1 FX-Tagesausblick

FX: Florierender Export lässt sich nicht erzwingen

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EUR USD (1,3125)         Auf die Frage, wie Staaten die in den vergangenen Jahren in die Krise geschlittert sind, wieder dauerhaft ihren Haushalt sanieren und Probleme wie beispielsweise hohe Arbeitslosigkeit in .

den Griff bekommen könnten, scheint es nur eine Antwort zu geben: durch Exportgeschäfte. Die jüngsten Kommentare von ranghohen Offiziellen erwecken jedenfalls den Eindruck, als gäbe es keine Alternative. Ex-US-Finanzminister Larry Summers behauptet sogar, sie seien der wichtigste Faktor, um Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze zu generieren, weshalb die Regierung plant, die Exporte in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Selbst bei den südeuropäischen Staaten, die am meisten durch die Krise gebeutelt wurden, steht der Export ganz oben auf der To-Do-Liste. Bei Schwellenländern sowieso. Grundvoraussetzung für dieses .Geschäftsmodell. . das wissen alle Beteiligten . sind nicht allein gute Produkte oder Dienstleistungen. Es ist vor allem ein relativ niedriger Wechselkurs. Genau um diesen Vorteil wird derzeit allerorts gekämpft. Japan tut es ganz offiziell, ist aber mit seinen Interventionen weitestgehend auf sich alleine gestellt. Die USA versuchten es bislang durch die Blume, verschärfen nun aber spürbar den Ton gegenüber China. Und Euroland? Ein hoher Euro ist sicherlich nicht das Problem.
Verständlich, dass sich derzeit viele am Export-Erfolgsmodell Deutschland orientieren. Dort scheint momentan alles zu stimmen: Wechselkurs, Produkte und globaler Abnahmehunger. Diese ideale Kombination lässt sich aber leider nicht beliebig reproduzieren und schon gar nicht erzwingen. Und Nachfrage ist ebenfalls nicht unbegrenzt verfügbar. Da dem Euro der Sprung über unseren Auslöser gelang, visieren wir nun ein Kursziel bei 1,3290 an. Das Risikolimit belassen wir bei 1,3000.
USD JPY (85,70)  Auch gestern überwog die Suche nach Argumenten gegen die bisherige Strategie der Zentralbank ganz deutlich. Angefangen damit, die BoJ verfüge nicht über genügend Munition, um Markteingriffe in dieser Stärke fortzusetzen, verweisen Analysten darauf, dass die Finanzierung solcher Interventionen über kurzfristige Schuldtitel (so genannte FX. Financing Bills) gesetzlich gedeckelt sei. Von den daraus theoretisch verfügbaren Mitteln von 145 Billionen Yen sind jedoch immer noch 33 Billionen übrig, was für gut 15 weitere Interventionsrunden in der jüngsten Größenordnung reichen würde. Weitere Kommentare bezweifeln, ob ein schwächerer Yen überhaupt Japans Wirtschaft helfen würde. Bei dieser doch recht einseitigen Gemengelage wundert es dennoch, dass der Markt nicht schon längst wieder auf den Dollar eingedroschen hat. Wo sind denn die Spekulanten, die bei derlei Anlässen in der Vergangenheit die Notenbank angeblich zum Tanz gebeten haben? Anscheinend ist der Respekt vor der Zentralbank trotz deren mutmaßlich schlechten Karten (noch) zu hoch. Dennoch liegen bei 86,10 und 86,95 gute Widerstände, während die Unterseite aufgrund der wenigen Unterstützungen bei 84,85 (weich) und 82,85/83,05 relativ offen scheint.

EUR JPY (112,50) Wir sehen Potenzial bis 112,90/95, danach bis 114,90. Die Unterseite bleibt dünn mit Unterstützungen bei 111,10 und 109,60.

GBP USD (1,5680) Auch wenn der Rückgang bei den Einzelhandelsumsätzen im August samt Juli-Abwärtsrevision auf ein Ende der starken Ergebnisse der Vormonate im Einzelhandel deutet, zeigten sich Pfunde gegenüber dem gleichzeitig schwächelnden Dollar unbeeindruckt. Wir erwarten eine Trendfortsetzung bis 1,5800/20 . leichter Zwischenwiderstand liegt bei 1,5715. Gute Unterstützung liegt indes bei 1,5535 . Schwäche ist nur unter 1,5420 zu erwarten.

AUD USD (0,9445) Der Austral-Dollar hat weiterhin die Chance bis auf 0,9515 (aktuelles Potenzial) und danach bis 0,9680 zu steigen. Unterstützung wartet heute bei 0,9390. Aber erst ein Bruch der 0,9260er Marke würde die derzeitige Aufwärtsdynamik vorerst zunichtemachen.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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