1 FX-Tagesausblick

FX: Hilfe aus China

EUR USD (1,2705) Erneut konnte man gestern zusehen, wie der Euro sich ein zweites Mal der Untergrenze seiner Konsolidierungszone näherte – am Ende mussten sich die Pessimisten jedoch geschlagen geben….

Vermutlich nicht wegen der guten deutschen Arbeitsmarktdaten, denn an denen krittelten die Kommentatoren sogleich herum, man müsse unter anderem mit Blick auf die Teilzeitstellen die Qualität dieser Zahlen näher betrachten. Andere wiederum fühlten sich fast schon gelangweilt, weil Deutschland wieder einmal ein gutes ökonomisches Datum zu liefern hatte. Neben einigen US-Zahlen, von denen der Chicago PMI zwar schlechter als erwartet, aber (Gott sei dank) immerhin nicht den ominösen Wert von 50 unterschritten hatte, wurde dem Protokoll der Fed-Sitzung vom 10. August mancherorts übertrieben starkes Interesse zuteil. Dass das Ergebnis dieser Sitzung des Offenmarktausschusses weitaus umstrittener war als ursprünglich geglaubt, ist doch längst bekannt und durch Ben Bernankes Statement in Jackson Hole auch schon überholt.
Der Ausschlag für die gestrige Erholung dürfte am Ende ein Statement des chinesischen Premiers Wen gewesen sein, der in Aussicht gestellt hatte, China würde Spanien (dessen Premier dort zu Gast ist) und implizit dem Euro im Zweifel helfen. Dass unterdessen gerüchteweise der Zentralbankpräsident Zhou verschwunden sein soll, schien indes niemand zu irritieren. Man stelle sich einmal eine vergleichbare Situation in Europa vor: Der Euro befände sich vermutlich nicht mehr in seiner Konsolidierungszone zwischen 1,2610 und 1,2915, wenn alle Welt fieberhaft auf der Suche nach dem EZB-Präsidenten wäre.

USD JPY (84,35)
  Ichiro Ozawa, der Rivale Naoto Kans um das Amt des Parteichefs der Demokratischen Partei, nutzt die Sorge der Japaner über den starken Yen für seinen Wahlkampf: Er würde alle Mittel in Betracht ziehen, um den steigenden Yen einzudämmen – auch Interventionen.
Daneben lockt er mit einer spendierfreudigen Wirtschaftspolitik. Ministerpräsident Kan hingegen setzt unter anderem auf eine Erhöhung der Umsatzsteuer. Allerdings drängt die Zeit: Der Yen ist nach wie vor fest und wir erwarten sogar weitere Stärke bis 81,90. Um Stabilität zu erlangen, müsste der Dollar schon die 86,40er Hürde beiseite räumen (Zwischenwiderstand: 85,15).

EUR JPY (107,15)
Bei 105,10 hat der Euro zwar noch die Chance auf Konsolidierung.
Darunter drohen aber neue Tiefs (104,10).
Widerstand hat sich andererseits bei 107,90 und 108,85 formiert.

GBP USD (1,5385)
Zentralbank-Chef Mervyn King wird nicht sonderlich begeistert sein über die jüngsten Umfrageergebnisse von You-Gov: Demnach sind die Inflationserwartungen (auf 12-Monats-Sicht) in der breiten Öffentlichkeit wieder gestiegen – und zwar von 2,7 Prozent im August auf nun 2,9 Prozent. Die Erwartungen für die nächsten fünf bis zehn Jahre blieben hingegen stabil bei 3,3 Prozent – auch das weit über dem langfristigen Ziel der Notenbank von nur 2 Prozent. Vermutlich wird King auch in Zukunft weitere Briefe wegen zu hohen Preisdrucks an den Schatzkanzler schreiben müssen. Einziger Trost: Mit Deflationsängsten schlagen sich die Briten zumindest nicht herum.
Unterdessen ist gestern eingetreten, was wir befürchtet hatten: Nach Versagen der Unterkante seiner schmalen Konsolidierungszone fiel das Pfund auf ein neues Korrekturtief. Die aktuelle Schwäche könnte sich nun bis auf 1,5280/85 und darunter bis 1,5200 fortsetzen.
Ein erstes gutes Zeichen wäre ein Sprung über die 1,5430er Marke, aber mit neuem Schwung rechnen wir erst oberhalb von 1,5535.

AUD USD (0,8975)
Wir behalten unsere neutrale Haltung für AUD auch heute bei. Widerst ände sind bei 0,9020 und 0,9080 anzusetzen.
Die besten Unterstützungen warten indes bei 0,8860 und 0,8730 (kritisch).

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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