffen. Auch Ökonomiebegeisterte mögen vermutlich ihrem eigenen Gipfel, dem G20-Treffen in Toronto, entgegenfiebern. Dort wird es aber am Ende keinen Sieger geben, denn …

 es ist noch längst nicht ausgemacht, welche der beiden Parteien, Sparer oder Schuldenmacher, am Ende die Welt retten werden. Die Sparer, vertreten durch Deutschland, haben indes
schon einmal im Vorfeld ihre Strategie eingehend dargestellt. Denn es scheint, als ob die Sparer in Toronto einen wahren Sturmlauf abzuwehren hätten, was wegen eines besonderen Umstands noch schwerer fallen dürfte. Gemeint ist die Neuverschuldung, die aufgrund höherer Steuereinnahmen und geringerer Ausgaben um bis zu 20 Mrd. Euro niedriger als geplant ausfallen könnte. Da wurden alleine hierzulande doch sogleich Begehrlichkeiten laut. Noch einmal das Sparpaket aufdröseln? Nein, das kommt auf keinen Fall in Frage, war die reflexartige Reaktion des Finanzministers. Was also tun mit diesen 20 Milliarden, die man eigentlich nur mental als Gewinn verbuchen kann? Zumindest könnte man in Toronto – hinter vorgehaltener Hand versteht sich – in die Schale werfen, man würde doch aufgrund dieser Tatsache gar nicht soviel Sparen wie ursprünglich geplant. Obgleich wir für den Euro zuletzt ein Ende der Aufwärtskorrektur sahen, sind (trotz der gestrigen Abwärtsbewegung) noch nicht genügend Indizien für eine Wiederaufnahme des Abwärtstrends gegeben.

USD JPY (89,85) Japans Exportzahlen lassen eindeutig erkennen, dass US-Amerikaner im vergangenen Monat wenig Appetit auf Autos und Elektronikgüter hatten. Hingegen stieg das Interesse aus der Eurozone. Da sich für beide Verbraucher die Importe ähnlich stark verteuerten, könnte man mit einer schlechteren wirtschaftlichen Verfassung der USA argumentieren, die derzeit nicht in der Lage sind, die Verteuerung auszugleichen. Und je stärker der Yen wird, desto mehr könnten US-Konsumenten als Abnehmer ausfallen. Unterdessen ist der Dollar auf dem besten Wege, aus seiner breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65) zu fallen, was wiederum ein weiteres Abrutschen auf das Mai-Tief (87,95) provozieren würde.

EUR JPY (110,80) Der Euro wirkt wie in der Mitte seiner Seitwärtsspanne (108,10 – 114,40) festgezurrt. Dabei ist er nochmals durch Angebot bei 111,90 und Nachfrage bei 109,80 eingebettet.

GBP USD (1,4985) Die Pfund-Rallye gab uns gestern Rätsel auf, denn als Grund für die Kursgewinne nannten Händler, dass vor 14 Tagen ein BoE-Mitglied für eine Zinserhöhung gestimmt hat. Die meisten Marktbeobachter können sich ein zinspolitisches Umdenken eigentlich gar nicht vorstellen. Erst Recht nicht nach den jüngsten Sparankündigungen. Und selbst wenn der Zins um ein Viertelprozent steigen sollte, bliebe der Zinsunterschied vernachlässigenswert. Andrew Sentance, heißt der einsame Zinsfalke, der sich um Inflation sorgt. Sollte er davon weitere Notenbanker überzeugen können, würde uns die Kombination aus Sparmaßnahmen, schwächelnder Wirtschaft und Zinserhöhungen alles andere als optimistisch für das Pfund stimmen. Zinsgetriebene Kursschwankungen hat man gestern auch nach der Fed-Sitzung geboten bekommen. Störendes Angebot auf dem Weg nach oben sehen wir erst bei 1,5045/85. Nachfrage findet sich bei 1,4850 und 1,4740.

AUD USD (0,8745)
AUD konnten sich gestern zwar von ihren Tiefkursen etwas erholen, verbleiben allerdings in einer angeschlagenen Position mit nur schwachen Unterstützungen bei 0,8665 und bei 0,8580. Widerstände sind bei 0,8770 und bei 0,8835 angezeigt.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


Disclaimer

Die in dieser Veröffentlichung enthaltenen Informationen beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen, die wir für zuverlässig halten.

Eine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben können wir nicht übernehmen, und keine Aussage in diesem Bericht ist als solche Garantie zu verstehen. Alle Meinungsaussagen geben die aktuelle

Einschätzung des Verfassers / der Verfasser wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Deutschen Bank AG oder ihrer assoziierten Unternehmen dar.

Die in dieser Veröffentlichung zum Ausdruck gebrachten Meinungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern.

Die Deutsche Bank ist nicht dazu verpflichtet, diese Veröffentlichung zu aktualisieren, zu ändern oder anzupassen oder einen Leser auf irgendeine Art und Weise darüber zu informieren, dass sich ein/eine hierin beschriebene/r Sachverhalt, Meinung, Prognose, Vorhersage oder Einschätzung ändert oder nach der Veröffentlichung unrichtig wird.

Weder die Deutsche Bank AG noch ihre assoziierten Unternehmen übernehmen irgendeine Art von Haftung für die Verwendung dieser Publikation oder deren Inhalt.

Diese Veröffentlichung darf nicht ohne die vorherige schriftliche Genehmigung der Deutsche Bank AG von keiner Person zu keinem Zweck kopiert, verteilt oder veröffentlicht werden.

EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


Newsletter
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.