1 FX-Tagesausblick

FX: Oben wie unten

EUR USD (1,2880) Wer noch vor ein paar Tagen den Euro abgeschrieben hatte, wurde gestern wieder einmal eines  esseren belehrt. Wie zuletzt beim Euro-Verfall, passten sich die Nachrichten auf wundersame Weise ins Kursbild ein. Klar, dass man Basel III feiern musste, frei nach dem Motto „das war nicht so streng wie erwartet“. .

Wobei die starke Wahrnehmung dieser Story vor allem der positiven Reaktion der Aktienmärkte zu verdankten ist. Wird der Börsenmonat September womöglich gar nicht so schwach ausfallen wie befürchtet? Und wenn dann auch noch die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für Deutschland „verdreifacht“ – wir sprechen jetzt von 3,4 Prozent – braucht man sich nicht wundern, wenn einige Händler noch einmal so richtig wach gerüttelt werden. Denn eigentlich hatte man sich doch schon an gute Prognosen für Deutschland so sehr gewöhnt, dass die meisten vor ein paar Tagen bei derselben Zahl noch abgewinkt hätten, diese Neuigkeit sei doch bereits in den Kursen enthalten. Ja, selbst der Artikel des Wall Street Journal zur Lage der europäischen Banken, in der vergangenen Woche noch Auslöser für massive Euroverkäufe, ist mittlerweile relativiert. Bei aller Freude, die vermutlich erst als Folge des gestiegenen Euro entstanden ist, bleibt der Euro immer noch in seiner Konsolidierungszone  (1,2610 – 1,2915), wobei nach Verlassen dieses Feldes eher mit einem false break (Potenzial im Extremfall bis 1,3045) zu rechnen ist. Denn für einen Trend fehlen großen Schieflagen und langfristige Nachfrage.
USD JPY (83,35)  Heute könnte bereits der sechste japanische Premier der letzten vier Jahre gewählt werden. Oder noch besser: Es wäre gleichzeitig der dritte Amtsinhaber, seitdem die DPJ die Regierungsgeschäfte in Japan über- nommen hat – vor gerade einmal einem Jahr! Diese, italienisch anmutenden Verhältnisse, schaffen nicht gerade die besten Rahmen- bedingungen für Investoren. Entsprechend hat sich Unsicherheit in den Anleihekursen nieder- geschlagen. Seit Ichiro Ozawa seine Kandidatur Ende August bekanntgab, stiegen die Renditen 10-jähriger Papiere um einen Viertelprozent- punkt. Der Wahlausgang wird also – wenn überhaupt – vermutlich größere Auswirkungen auf den Anleihemarkt (Eindeckungswelle falls Naoto Kan gewinnt), als auf den USD-JPY-Kurs haben. Für den USD besteht nach wie vor Abwärtsrisiko bis in die 82,85/83,05er Zone. Der Stabilitätsanker liegt nun bei 84,80.

EUR JPY (107,35) Steuermehreinnahmen könnte Japan zur Haushaltssanierung gut gebrauchen. Eine gesunde Bevölkerung ebenfalls. Was liegt also näher als die Tabak- steuer zu erhöhen? Potenzial ist ausreichend vorhanden. In Japan kostet ein Päckchen Zigaretten nur die Hälfte dessen, was man beispielsweise in New York bezahlen muss. Dies könnte nach den Wahlen sicherlich Thema werden. EUR/JPY-Händler warten gleichfalls auf den Wahlausgang. Das Währungspaar handelt in einer neutralen Spanne, die allerdings keine klaren Grenzen aufweist. Die nächsten Wider- stände liegen bei 108,50 und 109,20, während Unterstützungen bei 106,70 und 105,45 liegen.

GBP USD (1,5400) Seit 14 Tagen dominiert Seitwärtshandel, der jedoch Teil eines Boden- bildungsprozess ist. Während die Händler Nach- richten meist negativ auslegen, macht sich dies kaum in den Kursen bemerkbar. Um eine deutliche Erholung jenseits von 1,58 USD anzustoßen, ist weiterhin ein Überwinden der 1,5530er Marke erforderlich. Wichtige Unter- stützung liegt indes bei 1,5265/75.

AUD USD (0,9330) Der A-$ bleibt auf Kurs: Das Potenzial reicht nach wie vor bis 0,9380/90. Jenseits davon rechnen wir mit weiteren Kurs- gewinnen bis 0,9515. Unterstützung dürfte sich derweil bei 0,9265 und 0,9190 entfalten – ein Bruch letzterer Marke nähme der aktuellen Er- holung aber zunächst einmal ihre Dynamik.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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