1 FX-Tagesausblick

FX: Akteure suchen Argumente gegen den Euro

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EUR  USD  (1,2825)       Die EZB-Pressekonferenz war keine Überraschung.
Einige Akteure versuchten dennoch, eine aus ihr zu machen – eine negative nämlich. EZB-Chef Jean-Claude Trichet gab bekannt, dass die Banken ….


über das Jahresende hinaus weiterhin unbeschränkt Liquidit ät erhalten können. Der ein oder andere Kommentator argwöhnte zwar, das bedeute, die Eurozone habe schwerwiegende Probleme, aber dieses
Vorgehen kann man den Notenbankern schwerlich negativ auslegen.
Schließlich war dieser Schritt weithin erwartet worden. Darüber hinaus krittelten manche, dass Trichet leichte Abwärtsrisiken bei der neuen Wachstumsprognose der Notenbank-Ökonomen sieht. Dass die Aufwärtsrevision
– von 1,0 auf 1,6 Prozent für 2010 – für viele Marktteilnehmer überraschend kräftig ausfiel, wurde indes geflissentlich ignoriert. Zu guter Letzt wurde bemängelt, die Chancen für eine Zinserhöhung stünden schlecht, solange die Krisenmaßnahmen aufrechterhalten würden. Ja, richtig, aber die Mehrheit der Volkswirte rechnet ohnehin
nicht vor dem vierten Quartal 2011 mit einer ersten Zinserhöhung der Europäischen Notenbank, wie jüngste Umfragen belegen.
Es ist eindeutig: Viele Händler versuchten, die EZB-Entscheidung in schlechtem Licht zu sehen, um Argumente gegen den Euro zu sammeln.
Gelungen ist ihnen das nicht, denn der Euro rückte kaum von seinem zuletzt markierten Erholungshoch ab. Derzeit präsentiert er sich so stabil, dass ein Ausbruch an der Oberseite seiner Konsolidierung (1,2915) immer wahrscheinlicher wird. Danach warten Widerstände bei 1,2970 und 1,3045 (mögliche Wendepunkte im Falle eines false break). Sollte er
wider Erwarten jedoch sofort abtauchen und die 1,2660er Unterstützung reißen, stünde weitere Schwäche bis 1,2610 und tiefer an.

USD JPY (84,30)
  Je näher der Wahltermin rückt, desto bissiger werden die Kommentare, die Premier Naoto Kan und sein Herausforderer Ichiro Ozawa einander zuwerfen. Letzterer solle sich um die Untersuchungen kümmern, die gegen ihn laufen und für schnelle Aufklärung sorgen, stichelte Kan gestern. Er wiederum, konterte Ozawa, würde Politik im Stil der LDP betreiben und Bürokraten entscheiden lassen. Wie die Kandidaten die Yen-Stärke konkret in den Griff bekommen wollen, bleibt bei solchen Dialogen natürlich auf der Strecke. Klar ist, dass besonders Japans Exportsektor ungeduldig auf Hinweise wartet. Eine im August vom Handelsministerium durchgeführte Umfrage unter 200 Unternehmen zeigt, was bei einer Stagnation des Dollars um 85 Yen zu erwarten sein wird: 39 Prozent aller Befragten würden Entwicklung und Produktion ins Ausland verlagern.
Die Regierung steht also unter Zugzwang.
Klar ist, ein Interventionsalleingang würde keine dauerhafte Linderung bewirken. Für eine konzertierte Yen-Schwächungsaktion hingegen scheint angesichts der vielen anderen Probleme, die andere Zentralbanken weltweit beschäftigen, nicht der beste Zeitpunkt zu sein. Dennoch sind beim USD derzeit Konsolidierungsbestrebungen oberhalb von 83,60 (darunter Risiko bis 81,90) festzustellen. Stabilität ist aber erst jenseits von 86,40 gegeben.

EUR JPY (108,05)
Die 105,10er Marke stellt eine mögliche Konsolidierungsunterkante dar. Nachfrage findet sich zuvor bei 106,80.
Stabilität wird nicht vor 108,90 erreicht werden.
Darüber würden Korrekturen bis 110,20 folgen.

GBP USD (1,5415)
Wer nach trüben Aussichten für GB suchte, wurde gestern fündig: Die Hauspreise sinken weiter und die Neubauaktivit ät hat abermals nachgelassen. Eigentlich ein perfektes Umfeld für Sterling-Bären. Ein neues Tief gegenüber dem USD hat es aber nicht gegeben. Stattdessen verteidigte das Pfund sein neutrales Terrain und hätte sogar weiter Gelegenheit, Aufwärtskorrekturen in Gang zu bringen. Hierzu bedarf es aber eines Überschreitens der 1,5550er Marke. Beste kurzfristige Unterstützung bleibt bei 1,5330.

AUD USD (0,9080) Über dem 0,9140er Widerstand sind Kurssteigerungen bis 0,9220 und höher möglich. Nachfrage findet sich weiterhin bei 0,9020 und bei 0,8950.

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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