Amundi ETF – Der Januar 2026 war mit einem Nettozufluss von 46,9 Mrd. Euro der bisher stärkste Monat für in Europa domizilierte UCITS-ETFs.
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Analyse der monatlichen ETF-Mittelzuflüsse – Daten per 31. Januar 2026
Thomas Wiedenmann, Head of Amundi ETF, Indexing & Smart Beta – Deutschland, Österreich und Osteuropa ( Photo @SLAVICA)
Zuflüsse in europäische UCITS-ETF
…Die Marktunsicherheit veranlasste Anleger in diesem Monat zu einer stärkeren Diversifizierung ihrer Allokation. Angesichts der geopolitischen Spannungen, der Besorgnis über eine Überbewertung von US-Technologieaktien und der Sorgen um die Unabhängigkeit der US-Notenbank (Fed) wurden nur wenige eindeutige Engagements eingegangen.
Anleger hielten weiterhin an Aktien-ETFs fest, die mit 37,0 Mrd. Euro den größten Teil der Zuflüsse auf sich vereinten. Bei Aktien-ETF-Strategien kam es zu einer starken Rotation, wobei sich die Zuflüsse auf verschiedene Engagements verteilten. Alle-Länder-Weltindizes (ACWI) legten um 9,0 Mrd. Euro zu, gefolgt von europäischen Indizes mit 8,2 Mrd. Euro, Weltindizes mit 7,9 Mrd. Euro und Schwellenländer-märkten (EM) mit 7,1 Mrd. Euro. Gegenüber ETFs auf US-Aktienindizes zeigten sich Anleger zurückhaltend und investierten nur 4,4 Mrd. Euro.
Der Markt für Anleihe-ETFs legte im Monatsverlauf um 10,6 Mrd. Euro zu. Das Durationsmanagement stand erneut im Anlegerfokus. Die Zuflüsse in Staatsanleihe-ETFs machte fast die Hälfte der Gesamtzuflüsse in Anleihe-ETFs aus. Geldmarkt- und Investment-Grade-Unternehmensanleihe-ETFs legten um jeweils 1,4 Mrd. Euro zu.
Diversifizierung prägt das Geschehen bei Aktien-ETFs
Grönland und der Iran waren die im Januar dominierenden geopolitischen Risiken. Anleger investierten in diesem Umfeld 4,7 Mrd. Euro in breite anlegende Schwellenländer-ETFs, die die größte Unterkategorie bei Aktien-ETFs waren. Weitere Faktoren für die Beschleunigung der Zuflüsse in Schwellenländer-ETFs waren der schwächere US-Dollar, die Stabilisierung Chinas und der Abbau der Spannungen im Zusammenhang mit den von den USA verhängten Zöllen. Daneben gab auch Zuflüsse in breite Welt- und ACWI-ETFs.
Anleger verfolgten weiterhin einen granularen Ansatz durch Sektor-ETFs, sowohl im Bereich von ACWI- als auch europäischen Indizes. Mit Blick auf die Sektoren verzeichneten ETFs mit Fokus auf die Industriebranche Zuflüsse in Höhe von 2,8 Mrd. Euro, Rohstoffe 2,6 Mrd. Euro und Finanzwerte 1,3 Mrd. Euro, was die Verlagerung hin zu Value- und zyklischen Engagements unterstreicht. Die 1,2 Mrd. Euro, die ETFs auf den Energiesektor zuflossen, waren viermal so hoch wie die Netto-Neuzuflüsse des Sektors im Vormonat. Dies spiegelt die Unsicherheiten hinsichtlich der Ölversorgung aus dem Iran und Venezuela wider, die den Ölpreis in die Höhe trieben.
ETFs auf den Verteidigungssektor rangierten mit Zuflüssen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro erneut auf Platz 1 bei den Themen-ETFs. Ebenfalls gefragt waren ETFs mit Fokus auf Metalle und Kupfer mit Nettozuflüssen von 1,1 Mrd. Euro bzw. 442 Mio. Euro.
