1 FX-Tagesausblick

FX: Nie wieder Euro-Krise! Euro-Schwäche auch nicht?

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EUR USD (1,2990)     So langsam würden viele Europäer gerne wissen, ob die Finanz- und Wirtschaftskrise nun endlich vorbei ist oder nicht. Klare Aussagen sind rar. Gestern ließen sich immerhin einige Kommen tare von Bundeskanzlerin Merkel einfangen. Zumindest Deutschland sieht sie wieder auf .Wachstumskurs. und glaubt, dass .ein großes Stück des Weges .

geschafft. sei. Heißt das, wir befinden uns noch mitten in der Ausfahrt . also noch in der Krise? Sie hält es auch für wichtig, deutlich zu machen, dass sich eine Krise des Euro nicht wiederholen darf. Daran zu glauben, wäre geradezu naiv. Merkel reduziert die Euro-Krise natürlich nicht nur auf den Wertverfall der Währung. Ein Großteil der europäischen Bevölkerung lässt sich aber leider dazu hinreißen, Euro Schwäche und Euro-Krise gleichzusetzen. Das zeigt sich immer wieder in Umfragen. So auch in einer gestern vom US German Marschall Fund und der im italienischen Compagnia di San Paolo veröffentlichten Erhebung, die unter 13.000 Europäern durchgeführt wurde. 55 Prozent von ihnen äußerten eine negative Einstellung zur Heimatwährung. An der Spitze lagen die Franzosen mit 60 Prozent. Auch in Deutschland zeigte sich mit 53 Prozent ein Großteil unzufrieden. Auch hier wurde wieder deutlich, dass Zufriedenheit eng mit der Kursentwicklung verknüpft wurde. Das ist auch die einzige Information, die Bürger immer schnell verfügbar haben und einfach verarbeiten können. Ginge es aber nur danach, hätten wir wohl nie eine Einheitswährung bekommen.
D er Euro pendelt sich derzeit bei der 1,30er Marke ein. Schafft er den Sprung über die 1,3045er Hürde, würden wir eine bullishe Strategie fahren und auf weitere Kurssteigerungen setzen. Danach darf jedoch nicht mehr die 1,30er Marke (Risikolimit) geschnitten werden.

USD JPY (85,30)  Von den gestrigen Interventionen sind vor allem die lebhaften Diskussionen der Akteure über deren Sinnhaftig- keit übrig geblieben. Im Gegensatz zu früheren Interventionen, etwa während der Jahre 2002 bis 2004, wo die meisten Händler und Analysten (fälschlicherweise) einer Zentralbank noch die Stärke zugeschrieben hatten, selbst einen größeren Trend durch Interventionen umzukehren, hat sich diese Haltung inzwischen verändert. Die Mehrheit der Kommentatoren zweifelt nicht nur am nachhaltigen Erfolg des gestrigen, auf zwei Billionen Yen geschätzten Schritts. Vielmehr versucht man vieles zu relativieren. So scheint zwar die Höhe der Intervention rekordverdächtig. Wenn man jedoch bedenkt, dass vor noch nicht allzu langer Zeit japanische Investoren einen ähnlich hohen Betrag innerhalb einer Woche für ausländische Bondkäufe aufbrachten, kommt man jedoch ins Grübeln. Auch wenn sich aus Europa Jean-Claude Juncker beklagt, der Markteingriff sei international nicht abgestimmt gewesen, ist im Ernstfall kaum mit der Hilfe anderer Zentralbanken zu rechnen. Immerhin wurde mit der gestrigen Aktion den Exporteuren vor dem Halbjahresabschluss etwas geholfen, ohne dass dabei jedoch der 85,70er Widerstand bislang geknackt wurde . weitere Abgaben sind bei 86,95 zu erwarten. Die Unterseite ist im formal stabilen Umfeld bei 84,35 (weich) und 82,85/83,05 unterstützt.

EUR JPY (110,80) Wir notieren Potenzial bis 112,90/95 (114,90), wobei die Unterseite jedoch mit 109,60 und 108,25 nur schwache Nachfrage aufweist.

GBP USD (1,5605) Bei genauem Hinsehen hat sich die Qualität des UK-Arbeitsmarktes trotz gestiegener Arbeitslosigkeit verbessert. Aber die Kabel-Rallye ist wohl eher einer Dollarschwäche geschuldet. Unter dem Strich erwarten wir eine Trendfortsetzung bis 1,5715, danach bis 1,5800. Die Qualität der Unterstützungen bei 1,5530 und
1,5485 hat sich indes verbessert.

AUD USD (0,9355) Gestern konnten AUD zwar keine Fortschritte machen, das Umfeld bleibt dennoch positiv: Das Potenzial reicht bis 0,9515 (danach 0,9680). Erst ein Bruch der 0,9260er Unterstützung würde den Erholungsdrang zunächst einmal unterbrechen. Die erste gute Unterstützung danach wartet bei 0,9170.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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