BNP Paribas AM : UCITS-ETFs sammeln 47,8 Milliarden Euro in nur einem Monat ein.
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von Claus Hecher, Regional Head of ETF Sales DACH and Nordics bei BNP Paribas AM
Der UCITS-ETF-Markt setzte seinen Rekordkurs aus dem vergangenen Jahr fort und verzeichnete im Januar 2026 mit rund 47,8 Milliarden Euro die höchsten jemals gemessenen Monatszuflüsse.
Dabei bleiben Aktien-ETFs klar führend, während Anleihen aufholen, aktive ETFs weiter an Bedeutung gewinnen und ESG-Strategien strukturell stark nachgefragt werden.
Aktien treiben den Markt – globale Strategien vorn
Aktien-ETFs verzeichneten Zuwächse von 36,8 Milliarden Euro und bündelten damit 77 Prozent der gesamten Zuflüsse. Das verwaltete Vermögen in diesem Segment stieg auf 2,02 Billionen Euro.
Innerhalb der Aktienstrategien führten globale Produkte mit Zuflüssen von 16,4 Milliarden Euro, gefolgt von europäischen Aktien-ETFs mit 7,8 Milliarden Euro und Schwellenländer-Strategien mit 7,3 Milliarden Euro.
Bemerkenswert ist die breite regionale Streuung der Zuflüsse: Anleger investieren nicht nur in die USA, sondern diversifizieren gezielt über Europa und Emerging Markets. China-ETFs verzeichneten hingegen Abflüsse von 272 Millionen Euro.
Schwellenländer mit starker Performance
Die Kapitalströme spiegeln die Marktperformance wider. Der MSCI Emerging Markets legte im Januar um 8,9 Prozent zu und übertraf damit die Märkte der Industrieländer deutlich. Zum Vergleich: Der MSCI World stieg um 2,2 Prozent, der MSCI Europe um 3,1 Prozent.
Auch Japan überzeugte mit einem Plus von 4,9 Prozent im MSCI Japan. Diese Dynamik erklärt die positive Entwicklung der Mittel in den entsprechenden ETFs.
Energie und Industrie schlagen Technologie
Auf Sektorebene zeigt sich eine deutliche Rotation, die sich auch in den Mittelbewegungen der ETFs widerspiegelt. In den USA legte der Energiesektor im Januar um 14,3 Prozent zu, auch Industrie- und Basismaterialienwerte entwickelten sich stark. Dagegen verzeichneten IT-ETFs einen Rückgang von 2 Prozent.
In Europa profitierten IT-ETFs mit einem Plus von 10,1 Prozent, während zyklische Konsumwerte 7,9 Prozent einbüßten. Energie-ETFs legten 6,6 Prozent zu.
Diese Divergenzen spiegeln die Verschiebung der Marktpräferenzen wider – weg von reinen Wachstumsstrategien hin zu zyklischen und substanzorientierten Segmenten.
Anleihen feiern Comeback
Anleihen-ETFs sammelten 11,1 Milliarden Euro ein und erreichten damit 23 Prozent der gesamten Zuflüsse. Das verwaltete Vermögen liegt nun bei 573,7 Milliarden Euro .
Staatsanleihen führten mit 4,7 Milliarden Euro, vor allem mit globalen und Schwellenländer-Exposures. Ultrakurze Laufzeiten zogen 2,6 Milliarden Euro an.
Die Performance untermauert das Interesse: Der Global Aggregate Index gewann 0,9 Prozent im Monat, Euro-Staatsanleihen 0,7 Prozent.
ESG bleibt strukturell relevant
ESG-ETFs verwalten inzwischen 578,4 Milliarden Euro. Im Januar flossen 10,1 Milliarden Euro in nachhaltige Strategien, das entspricht 21,2 Prozent der gesamten ETF-Zuflüsse .
Bemerkenswert ist der hohe Anteil nachhaltiger Produkte bei Anleihen: 31 Prozent der Fixed-Income-Zuflüsse entfielen auf ESG-Strategien.
Aktive ETFs gewinnen an Bedeutung
Aktive ETFs erreichten ein verwaltetes Vermögen von 86,4 Milliarden Euro, wobei im Januar 3,3 Milliarden Euro in dieses Segment flossen. Das entspricht 6,8 Prozent der gesamten ETF-Zuflüsse – und das, obwohl ihr Marktanteil bei nur 3,3 Prozent liegt.
Aktive Strategien wachsen damit schneller als der Gesamtmarkt. Besonders im Fixed-Income-Bereich gewinnen sie an Gewicht.
Marktumfeld bleibt stabil
Trotz der hohen Mittelzuflüsse blieb die Marktvolatilität moderat. Die Volatilitätsindikatoren VIX und VSTOXX zeigen keine außergewöhnlichen Ausschläge.
Auch das Währungsumfeld spielt eine Rolle. Die annualisierten Kosten für die Absicherung von US-Dollar in Euro liegen bei minus 1,58 Prozent. Für Euro-Investoren reduziert dies die Absicherungskosten bei US-Exposures.
Quelle: ETFWorld.de
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