Wie die spanische Zeitung El Economista am Mittwoch unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen berichtete, arbeiten die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds (IWF) sowie die USA derzeit an einem Hilfsplan für das hoch verschuldete Spanien. Dieser sehe angeblich…
eine Kreditlinie von bis zu 250 Mrd. EUR vor. Der Zeitung zufolge wurde das Thema bei einer Sondersitzung des IWF-Rates diskutiert. Ziel sei es, einen Rettungsplan wie für Griechenland zu vermeiden. Ein Sprecher der spanischen Regierung sagte am Dienstag, die für Freitag angesetzten Gespräche zwischen der spanischen Regierung und IWF-Chef Dominique Strauss- Kahn hätten mit den Medienberichten nichts zu tun, nach denen das Land eine Hilfe wie zuvor Griechenland anstrebt. Die EU-Kommission wies den Medienbericht umgehend zurück: Ein Sprecher der EUKommission bezeichnete den Zeitungsartikel als „sehr bizarr.“
EU-Gipfel: Schwerpunkt auf Wirtschaftspolitik
Trotz der Spekulationen über einen möglichen Hilferuf Spaniens wird die Finanzlage der Südeuropäer auf dem heutigen EU-Gipfel in Brüssel nicht im Vordergrund stehen. Priorität dürften stattdessen die Sparpläne der Mitgliedsstaaten sowie eine engere Koordination der Wirtschaftspolitik besitzen. Nach den eilends gespannten Rettungsschirmen für Griechenland bzw. die gesamte Währungsunion soll nun der Weg für solide Finanzen und Wachstum gebahnt werden. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen sich daher auf eine Verschärfung des Stabilitätspaktes verständigen und damit den Druck auf Defizitsünder verstärken.
IWF sieht Asien im Aufwind
Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds steht der asiatische Raum vor einer massiven Wachstumsbeschleunigung: Asiens BIP dürfte in 5 Jahren um rund 50 Prozent zulegen und damit den Anteil an der Weltwirtschaft auf mehr als ein Drittel steigern, wie Anoop Singh, Direktor der IWFAbteilung Asien und Pazifik, in einer Veröffentlichung des Währungsfonds erklärte. 2030 dürfte Asiens BIP demnach sogar die Wirtschaftsleistung der 7 führenden Industrieländer (G7) übertreffen.
Gonzalez-Paramo: Hoher Refinanzierungsbedarf
Mittelfristig sagt EZB-Direktoriumsmitglied José Manuel Gonzalez-Paramo einen ernormen Refinanzierungsbedarf der europäischen Banken voraus: „Alleine die 20 größten Banken der Euro-Zone haben 800 Mrd. EUR an langfristigen Verbindlichkeiten, die zwischen Mai 2010 und Ende 2012 refinanziert werden müssen“, sagte der Notenbanker. Eine immense Summe, die nach Angaben der Europäischen Zentralbank für beinahe die Hälfte der Schulden mit Laufzeiten von mehr als 1 Jahr steht, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.
Stark (EZB) sieht Vertrauenskrise am Geldmarkt
In einem vorab veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit äußert sich EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark dahingehend, dass die Schuldenprobleme in der Euro-Zone abermals zu einer Geldmarkt- Krise geführt hätten. „Wir haben erneut eine Situation, in der sich die Banken untereinander nicht vertrauen. Sie deponieren überschüssige Liquidität lieber bei uns, statt sie an andere Banken weiterzugeben“, sagte das deutsche Mitglied des EZB-Direktoriums.
Aktuelles DAX-Sentiment
Wie die neueste Cognitrend-Stimmungserhebung belegt, ist das Gros der Optimisten dem DAX treu geblieben – obwohl das Börsenbarometer stichtagsbezogen den höchsten Wochengewinn dieses Jahres erzielen konnte. Eigentlich Grund genug, diese Gewinne auch zu realisieren. Dass dies nicht geschehen ist, legt zumindest den Verdacht nahe, dass die zugrundeliegenden Positionen nicht wirklich groß sind. Die Mehrheit derer, die den Bull/Bear-Index nach unten drückten, speist sich jedenfalls überwiegend aus ehemals neutral eingestellten Akteuren.
Schnell schrumpfende Kurzarbeit
Deutsche Firmen werden die Kurzarbeit einem Zeitungsbericht zufolge bald erheblich zurückfahren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet bis Ende Dezember mit einem Minus von fast 90 Prozent bei der Kurzarbeit. Verantwortlich dafür seien die Konjunkturerholung und die verbesserte Auftragslage in vielen Branchen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend
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