1 FX-Tagesausblick

Fester Euro = her damit, schwacher Euro = Finger weg!

EUR USD (1,2275) Nach der steilen, 0,6-prozentigen Rutschpartie des Euro suchte man gestern nach Gründen. War es  das (genötigt klingende) Dementi der EU-Kommission, das als Reaktion auf einen im Wirtschaftsblatt „El Economista“ veröffentlichten Artikel klarstellte, für Spanien würden derzeit …

 

keine Hilfspakete geschnürt? Wie so oft nach Dementis, unterstellten einige Akteure sofort, dass Rauch häufig auch Feuer bedeutet. Andere vermuteten hingegen eine „verspätete Reaktion“ auf die jüngsten Stimmungsumfragen aus Frankreich und Schweden. 62 Prozent der Franzosen sehen den Euro als Krisenbrandbeschleuniger. Und bei den Skandinaviern spricht man das Thema Euro-Einführung lieber gar nicht erst an; man hätte 60 Prozent der Bevölkerung gegen sich. Dies ist der höchste Anteil an Euro-Gegnern seit zehn Jahren und markiert einen sprunghaften Anstieg um 18 Prozent seit November 2009. Damals befand sich der Euro übrigens auf einem 16-Monats- Hoch, was gemeinhin als Zeichen einer gesunden, starken Währung gewertet wurde. Sechs Monate später und 21 Prozent tiefer, scheint er aber nicht mehr als Devisenmuskelpaket betrachtet zu werden. Lassen sich die Bürger bei ihrem Votum etwa vom Wechselkursverlauf beeinflussen? Dies wäre fatal und der falsche Ansatz, eine so tiefgreifende Entscheidung wie die einer Währungsumstellung zu treffen. Der Euro befindet sich noch auf Korrekturkurs, jedenfalls solange er über der kritischen 1,2060er Marke handelt. Widerstand liegt bei 1,2490.


USD JPY (91,30) Ohne großes Aufsehen ist zumindest außerhalb Japans das jüngst von der BoJ vorgestellte, 33 Mrd.  USD schwere Kreditprogramm (Laufzeit 4 Jahre) zur Beflügelung bestimmter heimischer Wachstumsindustrien vonstatten gegangen. Dies ist insofern bemerkenswert, da die bisherigen konventionellen Stimuli und geldpolitischen Lockerungsprogramme ihren Erfolg noch schuldig geblieben sind. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es Aufgabe einer Notenbank sein kann, Aufgaben wahrzunehmen, die eigentlich zu den Belangen der Regierung, insbesondere der Wirtschaftspolitik gehören. Aber vor dem Hintergrund, dass die bisher zur Verfügung gestellte Liquidität der BoJ offenbar vielfach nicht in der Realwirtschaft angekommen zu sein scheint, kann man einen derartigen Schritt verstehen – aus psychologischer Sicht wird ein bereits bestehendes Commitment mit dem neuen Programm noch einmal erhöht, wobei fraglich ist, ob die Erfolgsaussichten auf Wachstum sich damit ebenfalls verbessern. Der USD bewegt sich indes weiterhin in der Mitte seiner breiten Konsolidierungszone (89,10 – 93,65), die zurzeit von Angebot bei 92,65 und Nachfrage bei 90,35 verengt wird.

EUR JPY (112,10) Nachdem wir gestern eine bearishe Strategie knapp verpasst haben, scheint die Aufwärtskorrektur des Euro innerhalb seiner Konsolidierung (108,10 – 114,40) bereits an Dynamik zu verlieren – zumindest solange 113,30/60 nicht überwunden wird.

GBP USD (1,4700) Obgleich Kabelpfunde gestern nach Arbeitsmarktdaten ein neues Fünfwochenhoch markierten, war diese Stärke nur von kurzer Dauer. Das Kursziel unserer bearishen Strategie bleibt ohnehin bei 1,4435/65 mit Zwischenunterstützung bei 1,4550. Unterdessen senken wird das Risikolimit auf 1,4810, wobei wir uns darüber im Klaren sind, dass ein nachfolgendes Überschreiten von 1,4875 weitere (korrektive) Kursgewinne bis 1,5075 signalisieren würde.

AUD USD (0,8590) Auch wenn sich der Austral-Dollar gestern mit unserem Widerstand bei 0,8670 schwer tat, sehen wir weiterhin Aufwärtspotenzial bis 0,8780. Nachfrage wartet nach wie vor bei 0,8505 und 0,8370/80 (kritisch).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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