Carne Group : Vier von fünf institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern in Europa betrachten ETFs mittlerweile als grundlegende Bestandteile ihrer Portfolios und verabschieden sich von der Ansicht, diese seien lediglich Instrumente für kurzfristige Strategien.
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Von der Redaktion ETFWorld.de
Patrick O’Brien, Managing Director von Carne Group
Dies geht aus einer von Carne Group, einem führenden Anbieter von Governance-Lösungen für die Asset-Management-Branche, in Auftrag gegebenen Studie hervor. Die Untersuchung, die anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des europäischen ETF-Markts durchgeführt wurde, befragte 200 Institutionen mit einem verwalteten Vermögen von 2,33 Billionen US-Dollar. Sie offenbart auch Bedenken gegenüber sogenannten „shy active“-ETFs sowie eine wachsende Akzeptanz von Kryptowährungen über regulierte Vehikel.
Aktive ETFs im Aufwind, aber Vorsicht bei „Benchmark-aware“
82 % der Befragten bestätigen, dass ETFs sich von taktischen Instrumenten zu Kerninvestments entwickeln – angetrieben vor allem durch aktive ETFs. Letztere, derzeit mit einem Marktanteil von 2 % in Europa, könnten laut 65 % der befragten Fachleute bis 2030 auf 6–9 % anwachsen. Allerdings kritisierten 88 % der Anleger „shy active“-Fonds – ETFs, die sich zwar als aktiv bezeichnen, aber Referenzindizes mit minimalen Abweichungen folgen (geringer Active Share und Tracking Error) und somit ähnliche Performance wie passive Produkte bieten.
„Aktive ETFs werden die nächste Wachstumsphase des Sektors antreiben, doch Transparenz ist entscheidend“, warnt Patrick O’Brien, Managing Director von Carne Group. „Einige Benchmark-aware-Produkte riskieren, den Markt zu täuschen. Fondsmanager müssen ihre Strategien klar kommunizieren.“
Krypto und exotische Assets: Der ETF-Effekt
Innovationen im ETF-Sektor demokratisieren den Zugang zu einst komplexen Anlageklassen. 25 % der Anleger haben erstmals über spezialisierte ETFs in Kryptowährungen investiert, während 56 % ihre Exposure erhöhten. Zudem planen 13 %, ihre Investments in „exotische“ Assets (wie Nischen-Rohstoffe oder Schwellenländer-Schulden) über ETF-Vehikel auszubauen – angezogen von deren Liquidität und regulierter Struktur.
Partnerschaften und die Zukunft des Marktes
Der Wettbewerb im Sektor treibt immer mehr Manager dazu, mit Drittplattformen zu kooperieren, um ETFs schnell auf den Markt zu bringen. Carne Group, das über 650 Kunden unterstützt (darunter 15 der weltweit Top-20-Asset-Manager nach AUM), betont die Bedeutung flexibler Lösungen wie White-Label-Plattformen, um der Nachfrage gerecht zu werden.
Globaler Kontext
Das europäische Wachstum spiegelt einen weltweiten Trend wider: In den USA machen aktive ETFs bereits 5 % des Marktes aus (Quelle: Morningstar). Doch der alte Kontinent setzt auf Differenzierung durch innovative Produkte wie thematische ETFs zu KI und Energiewende sowie eine regulative Betonung von Transparenz.
Quelle: ETFWorld.de
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