1 FX-Tagesausblick

FX: Ein Traum vom deutschen Schweizer Franken

  • Home
  • Focus
  • FX: Ein Traum vom deutschen Schweizer Franken

EUR  USD  (1,2710)       Eigentlich hätte es niemanden überraschen dürfen, dass die mannigfaltigen Probleme in der Eurozone noch längst nicht gelöst sind. Aber mehrere, gestern früh ins Bewusstsein der Akteure gerückte Artikel im Wall Street Journal trafen offenbar auf den richtigen Nährboden, um….

 zumindest kurzfristig orientierten Euro- Optimisten den Garaus zu machen. Kommentare, die wahrscheinlich unter anderen Umständen ein nicht so starkes Interesse hervorgerufen hätten. Natürlich kann man argumentieren, der Euro habe vorgestern ohnehin nicht die Obergrenze seiner immer noch zumindest pro forma vorhandenen Konsolidierung geknackt, so dass sich die bis dahin weithin gehandelte Risikofreude schlagartig ins Gegenteil verwandelt hat. Interessanterweise ist mit der damit aufgeflammten Suche nach sicheren Häfen wieder die (unsinnige) Diskussion entbrannt, ob Deutschland mit einer eigenen Währung allein und ohne Europa ökonomisch besser gefahren wäre. Dieser damit oftmals verbundene heimliche Wunsch einiger Akteure, hat dabei seltsame Blüten getrieben.
So wird heute in der FT der Schweizer Franken als Ersatz für eine nicht mehr existente D-Mark ins Spiel gebracht. Abgesehen davon, dass schon in ökonomischer Hinsicht ein Vergleich Schweiz-Deutschland umstritten wäre, ist der Franken als sicherer Hafen für alle risikoaversen Marktteilnehmer zu klein. Und so ist die Liebe zum Schweizer Franken als D-Mark-Proxi nicht mehr als eine psychologische Rechtfertigung. Der Euro, mit dem wir es auch heute zu tun haben werden, sieht innerhalb seiner schlecht gestützten Konsolidierung (1,2610.1,2915) angeschlagen aus und zeigt darüber hinaus ein Risiko bis 1,2460.

USD JPY (83,45)  Sowohl die Interventionsgl äubigen als auch diejenigen, die keine Yen-Schwächungsmaßnahmen erwarten, bekamen in den letzten 24 Stunden gute Argumente an die Hand. Die japanischen Daten heute Morgen etwa: Die Maschinenbauaufträge fielen stärker aus als erwartet . das könnte ein Zeichen sein, dass die Unternehmen sich allmählich mit dem gestiegenen Yen arrangieren. Gegenargument: Es ist ein höchst volatiles Datum. Daneben sorgten die jüngsten Äußerungen des Notenbankchefs und des Finanzministers für Diskussionsstoff.
Ersterer gab zu bedenken, dass die Behörden die Devisenkurse nicht kontrollieren könnten . das klingt nicht nach baldigen Interventionen.
Aber der Finanzminister sprach von einer besorgniserregenden Kursentwicklung, gegen die man entschlossen vorgehen werde, falls nötig. Sein Staatssekretär ergänzte, dass bereits Vorbereitungen für Eingriffe im Markt getroffen würden. Offenbar sind sich die Behörden uneins über das weitere Vorgehen. Yen-Bären hatten heute früh das Nachsehen: Die Unterkante der Konsolidierungszone bei 83,60 wurde gerissen . danach fiel der Dollar auf ein neues 15-Jahrestief. Das Risiko reicht gar bis 81,90/2,00. Selbige Marke würden wir als bearishes Kursziel nutzen, sollte der Verkauf 30 Stellen vor dem 84,15er Widerstand (gleichzeitig Risikolimit) gelingen.

EUR JPY (106,00) Seitwärts: Widerstand wartet bei 107,25 und 108,40 . Unterstützung bei 105,10 und 103,10.

GBP USD (1,5370) Gestiegene Lebensmittelpreise in Großbritannien befeuerten zwar den Preisdruck im August . deswegen sollte man aber keine geldpolitischen Konsequenzen erwarten, denn die schwache Lage am Arbeitsmarkt zügelt sämtliche Inflationsrisiken. Erst gestern wurde bekannt, dass der Stellenzuwachs so gering wie seit zehn Monaten nicht mehr ausfiel. Ohnehin sind die Akteure dem Pfund derzeit nicht wohl gesonnen. Das könnte ihm Dynamik im Falle eines Bruchs von 1,5520 verleihen. Selbiges würden wir mit einer bullishen Strategie begleiten (Kursziel 1,5800; Risikolimit 1,5420). Unterstützung liegt derweil bei 1,5280.

AUD USD (0,9120) Das Erholungspotenzial ist unverändert bis 0,9220 anzusetzen (darüber nochmals 100 Stellen). Nun sollte allerdings die Unterstützung bei 0,9030 nicht mehr unterlaufen werden.

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


Disclaimer

Die auf dieser Website abgebildeten Grafiken, Bilder, Texte und sonstigen Darstellungen entsprechen unserem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung. Spätere Änderungen behalten wir uns vor. Alle Angaben und Quellen werden sorgfältig recherchiert. Dennoch behalten wir uns trotz größter Sorgfalt und Prüfung einen Irrtum in Bezug auf den Inhalt, insbesondere Zahlenangaben, Kurse und Statistiken, ausdrücklich vor. Wir schließen jegliche Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Benutzung dieses Berichts entstehen, aus. Für Irrtümer übernehmen wir keine Haftung. Im Falle von Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit sowie von sonstigen Schäden, die auf einer vorsätzlichen oder grob fahrlässigen Pflichtverletzung beruhen, verbleibt es bei der gesetzlichen Regelung. Die bereitgestellten Informationen stellen zudem keinerlei Form der Handelsempfehlung oder -beratung oder die Empfehlung zur Vornahme einer Anlageentscheidung dar. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Risiken im Wertpapier- und Währungshandel mit der jeweiligen Hausbank oder Broker abgestimmt und geklärt werden müssen. Unsere Informationen ersetzen nicht die Beratung durch einen Anlageberater.

EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


Newsletter
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.
Ich habe gelesen Privacy & Cookies Policy und ich stimme der Verarbeitung meiner persönlichen Daten für die darin genannten Zwecke zu.