1 FX-Tagesausblick

FX: QE 2.0 on demand

EUR USD (1,3595) Obwohl alles argumentativ so klar scheint, muss gestern dennoch eine gewisse Ratlosigkeit unter den Händlern geherrscht haben, als der Euro – wiederum im Rahmen einer Mini Squeeze – knapp 1,36 USD erreichte. Die Positionen, die dabei aus dem Markt gespült…



 wurden, dürften indes keineswegs von Akteuren gestammt haben, die sich vorgestern über einen Artikel im Wall Street Journal aufgeregt haben könnten, wonach die Fed ihr potenzielles quantitatives Lockerungsprogramm nicht am Stück, sondern in Tranchen (dafür unbefristet) in der Größenordnung von 100 Mrd. USD pro Monat durchziehen könnte. FOMC-Mitglied James Bullard äußerte, die Fed könne so bei jeder Sitzung die Lage anhand neuer ökonomischer Daten überprüfen und gegebenenfalls handeln. „QE on demand“ sozusagen.
Dabei darf man sich durchaus fragen, nach welchen Maßstäben gute oder schlechte ökonomische Daten eingestuft werden. Womöglich nach dem Motto besser bzw. schlechter (als von der Mehrheit der Ökonomen) erwartet? Andererseits hinterließ gestern EZB-Mitglied Stark zum wiederholten Male den Eindruck, die außergewöhnlichen Maßnahmen der Zentralbank würden im vierten Quartal möglicherweise nicht verlängert. Was eigentlich ein Non-Event hätte sein sollen, hatte dieses Mal offenbar beschleunigende Euroaufwirkung. Da wir jedoch hinter dem Eurotrend langfristiges Kapital aus ausländischen (Zentralbank)Quellen und keineArgumente vermuten, würden wir nach Überwinden von 1,3595 nunmehr eine bullishe Strategie mit Kursziel 1,3835/45 eröffnen – Risikolimit 1,3540.

USD JPY (83,70)
Die Wirkung ihrer Interventionsaktion hat sich die BoJ wohl ein wenig anders vorgestellt. Anstatt den Yen in die Knie zu zwingen, sieht sie sich nun mit Kursen konfrontiert, die deutlich tiefer liegen als als kurz nach ihrem Eingriff in den Devisenmarkt. Noch schlimmer: Händler reden bereits von wesentlich tieferen Dollar-Niveaus und befürchten eine Häufung von Stopp-Loss-Orders, knapp unterhalb der aktuellen Niveaus. Der über raschend positiv ausgefallene Tankan-Bericht tatheute noch sein Übriges, um den Yen nach oben zu puschen. Und auch von anderer Seite strömt Positives in Sachen  Wirtschaftswachstum in den Markt. Das Japan Research Institute hob gerade seine Schätzung für das annualisierte Wirtschaftswachstum um 1,4 Prozent an. Der Grund: ein außergewöhnlich hoher Zigarettenkonsum. Ab Oktober erhöht sich nämlich die Tabaksteuer in Japan um 40 Prozent, was in den vergangenen Wochen zu Hamsterkäufen führte. In Rauch scheint sich auch die Interventionsaktivität aufgelöst zu haben. Unser Abwärtspotenzial bei 83,75 ist bereits erreicht worden. Nun ist vor dem Tief bei 82,85 bzw. vor der 81,25er Marke keine Unterstützung mehr zu sehen. Angebot wartet indes bei 84,40 und bei 85,00.

EUR JPY (113,80) Während sich der Euro unserem Kursziel bei 114,90 stetig nähert (darüber klafft eine große Angebotslücke bis 116,90), setzen wir das Risikolimit nun höher an und ziehen es auf 112,50 hoch.

GBP USD (1,5830) Unterm Strich war das, was es gestern aus GB zu hören gab, positiv. Für den kurzfristig orientierten Handel war dieser Umstand störend, da, wie wir glauben, potenzielle Pfund-Verkäufer auf negative Wirtschaftsnachrichten warteten. Ein schwacher Dollar machte diese Hoffnungen schnell zunichte, obgleich das Pfund anderen Hauptwährungen gegenüber hinterherlief. Für Kabelpfunde bleiben wir jedoch vorsichtig optimistisch und trauen dem Pfund noch etwas Aufwärtspotenzial bis 1,5950/60 zu. Unterstützung bei 1,5645 sichert gegenwärtig das (geringe) Aufwärtsmomentum.

AUD USD (0,9685) Der A-$ erreichte gestern unseren ersten Potenzialpunkt bei 0,9665. Hernach winken weitere Kursgewinne bis 0,9760/85. Erste Unterstützung wartet bei 0,9600, während die kritische Marke bei 0,9520 liegt. Hierunter stünden erste Korrekturen an.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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