EUR USD (1,2410) Wieder wurde gestern eine heftige Euro- Bewegung während der europäischen Handelszeit angestoßen. Diesmal aber nicht kurz vor, sondern kurz nach 9.00 Uhr (MESZ). Aber gestern handelte es sich nicht wie am Mittwoch um Verkaufsaktivität. Händler initiierten eine …
Rallye, die exakt doppelt so stark, aber nicht minder steil ausfiel, wie die Rutschpartie des Vortages. Wieder waren es Meldungen aus Spanien, die für Akzente sorgten – dem Vernehmen nach „gute Nachrichten“. Der spanische Staat hat nämlich A seiner Bankenlandschaft eine 30-Milliarden-Euro-Spritze zugesichert und B, sich gestern erfolgreich mehrere Milliarden am Kapitalmarkt besorgt. Während man bei A noch rätseln darf, ob die Summe am Ende ausreichen wird, stellt sich bei B eine andere Frage: Ist der Umstand, 10- und 30-järige Papiere am Anleihemarkt platziert und sich dabei hoher Nachfrage erfreut zu haben, wirklich als Erfolg zu werten? Oder sollte sich der Erfolg nicht eher über den erzielten Preis definieren? Vergleicht man die beiden letzten Auktionen, dann wird eine Verteuerung der Finanzierung ersichtlich. Etwas über 80 Basispunkte bei 10- und rund 115 BP bei 30-jährigen Bonds. Auch wenn sich weder Land noch Situation miteinander vergleichen lassen, fällt uns dennoch eine Parallele zu Griechenland auf: Devisenhändler haben fast jede funktionierende Griechen-Auktion als Erfolg gefeiert, was meist mit kurzen Euro-Rallyes einher ging. Der Lobgesang könnte diesmal also aus ähnlichem Anlass ertönen. Der Korrekturkurs, den der Euro diesmal eingeschlagen hat, kann ihn bis 1,2690 führen, obgleich noch Zwischenwiderstand bei 1,2490 wartet.
USD JPY (90,85) Wie aus dem heute veröffentlichten Protokoll der jüngsten BoJ-Sitzung hervorgeht, sind Japans Währungshüter ob der Konjunktur leicht optimistischer gestimmt. Zugleich sieht man sich von Seiten der Regierung weiter mächtig unter Druck gesetzt: Die BoJ soll die wirtschaftliche Entwicklung so gut es geht unterstützen und äußerste Anstrengungen zur Deflationsbekämpfung unternehmen, heißt es. Eine Forderung, die sich auch in der ebenfalls heute publizierten Wachstumsstrategie des Kabinetts wiederfindet, die unter anderem die Schaffung von fünf Mio. neuer Jobs innerhalb der nächsten zehn Jahre vorsieht. Mit Steuererleichterungen und Subventionen sollen ausländische Firmen überdies zu Investitionen animiert werden. Das Währungspaar zeigte sich hiervon gleichwohl unbeeindruckt. Dazu ist der neue Wachstumsplan dann wohl doch zu langfristig ausgelegt. Bewegung war lediglich gestern zu beobachten, als der Yen – selbst im Vorfeld enttäuschender US-Datenpublikationen (Philly-Fed-Index) – gegenüber einem durch die Bank schwachen Dollar zulegen konnte. Noch immer spielt sich das Geschehen aber in der breiten Konsolidierungszone (89,10 – 93,65) ab.
EUR JPY (112,75) Die Aufwärtskorrektur des Euro innerhalb seiner Seitwärtsspanne (108,10 – 114,40) scheint weitgehend abgeschlossen. Nach Überwinden von 113,20/40 stünde aber ein Bruch der (schwachen) Konsolidierungsoberkante an.
GBP USD (1,4840) Trotz eines frühen Ohnmachtsanfalls während des gestrigen europäischen Handels, verbrachte das Pfund weite Teile des Tages damit, rund um die jüngsten Hochs zu konsolidieren – vor allem bedingt durch
einen generell schwachen US-Dollar. Vorsichtshalber sind wir jedoch keine bearishe Strategie eingegangen. Das Risiko dafür, dass Kabelpfunde ihre Aufwärtskorrektur noch ein wenig fortsetzen, hat sich vergrößert. Überzeugt davon wären wir aber erst oberhalb von 1,4885. Darüber sollte es auf 1,5075 gehen. Unterdessen sehen wir verbesserte Unterstützung bei 1,4780 und 1,4640.
AUD USD (0,8705) Das Aufwärtspotenzial erstreckt sich nach wie vor bis 0,8780 (danach bis 0,8850). Die Unterstützungssituation hat sich derweil deutlich verbessert: Wir rechnen mit Nachfrage bei 0,8585 und bei 0,8540.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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