EUR USD (1,2710) Eigentlich hätte es niemanden überraschen dürfen, dass die mannigfaltigen Probleme in der Eurozone noch längst nicht gelöst sind. Aber mehrere, gestern früh ins Bewusstsein der Akteure gerückte Artikel im Wall Street Journal trafen offenbar auf den richtigen Nährboden, um….
So wird heute in der FT der Schweizer Franken als Ersatz für eine nicht mehr existente D-Mark ins Spiel gebracht. Abgesehen davon, dass schon in ökonomischer Hinsicht ein Vergleich Schweiz-Deutschland umstritten wäre, ist der Franken als sicherer Hafen für alle risikoaversen Marktteilnehmer zu klein. Und so ist die Liebe zum Schweizer Franken als D-Mark-Proxi nicht mehr als eine psychologische Rechtfertigung. Der Euro, mit dem wir es auch heute zu tun haben werden, sieht innerhalb seiner schlecht gestützten Konsolidierung (1,2610.1,2915) angeschlagen aus und zeigt darüber hinaus ein Risiko bis 1,2460.
USD JPY (83,45) Sowohl die Interventionsgl äubigen als auch diejenigen, die keine Yen-Schwächungsmaßnahmen erwarten, bekamen in den letzten 24 Stunden gute Argumente an die Hand. Die japanischen Daten heute Morgen etwa: Die Maschinenbauaufträge fielen stärker aus als erwartet . das könnte ein Zeichen sein, dass die Unternehmen sich allmählich mit dem gestiegenen Yen arrangieren. Gegenargument: Es ist ein höchst volatiles Datum. Daneben sorgten die jüngsten Äußerungen des Notenbankchefs und des Finanzministers für Diskussionsstoff.
Ersterer gab zu bedenken, dass die Behörden die Devisenkurse nicht kontrollieren könnten . das klingt nicht nach baldigen Interventionen.
Aber der Finanzminister sprach von einer besorgniserregenden Kursentwicklung, gegen die man entschlossen vorgehen werde, falls nötig. Sein Staatssekretär ergänzte, dass bereits Vorbereitungen für Eingriffe im Markt getroffen würden. Offenbar sind sich die Behörden uneins über das weitere Vorgehen. Yen-Bären hatten heute früh das Nachsehen: Die Unterkante der Konsolidierungszone bei 83,60 wurde gerissen . danach fiel der Dollar auf ein neues 15-Jahrestief. Das Risiko reicht gar bis 81,90/2,00. Selbige Marke würden wir als bearishes Kursziel nutzen, sollte der Verkauf 30 Stellen vor dem 84,15er Widerstand (gleichzeitig Risikolimit) gelingen.
EUR JPY (106,00) Seitwärts: Widerstand wartet bei 107,25 und 108,40 . Unterstützung bei 105,10 und 103,10.
GBP USD (1,5370) Gestiegene Lebensmittelpreise in Großbritannien befeuerten zwar den Preisdruck im August . deswegen sollte man aber keine geldpolitischen Konsequenzen erwarten, denn die schwache Lage am Arbeitsmarkt zügelt sämtliche Inflationsrisiken. Erst gestern wurde bekannt, dass der Stellenzuwachs so gering wie seit zehn Monaten nicht mehr ausfiel. Ohnehin sind die Akteure dem Pfund derzeit nicht wohl gesonnen. Das könnte ihm Dynamik im Falle eines Bruchs von 1,5520 verleihen. Selbiges würden wir mit einer bullishen Strategie begleiten (Kursziel 1,5800; Risikolimit 1,5420). Unterstützung liegt derweil bei 1,5280.
AUD USD (0,9120) Das Erholungspotenzial ist unverändert bis 0,9220 anzusetzen (darüber nochmals 100 Stellen). Nun sollte allerdings die Unterstützung bei 0,9030 nicht mehr unterlaufen werden.
Quelle: Cognitrend – Exklusiv für Deutsche Bank
Disclaimer
USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
Newsletter




