1 FX-Tagesausblick

FX: Keiner traut dem Euro etwas zu

EUR USD (1,2790)   Die (Risiko-)Freude war vermeintlich groß – denn die Weltwirtschaft brummt: In China war es die gute Einkaufsmanagerumfrage und in Australien ein Wirtschaftswachstum, das ….

so gut ist, wie zuletzt vor zwei Jahren. Zugegeben die gestrigen Arbeitsmarktdaten aus den USA seitens der privaten Agentur ADP haben nicht ins Bild gepasst.
Aber sie wurden gleich wieder wettgemacht von einem günstigen USISM-Index, auch wenn dieser im Detail längst nicht durchweg rosig aussah. Der Impuls für die gestrige Euro-Rallye wird vermutlich einen anderen Ursprung haben (China vielleicht?), das Gros der Akteure begn ügte sich jedoch damit, sie mit den positiven Daten zu erklären.
Allerorten ist man sich gleichzeitig sicher: Auch dieser Anflug von Risikobereitschaft wird nicht von Dauer sein. Die Händler wiesen schon auf potenzielle Negativ-Überraschungen hin, z.B. schwache Konjunkturzahlen oder die heutige EZB-Sitzung. Dabei würde etwa eine Verlängerung der außergewöhnlichen Liquiditätshilfen niemanden sonderlich
verschrecken – es gilt nahezu als ausgemachte Sache und wird selbst von Dauer-Falke und Bundesbankpräsident Axel Weber befürwortet.
Offenbar wurden viele kurzfristig aktive Euro-Bären gestern zur Aufgabe gezwungen. Sie lauern aber schon wieder darauf, den Euro im Falle weiterer Stärke zu verkaufen – etwa bei der Oberkante der Konsolidierungszone bei 1,2915. Wir geben allerdings zu Bedenken, dass diese Marke womöglich nicht standhalten wird. Erst bei 1,2970 oder 1,3045
könnte sich die Bewegung wieder umkehren und in einen false  break münden, der den Euro wieder in Richtung 1,2610 und tiefer bringen dürfte. Denselben Effekt hätte es übrigens, sofern die Einheitswährung sofort abtaucht und heute schon die 1,2660er Marke reißt.

USD JPY (84,20)  Die Chancen für die USD-Bullen stehen nicht schlecht, doch noch aus dem Schlammassel herauszukommen. Sofern sie bis zum 14. September durchhalten können. Und sofern an diesem Tag Ichiro Ozawa die Wahlen zur Chefposition der Demokratischen Partei gewinnt. Denn Letzterer will dem starken Yen ja als erstes ein Ende bereiten. Allerdings wäre aber auch damit zu rechnen, dass der Markt nicht gerade euphorisch auf einen zweiten
Wechsel im Ministerpräsidentenamt innerhalb von 12 Monaten reagieren wird. Denn mit einem neuerlichen Politikwechsel nach den Sparbemü-hungen des derzeitigen erst drei Monaten im Amt befindlichen Premiers Naoto Kan, ergäbe sich für die Unternehmen erneut Planungsunsicherheit.
Dass der USD unterdessen nicht weiter abgedriftet ist, verdankt er den kurzfristigen Händlern. Denn das Gros von Ihnen hat sich in der Vorwoche erwartungsgemäß nicht von seinen Dollar Long-Positionen getrennt, wie die jüngsten Zahlen der Margin-Engagements an der TFX zeigen. Interessant ist in diesem Zusammenhang aber auch, dass eine wichtige Stütze für den Greenback, die Käufe ausländischer Anleihen seitens japanischer Investoren, im gleichen Zeitraum (verglichen mit den gut 25 Mrd. USD schweren Käufen der zweiten Augustwoche) geradezu eingebrochen ist.
Trotzdem können wir derzeit gewisse Konsolidierungsbestrebungen oberhalb von 83,60 (darunter Risiko bis 81,90) feststellen.
Kurzfristige Stabilität ist dagegen jetzt oberhalb von 86,40 angezeigt.

EUR JPY (107,70)
Die Unterseite bleibt offen bis 105,10 mit Zwischennachfrage bei 106,80. Widerstände liegen bei 108,90 und 110,10, wovon Ersterer den Punkt für kurzfristige Stabilität darstellt.

GBP USD (1,5440) Von der gestrigen Euro-Erholung hat auch das Pfund profitiert und konnte sogar stabiles Terrain erreichen.
Allerdings ist mehr Aufwärtsdynamik erst nach Überschreiten von 1,5560 zu erwarten. In der Folge bleiben wir neutral mit der besten Unterstützung bei 1,5330.

AUD USD (0,9070)
Beim gestern starken Austral-Dollar haben sich die Unterstützungen bei 0,9020 und 0,8950 verbessert. Um weitere Kurssteigerungen (>0,9220) auszulösen, müsste jedoch 0,9140 überwunden werden.

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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