EUR USD (1,2655) Eigentlich hatten wir uns alle mehr von Jackson Hole versprochen. Selbst wenn man bedenkt, dass man von Symposien dieser Art ohnehin …
geändert. Natürlich wird man in den USA außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, wenn dies erforderlich ist. Was aber macht der Rest der Welt?
Europa und Japan müssen zwangsläufig in irgendeiner Form mitziehen.
Und so ist Axel Webers Turnaround zu Beginn der vergangenen Woche in einem ganz anderen Licht zu sehen. Wenn man dem Bundesbankpr äsidenten anfangs mancherorts noch nachgesagt hatte, er wolle sich mit der Abkehr von seinem falkenhaften Kurs innerhalb der EZB auf Linie bringen, müssen seine Kritiker jetzt wohl einsehen, dass Webers Schritt nichts anderes als ein Stück gelebter Transparenz gewesen ist, um die Märkte auf die kommende EZB-Sitzung einzustimmen.
Unterdessen haben sich die Auguren schon wieder gesammelt, müssen aber feststellen, dass sich außer einem seltsamen Gefühl der Unsicherheit nicht viel Analytisches aus den Finanzmärkten herausholen lässt. Und so bleibt vielen als letzte Ausflucht nur die fragwürdige Einsicht, dass der Monat September ein schwacher Börsenmonat sei.
Unter dieser Stimmung hat letztlich auch der Euro zu leiden, der sich unterdessen der unteren Grenze seiner onsolidierungszone zwischen 1,2610 und 1,2915 langsam angenähert hat – ein Versagen an dieser Stelle würde Abwärtsrisiko bis 1,2460 eröffnen. Dagegen scheint der Stabilisierungspunkt bei 1,2780 schon richtig weit entfernt.
USD JPY (84,25) Die Akteure hatten sich aggressivere Maßnahmen von der Bank of Japan erhofft als nur eine Ausweitung des Liquiditätsprogramms um 10 Billionen Yen. Mit derlei Aktionen können die Behörden die Welt nicht länger hinhalten und zu Yen-Verkäufen animieren – auch nicht mit ständigen Pressekonferenzen und verbalen Äußerungen. Mittlerweile hören die Händler nur noch mit halbem Ohr hin, wenn einer der Offiziellen, zuletzt Finanzminister Yoshihiko Noda, wieder einmal darauf hinweist, dass man etwas gegen die Yen-Stärke tun würde, falls erforderlich. Zumindest die japanischen Margin-Trader, vornehmlich Privatinvestoren, vertrauen offenbar noch darauf, dass die Notenbank dem USD/JPY-Währungspaar mit Interventionen auf die Sprünge helfen kann und wird. Sie haben jüngst ihre Dollar-Long-Engagements erneut kräftig erhöht – der Umfang ihrer Wetten gegen den Yen nähert sich wieder dem Rekordhoch, das erst am 24. August markiert worden war. Wir sehen jedoch weiteres Abwärtsrisiko bis 81,90/2,00. Erster Widerstand hat sich bei 85,15 formiert, während der Stabilitätspunkt weit entfernt bei 86,40 liegt.
EUR JPY (106,60) Der Euro hat seine Stabilität schon wieder verloren. Bei 105,10 hat er zwar eine letzte Chance auf Konsolidierung, darunter stünden jedoch neue Tiefs (104,10) an.
Mit Angebot rechnen wir unterdessen bei 108,75 und 109,55.
GBP USD (1,5460) Auch wenn in London gestern nicht gehandelt wurde – die Akteure haben es dennoch nicht sonderlich positiv aufgenommen, dass die Hauspreise in Großbritannien schon den zweiten Monat in Folge wieder gefallen sind. Es ist gar der stärkste Rückgang seit April 2009. Das Pfund notiert nun bereits am unteren Ende seiner kleinen Konsolidierung zwischen 1,5420 und 1,5600. Darunter schützt nur noch eine schwache Unterstützung bei
1,5390 vor neuerlichen Korrekturtiefs.
AUD USD (0,8930) AUD verbleiben für heute neutral mit Widerständen bei 0,9020 und bei 0,9080. Die besten Unterstützungen sind bei 0,8860 und 0,8720 (kritisch) anzusetzen.
Quelle: Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend
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USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).
EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.
GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.
AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.
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