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ETFWorld : ETF Markt Deutschland 2025: Volumen, Xetra-Rekorde und Top-Trends für Anleger

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ETFWorld : Deutschland hat das Jahr 2025 als klarer Leitmarkt für ETFs in Europa abgeschlossen: Das von deutschen Anlegern in ETFs gehaltene Vermögen ist binnen zwei Jahren von 309 auf rund 500 Milliarden Euro gewachsen, was einer Zunahme von 62 % entspricht.

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von der Redaktion von ETFWorld.de


Gleichzeitig verzeichneten Xetra‑gehandelte ETFs, ETCs und ETNs Rekordumsätze und zweistellige Wachstumsraten – insbesondere in Krypto‑ETNs und Verteidigungs‑Themen – und verschieben das Kräfteverhältnis nachhaltig weg von klassischen Publikumsfonds.

Deutscher ETF‑Markt 2025: Größe und Dynamik

Laut BVI‑Research ist das von deutschen Anlegern in ETFs gehaltene Vermögen zwischen Juni 2023 und Juni 2025 von 309 auf 500 Milliarden Euro gestiegen – plus 62 % in nur zwei Jahren. Damit steckt inzwischen rund jeder vierte Euro in deutschen Fondsdepots in ETFs, während klassische Publikumsfonds im gleichen Zeitraum nur um etwa 13 % zulegen konnten.

Deutschland vereint damit rund 23 % des gesamten in der Eurozone aufgelegten ETF‑Vermögens und ist klar größter Absatzmarkt für ETFs in Europa. Fast 90 % aller seit Mitte 2023 neu in Publikumsfonds investierten Gelder flossen in ETFs, was den strukturellen Shift vom aktiven Fonds zum Indexprodukt eindrucksvoll unterstreicht.

Xetra im Fokus: Handelsvolumen, Produktangebot und Leitfunktion

Xetra behauptet 2025 seine Position als wichtigster ETF‑Handelsplatz Europas mit einem Marktanteil von über 90 % im deutschen ETF‑Handel. Bereits 2024 war das Handelsvolumen in ETFs und ETPs auf Xetra um 28 % auf 230,8 Milliarden Euro gestiegen; diese Dynamik setzte sich 2025 mit weiter wachsenden Umsätzen und höherer Produktvielfalt fort.

Zum Jahresende 2024 waren auf Xetra bereits 2.328 ETFs und 446 ETPs gelistet – die höchste Listingaktivität seit Start des Segments im Jahr 2000 – und 2025 kamen weitere Neuemissionen hinzu, vor allem im Bereich aktive ETFs, Defense‑Themen und digitale Assets. Für Privatanleger bedeutet dies nicht nur enge Spreads und hohe Liquidität, sondern auch einen nahezu vollständigen Zugang zu allen relevanten ETF‑Strategien über ein einziges Handelssegment.

Mittelzuflüsse 2025: Aktien‑ETFs dominieren, Renten und Geldmarkt holen auf

Zwischen 2023 und 2025 entfielen rund 114 Milliarden Euro Netto‑Neugeschäft auf ETFs, während klassische Fonds nur etwa 14,8 Milliarden Euro einsammelten. Besonders gefragt waren Aktien‑ETFs, die den Großteil der Nettozuflüsse stellten, gefolgt von Renten‑ und Geldmarkt‑ETFs mit jeweils zweistelligen Milliardensummen.

Auf der Aktienseite dominierten:

  • Breit diversifizierte Welt‑ und Developed‑Market‑ETFs (z. B. MSCI World, MSCI ACWI), die als Kernbausteine in ETF‑Sparplänen und Vermögensverwaltungen dienen.

  • Europa‑ und Deutschland‑ETFs auf DAX, MDAX oder MSCI Europe, die von der robusten Performance der europäischen Leitindizes profitierten.

Im Rentenbereich verzeichneten insbesondere Investment‑Grade‑Anleihen und kurzlaufende Staats‑ und Unternehmensanleihen starke Zuflüsse, da Anleger attraktive Zinsniveaus nutzen und Risiko im Portfolio neu balancieren wollten. Geldmarkt‑ETFs gewannen als Liquiditäts‑Parking und taktisches Steuerungsinstrument weiter an Bedeutung, vor allem in Robo‑Advisors und digitalen Vermögensverwaltungen.

