US-Notenbankchef Ben Bernanke hat der heimischen Wirtschaft – wie schon Anfang der Woche – beruhigende Signale gegeben: Die Schuldenkrise Europas habe nur geringe Auswirkungen auf die USA, sagte er bei einer Anhörung im Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Federal Reserve.…
werde die Situation aber genau beobachten und falls nötig Schritte einleiten, um Schaden von der US-Wirtschaft abzuwenden. Ausdrücklich – und nach Auffassung einiger Kommentatoren „erstaunlich“ – positiv bewertete er die Haushaltspolitik der europäischen Staaten: „Die Aktionen der führenden europäischen Politiker stellen ein starkes Bekenntnis zur Lösung der bestehenden Spannungen dar. Sie werden das Vertrauen des Marktes stärken“, sagte er. Mit der US-Konjunktur zeigte sich Bernanke insgesamt zufrieden. Der private Konsum, traditionell die Stütze der größten Volkswirtschaft der Welt, finde langsam wieder zu alter Stärke zurück. Im Gesamtjahr rechnet Bernanke mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und 2011 mit einer ähnlich starken Dynamik von „etwa 3,5 bis 4 Prozent“.
Konkrete Hinweise auf einen geldpolitischen Schwenk der Fed gab Bernanke nicht. Er wiederholte allerdings auch nicht die seit Monaten verwandte Formel, wonach der Leitzins „noch für eine längere Zeit“ extrem niedrig bleiben wird.
Kleinen spanischen Banken fehlt offenbar Geld
Kleinere spanische Banken bekommen derzeit laut einem Medienbericht kein Geld mehr von den europäischen Banken geliehen. Sie blitzten auf dem Interbanken- Markt ab, weil es Sorgen gebe, die Schuldenkrise Spaniens könne griechische Ausmaße annehmen, so die Zeitung Cinco Dias. Dies betreffe alle kleineren Institute, ändern werde sich dies nur, wenn die spanische Regierung weitere Sparmaßnahmen beschließe. Nur die größten Banken Spaniens könnten sich am Interbanken-Markt noch finanzieren. Dies gelinge ihnen, weil sie Staatsanleihen anderer Länder wie etwa Deutschland als Sicherheit hinterlegten. Wer nur spanische Anleihen vorweisen könne, bekomme kein Geld. Die Situation habe sich seit Anfang dieser Woche verschlechtert.
Koalition streitet weiter
In der Koalition weitet sich der Streit über das Sparpaket aus. Aus den Reihen der CDU kommen weiter Rufe nach einer Anhebung der verminderten Mehrwertsteuer- und der Einkommenssteuersätze. Die FDP zeigte sich darüber zunehmend verärgert. Führende Liberale forderten ein Machtwort der Unions- Führung. Der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn griff sogar noch tiefer in die Kiste der verbalen Folterwerkzeuge: Danach könnte das Verhalten von CDU und CSU sogar die Wahl des CDU-Politikers Christian Wulff zum Bundespräsidenten mit Hilfe der FDP gefährden.
EU lässt sich nicht drängen
Die EU-Kommission will sich bei der Regulierung von Leerverkäufen und anderen Derivaten nicht drängen lassen. Ein Vorschlag dazu solle sehr bald im Sommer auf den Tisch kommen, erklärte eine Kommisssions- Sprecherin. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aber in Brüssel, der Sommer ende erst am 21. September.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Nicolas Sarkozy hatten gemeinsam gefordert, noch vor dem nächsten EU-Finanzministerrat Mitte Juli einen Gesetzesvorschlag vorzulegen. Dieser solle möglichst ein EU-weites Verbot ungedeckter Leerverkäufe bestimmter Aktien und Staatsanleihen sowie von ungedeckten Kreditausfallversicherungen auf Staatsanleihen umfassen. Was genau hinter der demonstrativen Einigkeit zwischen Berlin und Paris steckt, glaubt die Süddeutsche Zeitung zu wissen: Vieles deute darauf hin, das die Frage der Leerverkäufe herhalten müsse, um angesichts der vielen strittigen Fragen „wenigstens irgendwo etwas Einheit zu demonstrieren“.
Aktuelles DAX-Sentiment
Die mehrheitlich großen Erwartungen an die DAXVolatilität haben sich für viele Akteure nicht erfüllt – im Gegenteil, so das Ergebnis der aktuellen Cognitrend-Sentimenterhebung. Die Handelsspannen verkleinern sich unterdessen zusehends. Dreh- und Angelpunkt der DAX-Schwankungen bleibt aber weiterhin die 6.000er Marke.
Quelle: Deutsche Bank CMS: Märkte am Morgen; Autor: Cognitrend
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