Bei Smart-Beta-ETFs waren Income-Strategien mit Zuflüssen von 2,2 Mrd. Euro am beliebtesten, was einem Anstieg von 30 % gegenüber dem Vormonat entspricht. Im Januar flossen zudem 40 % der Netto-Neuzuflüsse in US-Aktien-ETFs in gleichgewichtete Strategien sowie in Small Caps. Die Nettozuflüsse in gleichgewichtete Strategien haben sich im Monatsvergleich auf 1,2 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Dies hängt mit dem Beginn der Berichtssaison und den anhaltenden Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertungen von Technologie- und KI-Aktien zusammen, während die sich stabilisierenden US-Wirtschaftsbedingungen die Performance von binnenorientierten Unternehmen stützten.
Anleihe-ETFs: Durationsmanagement und Diversifikation im Fokus
Anleihe-ETF-Investoren verfolgten einen ähnlichen Ansatz wie Aktien-ETF-Investoren. Auch sie setzten im Januar auf Diversifizierung.
Staatsanleihe-ETFs waren mit einem Nettozufluss von 4,7 Mrd. Euro die beliebteste Sub-Kategorie bei Anleihe-ETFs, wobei Zuflüsse in Schwellenländer- und globale Strategien 2,4 Mrd. Euro dazu beitrugen. Bei den Allokationen in US- und Euro-Staatsanleihen-ETFs gab es einige Nuancen. Die Zuflüsse in US-Staatsanleihe-ETFs konzentrierten sich wegen der Besorgnis über das wachsende US-Haushaltsdefizit sowie der Fragen rund um die Unabhängigkeit der US-Notenbank und des politischen Drucks, dem sie ausgesetzt ist, stärker auf kurzfristige Laufzeiten. Befürchtungen hinsichtlich möglicher Volatilitätsspitzen bei Laufzeiten von mehr als 10 Jahren führten zu Abflüssen bei US-Staatsanleihe-ETFs mit mittlerer und langer Laufzeit in Höhe von 232 Mio. Euro bzw. 294 Mio. Euro. Anleger bevorzugten ETFs auf ultrakurze und kurzfristige US-Staatsanleiheindizes, die Neugelder im Höhe von 726 Mio. Euro und 493 Mio. Euro verbuchten. Bei ETFs auf Euro-Staatsanleihen sammelten Strategien mit allen Laufzeiten 251 Mio. Euro und kurzfristige sowie ultrakurze Strategien rund 200 Mio. Euro ein.
ETFs auf Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating (IG) legten um 1,4 Mrd. Euro zu. Ein Motiv könnte hier gewesen sein, dass Anleger im Vergleich zu Staatsanleihen attraktive Carry-Niveaus erwarten.
Anleger verfolgten einen ähnlichen Ansatz bei der Allokation in US- und Euro-IG-Unternehmensanleihe-ETFs und bevorzugten kurze Laufzeiten. US-IG-Unternehmensanleihe-ETFs verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 489 Mio. Euro und europäische IG-Anleihe-ETFs ein Plus von 576 Mio. Euro. Geldmarktnahe ETFs zogen Nettoneugelder in Höhe von 1,4 Mrd. Euro an.
Rohstoffe: Gold-ETCs erreichen neue Hochs
Inmitten von Spekulationen über einen Rohstoff-Superzyklus war der Januar für Rohstoff-ETFs und ETCs ein durchwachsener Monat. Es gab Zuflüsse in Produkte mit Fokus auf Metalle und Kupfer sowie Umschichtungen in rohstoffsensitive Aktien-ETF-Strategien wie Rohstoffe und Energie. Gleichzeitig gab es auch Volatilität. Der Goldpreis erreichte am 28. Januar einen Rekordstand von 5.417 USD/Unze, brach dann jedoch ein und schloss wenige Tage später knapp unter 4.900 USD/Unze. Die Zuflüsse in Gold-ETCs beliefen sich auf 981 Mio. Euro. Zum Monatsende kam es jedoch zu einer starken Umkehr, als der Goldpreis fiel.
Quelle: ETFWorld.de
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