Europa und Deutschland bringen wenige Wochen vor dem G20-Gipfel in Kanada schärfere Regeln für die Finanzmärkte auf den Weg: Am Mittwoch legte die EU-Kommission ihr Konzept für eine Bankenabgabe vor. ….….
Spanien will Reichensteuer einführen
Spanien will mit einer Reichensteuer einen Teil seiner Haushaltsprobleme lösen. Die Regierung werde Besserverdienende in den kommenden Wochen bitten, einen größeren Beitrag zu leisten, sagte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero am Mittwoch vor dem Parlament in Madrid. Details wollte er nicht nennen. Medienberichten zufolge soll die Steuer ab einem Eigenkapital von 1 Mio. EUR greifen. Angesichts des massiven Haushaltsdefizits will die Regierung binnen drei Jahren den Haushalt um 65 Mrd. EUR entlasten.
Lacker (Fed): US-Wachstum nicht in Gefahr
Die EU-Schuldenkrise wird nach Einschätzung des US-Notenbankers Jeffrey Lacker das Wirtschaftswachstum der USA kaum beeinträchtigen. Es gebe zwar einige Risiken für die Wirtschaftsaussichten, die vor Ausbruch der Krise nicht dagewesen seien, so der Präsident der Richmond Fed. Insgesamt dürfte das US-BIP aber weiter um rund 3 Prozent in diesem Jahr zulegen und infolge der Krise allenfalls um 0,1 oder 0,2 Prozentpunkte schwächer ausfallen.
OECD hebt BIP-Prognose für Deutschland an
Die OECD traut der deutschen Wirtschaft trotz der schweren Schuldenkrise in Europa ein deutliches Wachstum zu. Das BIP werde in diesem Jahr mit 2,0 Prozent fast doppelt so stark zulegen wie im November vorhergesagt, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten World Economic Outlook. 2011 werde es sogar ein Plus von 2,1 Prozent gegeben. Damit würde der im Rezessionsjahr 2009 erlittene Einbruch von 4,9 Prozent nahezu wettgemacht. Die Organisation empfiehlt der Bundesregierung, den Aufschwung nicht mit Steuererhöhungen abzuwürgen. „Bei der Auswahl der Optionen für die Konsolidierung der kommenden Zeit sollten Ausgabenkürzungen und ein Abbau von Steuervergünstigungen Vorrang vor Steuererhöhungen eingeräumt werden“, hieß es.
Handwerksverband will Ein-Euro-Jobs abschaffen
Vor dem Hintergrund jüngster Forderungen nach Steuererhöhungen fordert der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) die Abschaffung der von der Bundesagentur für Arbeit geförderten sogenannten Ein-Euro-Jobs. „Es kann nicht sein, dass die Politik das Handtuch wirft und Erhöhung von Steuern und Abgaben immer der erste Reflex ist“, sagte Verbandspräsident Otto Kentzler der Bild-Zeitung vom Mittwoch. Gerade bei den Arbeitsmarkt-Instrumenten gebe es ausreichend Möglichkeiten. Allein die Abschaffung der Ein-Euro-Jobs würde den Haushalt um über 1,5 Mrd. EUR entlasten, so Kentzler.
Aktuelles DAX-Sentiment
In der aktuellen Cognitrend-Sentimenterhebung in Zusammenarbeit mit der Börse Frankfurt zeigt sich ein massiver Stimmungswechsel bei den institutionellen DAX-Akteuren, die sich der Panikmache vieler Kommentatoren offenbar nicht anschließen wollen: Ihr Optimismus stieg auf den dritthöchsten Stand des Jahres. Das Börsenbarometer verlor im Wochenvergleich allerdings trotzdem fast 5 Prozent an Wert.
Quelle: Deutsche Bank CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend
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