EUR USD (1,2585) Seit einiger Zeit ist es an den Finanzmärkten um Griechenland recht still geworden. Nun erhielten Marktteilnehmer zu Wochenbeginn zwei völlig unterschiedliche Eindrücke. Zum einen machte eine Publikation der britischen Analysegesellschaft CMA im Devisenmarkt die Runde. Zum anderen gab es Neuigkeiten seitens der griechischen Notenbank. Während die…
EUR USD (1,2650) Die Nachricht, dass Chinas staatliche Investmentagentur SAFE ihre großen Bestände an US-Anleihen nicht verkaufen (und womöglich einen Teil davon in Gold anlegen könnte), ist am Ende doch noch mit der Gleichgültigkeit behandelt worden, die sie in Wirklichkeit verdient. Eigentlich darf man dieses Statement genauso wenig ernst nehmen wie die Rechnung die ein FT-Journalist gestern aufmachte, als er der BoE ein glückliches Händchen bescheinigte, weil sie bei ihren Anleihekäufen im Rahmen der quantitativen Lockerung einen Buchgewinn von 10 Mrd. Pfund gemacht habe. Ein Gewinn, der jedoch nicht zu realisieren sein dürfte. Denn dafür müsste der Markt die von der Zentralbank erworbenen Bonds in Höhe von 200 Mrd. Pfund wieder aufnehmen. Ein Größenproblem, das die SAFE übrigens auch hätte. Selbst wenn der Dollaranteil der chinesischen Währungsreserven – er soll rund zwei Drittel der rund 2,4 Billionen USD betragen – nicht nur in US-Staatsanleihen angelegt ist, müsste man im Ernstfall immerhin auch Käufer für diese Papiere (ca. 1.500 Mrd. USD) finden. Wenn also die SAFE davon spricht, dass die Ausübung einer derartigen Option völlig unnötig sei, dann ist dies eine starke Untertreibung. Tatsächlich wäre die Agentur in einem solchen Fall eine der Hauptleidtragenden.
Und so war es schon ein wenig sonderbar, dass die Akteure gestern richtig erleichtert waren, als sie vom Statement der SAFE erfuhren. Die daraus resultierenden Dollarkäufe waren zwar kurzlebig, aber der Kursausschlag reichte aus, unsere bullishe Strategie zunichte zu machen. Trotzdem sehen wir Potential bis 1,2890 für den oberhalb von 1,2470 als stabil zu betrachtenden Euro.
USD JPY (88,30) Premierminister Kan, kann gar nicht oft genug betonen wie wichtig es ist, Japans Finanzen zu ordnen und wieder auf eine gesunde, solide Basis zu stellen. Dabei nimmt er kein Blatt vor dem Mund. Gestern warf er in einem Fernsehinterview sogar die Frage auf, wer wohl am meisten leiden würde, wenn Japan ähnliche Probleme erfahren würde wie Griechenland. Der Sozialstaat stehe auf dem Spiel, warnte er. Auch Finanzminister Noda hat derzeit alle Hände voll zu tun, den Bürgern die Dringlich- und Bedeutsamkeit seiner Steuerreformpläne zu vermitteln. Auf dem Programm steht unter anderem die Absenkung der Unternehmenssteuern. Als ob das nicht schon genug wäre, muss er jetzt eventuell die Finanzierung dieses Vorhabens neu berechnen. Denn Noda wurde gestern zur Kasse gebeten, ganz offiziell, vom obersten Gerichtshof. Bürger, die Erbschaftsteuer gezahlt haben und gleichzeitig Rentenbezüge aus einer Lebensversicherung besteuern mussten, erhalten einen Teil ihrer Abgaben zurück. Bis zu fünf Jahren kann die Rückerstattung reichen. Dies könnte für den Finanzminister ziemlich teuer werden. Diese langfristigen Effekte scheinen aber vom Devisenmarkt noch vernachlässigt zu werden. Wir beziffern das USD-Risiko derzeit bis 86,10/50. Mit einer nachhaltigen Erholung ist indes erst jenseits des 89,50er Widerstands zu rechnen.
EUR JPY (111,70) Japanische Exporteure reagieren auf die Euroschwäche und schrauben ihre Kalkulationsbandbreiten auf 110 – 115 Yen herunter. Unterdessen bewegt sich der Euro weiterhin innerhalb einer großen Konsolidierung (107,10 – 114,40) zwischen 109,10 und 112,85.
GBP USD (1,5180) Wie erwartet können Kabelpfunde mit EUR/USD nach wie vor nicht Schritt halten. Trotzdem sollte die 1,5275/95er Widerstandszone erreichbar bleiben. Über dieser Hürde, würde das Pfund allerdings dem übergeordneten Abwärtstrend entfliehen können. Unterstützungen finden sich derweil weiterhin bei 1,5070 und bei 1,4940.
AUD USD (0,8730) AUD konnten sich gestern weiter befestigen und die neutrale Zone nach oben verlassen. Weitere Kurssteigerungen sind nun jederzeit bis auf 0,8975 möglich (Zwischenwiderstand 0,8850). Unterstützung liegt derweil bei 0,8640, 0,8530 sowie 0,8595.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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