Krypto‑ETNs und neue Themen‑ETPs: starke Wachstumsfelder

Der Xetra‑Markt für Krypto‑ETNs profitierte 2025 massiv von der globalen Wiederbelebung des Kryptomarkts und der Zulassung von Spot‑Bitcoin‑ETFs in den USA. Das Xetra‑Jahresumsatzvolumen in Krypto‑ETNs erreichte 10,3 Milliarden Euro, ein Plus von 239,2 % gegenüber 2023 (3,05 Milliarden Euro).

Parallel dazu nahm die Vielfalt an Ethereum‑ETPs und Krypto‑Baskets zu, die digitale Assets wie Bitcoin, Ethereum und ausgewählte Altcoins in regulierter ETP‑Struktur bündeln. Deutsche Neo‑Broker wie Trade Republic, Scalable Capital und ING bieten seit 2025 ETF‑ und ETP‑Sparpläne auf Krypto‑Produkte bereits ab 25 Euro monatlich an, was den Zugang für Privatanleger weiter demokratisiert.

Auch thematische ETPs auf Verteidigung, Sicherheit und Rüstung verzeichneten dreistellige Wachstumsraten sowohl beim Fondsvermögen als auch beim Handelsumsatz, getrieben von gestiegenen Verteidigungsausgaben und geopolitischen Spannungen. Diese Entwicklung zeigt, wie stark Anleger inzwischen ETP‑Strukturen nutzen, um gezielt auf Makro‑Trends und Nischenmärkte zu setzen.

ETFs vs. ETCs vs. ETNs: Struktur und Risiko im deutschen Kontext

Für Anleger in Deutschland ist die Unterscheidung zwischen ETFs, ETCs und ETNs zentral, da sie unterschiedliche rechtliche Strukturen und Risikoprofile mit sich bringen.

  • ETFs sind in der Regel UCITS‑konforme Investmentfonds, die einen Index physisch oder synthetisch abbilden und starke Diversifikations‑ und Anlegerschutzregeln erfüllen. Das Vermögen liegt getrennt vom Emittenten, was das Emittentenrisiko begrenzt.

  • ETCs (Exchange Traded Commodities) werden meist als besicherte Schuldverschreibungen strukturiert und dienen der Abbildung von Rohstoffen wie Gold, Silber, Öl oder breiten Rohstoffindizes. Sie tragen neben Preis‑ und Währungsrisiko ein Emittenten‑ und Collateral‑Risiko, das Anleger verstehen sollten.

  • ETNs (Exchange Traded Notes) sind unbesicherte oder teils besicherte Schuldverschreibungen, die Indizes, Strategien oder Kryptowährungen nachbilden und ein volles Emittenten‑Kreditrisiko beinhalten. Krypto‑ETNs sind in Deutschland übliche Vehikel für digitale Assets, weichen aber rechtlich von klassischen UCITS‑ETFs ab.

Aus Sicht von Risikomanagement und Regulierung sollten Privatanleger in Deutschland insbesondere auf Prospekt, Rechtsform, Besicherung, Währungsrisiko und steuerliche Behandlung achten, bevor sie ETF, ETC oder ETN in Sparpläne und Langfriststrategien integrieren.

Ausblick 2026: aktive ETFs, Sparpläne und digitale Assets

Branchenanalysen gehen davon aus, dass das ETF‑Vermögen deutscher Anleger in den kommenden Jahren weiter deutlich wachsen wird und ETFs ihren Anteil am Publikumsfondsvermögen über die heutige Marke von rund 25 % hinaus steigern. Treiber sind neben anhaltend hohen Mittelzuflüssen auch Kursgewinne sowie die zunehmende Verbreitung von ETF‑basierten Vermögensverwaltungen und betrieblichen Vorsorgelösungen.

Für 2026 zeichnen sich mehrere Schwerpunkte ab:

  • Aktive ETFs: In Europa insgesamt noch jung, gewinnen aktive Strategien im ETF‑Mantel zunehmend an Bedeutung und dürften auch in Deutschland mehr Marktanteile beanspruchen.

  • ETF‑Sparpläne: Bereits heute sind Sparpläne zentraler Wachstumsmotor; Neo‑Broker und Direktbanken werden ihr Angebot an Low‑Cost‑ETFs, Themen‑ETPs und Krypto‑ETNs weiter ausbauen.

  • Digitale Assets: Nach dem Boom 2025 rechnen Experten mit einer breiteren Palette an Single‑Asset‑ und Multi‑Asset‑Krypto‑ETPs, etwa mit Fokus auf DeFi, Web3 und Tokenisierung (RWA), sofern das regulatorische Umfeld stabil bleibt.

Quelle : ETFWorld


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