1 Maerkte am Morgen

MM: EZB im Fokus

In der monatlichen Erhebung der Financial Times Deutschland unter Ökonomen internationaler Banken klaffen die Prognosen der Befragten über den weiteren Kurs der Europäischen Zentralbank derzeit so weit auseinander wie selten.….

Zwar gingen alle davon aus, dass die EZB trotz besserer Konjunktureinschätzung bis ins neue Jahr hinein ihre beispiellosen Liquiditätshilfen für die Finanzinstitute beibehält und keine Erhö- hung des Leitzinses von 1,0 Prozent ins Auge fasst.

Über das, was danach passiert, seien die führenden Volkswirte aber nicht einer Meinung, heißt es. Mit Blick auf die Frage, wie lange die EZB den Banken noch unbegrenzt Geld fix zum Leitzins leiht, erwarteten beispielsweise einige Analysten, dass die Notenbank diese Praxis gleich zu Anfang 2011 beendet. Andere glaubten hingegen, dass sie daran länger festhält. Wie bei den Liquiditätshilfen gingen auch beim Leitzins die Prognosen weit auseinander: Einige Ökonomen setzten hierbei auf Anfang 2011, andere sähen einen Zinsschritt erst 2013. Den Kauf von Staatsanleihen betreffend gingen die Experten davon aus, dass die EZB das Programm erstmal fortsetzt.

 

Obama beklagt Politik-Starre durch Wahlkampf

 

US-Präsident Barack Obama rechnet mit einer anhaltend zähen Wirtschaftserholung. .Die Wirtschaft wächst noch immer, aber sie wächst nicht so schnell wie es nötig wäre., sagte Obama am Wochenende dem TV-Sender NBC. Es gebe keine Wunderpille, um daran etwas zu ändern. Er nahm zudem Bezug auf die Kongresswahlen in gut zwei Monaten und beklagte eine Lähmung der Politik durch den Wahlkampf: .Wir stecken in einer blöden, politischen Phase., sagte er. Dennoch gebe es .eine Menge Maßnahmen., die man noch beschließen könne. .Wir sollten die Kreditvergabe an kleinere Unternehmen vereinfachen und durch eine Abschaffung von Steuern auf Kapitalgewinne dafür sorgen, dass gerade jetzt mehr investiert wird., so der Ansatz Obamas. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen. Seine Wirtschaftsberater suchten fieberhaft nach Möglichkeiten, kurzfristig Neueinstellungen zu fördern und das Wachstum anzukurbeln, sagte der Präsident. Außerdem seien Investitionen in die Infrastruktur sowie erneuerbare Energien im Gespräch. In der zähen Konjunkturerholung gilt vor allem der Arbeitsmarkt als Problemfaktor. Am Freitag veröffentlicht das Arbeitsministerium die neusten Zahlen.

 

DGB: Im Herbst wird protestiert 

Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), hat eine Protestwelle gegen die Politik der Bundesregierung angekündigt. Bereits ab September gehe es mit Demonstrationen und Veranstaltungen vor Ort los, sagte Sommer dem Hamburger Abendblatt. Ende Oktober würden dann die drei zentralen Aktionswochen mit größeren Kundgebungen in Hannover, Stuttgart, Nürnberg und Kiel folgen. .Für uns ist dieses Land in der Schieflage: Klamme Kommunen, die Rente mit 67, Leiharbeit, Lohnsubvention durch Hartz IV oder auch die unsoziale Kopfpauschale machen deutlich, dass es nicht mehr gerecht zugeht., erklärte der DGB-Chef und kündigte an, den Unmut über diese falsche Politik mit .allen legalen Mitteln der Einflussnahme . hörbar zum Ausdruck bringen zu wollen.

 

DIW sieht gebremsten Aufschwung 

Der konjunkturelle Aufschwung in Deutschland wird sich nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Herbst fortsetzen, obgleich mit etwas gebremster Dynamik. Das DIW-Konjunkturbarometer signalisiert für Q3 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. Grund für das schwächere Wachstum sei einerseits die Abkühlung der weltweiten Wirtschaft, vor allem der USA und Chinas, zudem dürfte der Bau an Fahrt verlieren. Allerdings bleibe der Zuwachs über den langjährigen Durchschnittswerten, hieß es. Die Experten warnen jedoch, für die Politik bestehe kein Anlass, die aktuellen Wachstumserfolge durch Steuersenkungen .zu verfrühstücken.

 

 

Quelle: Cognitrend  – Exklusiv für Deutsche Bank


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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