1 Maerkte am Morgen

Bundesbank verteidigt Exportmodell D

Während Starökonom Nouriel Roubini – wie gestern berichtet – vor einer Neuauflage der globalen Krise warnt, wird in Deutschland das Lager der Konjunkturoptimisten immer größer. Auch die Bundesbank bescheinigt der deutschen Wirtschaft für das  ….

Frühjahr ein .außerordentlich . kräftiges Wachstum. Sie habe im 2. Quartal von der dynamischen Weltkonjunktur profitiert, heißt es im jüngsten Monatsbericht. Die exportabhängige Industrie habe ihre Produktion .beträchtlich gesteigert., auch die Bauwirtschaft sei mit dem Aufarbeiten der witterungsbedingten Produktionsausfälle zügig vorangekommen. In Sachen Binnennachfrage . derzeit Grund für Volkswirte in aller Welt, verbal auf die Bundesregierung einzuprügeln . stellt sich die Bundesbank hinter das exportlastige deutsche Wirtschaftsmodell. Die Forderungen, Länder mit Leistungsbilanz- überschüssen sollten ihren Beitrag zum Abbau der Kluft zwischen wettbewerbsstarken und schwachen Ländern leisten, griffen zu kurz, hieß es. Es sei eine .naive Sicht. zu glauben, dass sich durch eine Verringerung des Leistungsbilanzüberschusses Deutschlands an dem Grundproblem in den Ländern mit Defiziten etwas ändere: .Die Problematik großer Leistungsbilanzdefizite kann im Kern nur von den betreffenden Ländern selbst gelöst werden., so die Bundesbank. Sie erwartet, dass der Aufschwung auf den privaten Konsum durchschlagen wird.

Bundesfinanzministerium optimistischer

Optimistisch ist auch das Bundesfinanzministerium: Im 2. Quartal dürfte das BIP .wesentlich stärker. Zugenommen haben als im ersten Vierteljahr, heißt es im Juli-Monatsbericht des Ministeriums. Im ersten Quartal war das BIP nur um 0,2 Prozent gewachsen. Grund sind laut Ministerium einerseits die Nachholeffekte in der Baubranche, zum anderen habe sich die Industrie- Dynamik deutlich erhöht. In Sachen Binnennachfrage ist der Bund . noch . verhalten: Der private Konsum dürfe schwach geblieben sein, hieß es. Insgesamt dürfe sich die Erholung im 2. Halbjahr festigen. Allerdings: Bei wichtigen Indikatoren wie Produktion und Industrieauftr ägen sei das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht.

Irland kassiert schlechtere Note von Moody.s

Nach Griechenland und Portugal nun auch Irland: Die Ratingagentur Moody’s senkte den Daumen und stufte irische Staatsanleihen von .Aa1. um eine Stufe auf .Aa2. herab. Grund sind die Probleme der Banken und die mäßigen Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Die Finanzkraft Irlands werde durch die steigende Staatsverschuldung belastet, hieß es. Beobachter hielten diese Einschätzungen für übertrieben pessimistisch: Die Anleihen der Peripherieländer würden erneut unter Druck geraten, sagte ein Analyst. Tatsächlich stiegen die Kosten für die Ausfallversicherung fünfjähriger irischer Bonds deutlich an. Moody’s hatte Irland zuletzt vor gut einem Jahr herabgestuft. Jetzt liegt ihr Rating gleichauf mit der Agentur Standard and Poor’s, die Irland die Note AA gibt und immer noch einen Punkt über der Fitch- Einstufung. Für die nächsten 5 Jahre rechnet Moody.s mit einem schwachen Wachstum, erwartet aber auch keine weitere Abstufung Irlands. Der Ausblick sei stabil, hieß es. Eine bessere Note gab es dagegen für Estland: Von der Ratingagentur Fitch bekam es eine Hochstufung auf .A.. Grund sei der anstehende Beitritt zur Euro- Zone, so Fitch-Manager Douglas Renwick. Dadurch erhielten die Banken des Landes Zugang zu Mitteln der Europäischen Zentralbank, zudem sinke das mit der Staatsverschuldung verbundene Risiko.

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  


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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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