Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf ein Schreiben der Bundesregierung berichtete, ist der Euro- Schutzschirm offenbar kleiner als gedacht. Statt 440 Mrd. EUR könnten sich die Staaten der Euro-Zone im Krisenfall demnach lediglich 366 Mrd. EUR leihen.
Ausschlaggebend dafür seien ….
die Rating-Agenturen, die verlangten, dass die Euro-Länder die Darlehen um bis zu 20 Prozent übersicherten. Klaus Regling, Chef der für den Schutzschirm zuständigen Zweckgesellschaft (EFSF), sagte bereits, er sei zuversichtlich, dass der Fonds die Bestnote von AAA erhalten werde.
Leistungsbilanz als neues Stabilitäts-Kriterium?
Das Institut für Makroökonomik und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung schlägt vor, bei der „dringend“ notwendigen Reform des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes die nationale Leistungsbilanz als neuen Indikator zur Beurteilung der Stabilität eines Landes einzuführen. „Statt sich wie bisher lediglich auf zwei isolierte Kenngrößen – die Defizitquote von 3 Prozent und die öffentliche Schuldenstandsquote – zu stützen, muss die Finanzsituation von Staat und Privatsektor in einem EU-Land künftig gemeinsam analysiert werden“, heißt es in einer Untersuchung des IMK.
Aktuelles DAX-Sentiment
Die marginalen Verschiebungen der jüngsten Cognitrend-Sentimentumfrage in Kooperation mit der Börse Frankfurt stellen keinen Meinungswechsel der Akteure dar, sondern scheinen das Produkt des saisonbedingten Stimmenschwundes zu sein. Die DAXHändler sind von den jüngsten Kursgewinnen unbeeindruckt und halten weiter an der Vorstellung einer breiten Seitwärtsbewegung fest.
Spanien will Restrukturierungsfonds verlängern
Im Vorfeld der EU-Banken-Stresstest-Veröffentlichung hat Spanien angekündigt, die Europäische Union „als Vorsichtsmaßnahme“ um Erlaubnis für eine Verlängerung des staatlichen Banken-Restrukturierungsfonds (FROB) zu bitten. Der Fonds wurde aufgelegt, um den Konsolidierungsprozess unter Sparkassen des Landes zu fördern und den Bankensektor zu stärken. Die Maßnahme sollte am 30. Juni enden, doch einige Institute befinden sich noch immer im Fusionsprozess. Zur neuen Laufzeit machte Wirtschaftsministerin Elena Salgado noch keine Angaben.
… und wirbt für harte Reformen in der Krise
In seiner Rede zur Lage der Nation hat Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero seine Landsleute auf einen harten Sparkurs im Kampf gegen die Schuldenkrise eingeschworen. Vor dem Parlament verteidigte der Sozialist am Mittwoch seine Renten- und Arbeitsmarktreformen als alternativlos. Allerdings droht dem Land nach Auffassung Zapateros kein Rückfall in die Rezession: „Die Daten weisen daraufhin, dass die Wirtschaft auch im 2. Quartal gewachsen ist.“ Ende dieses Jahres sei gar mit einer anziehenden Konjunktur und mit einer Aufhellung der Lage am Arbeitsmarkt zu rechnen. Den Gewerkschaften schmeckt die Arbeitsmarktreform gar nicht – für den 29. September haben sie einen Generalstreik angekündigt.
Neues Kabinett in NRW
Die neue Ministerpräsidentin Nordrhein-W estfalens, Hannelore Kraft, wird heute ihr Kabinett ernennen. Die neue Landesregierung besteht aus 10 Ministerien. Die SPD stellt 7 Minister sowie den Chef der Staatskanzlei, die Grünen übernehmen 3 Ressorts. Am Mittag werden die Minister im Landtag vereidigt.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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