GIORNALE3

Konjunkturausblick und Anlagestrategie für das vierte Quartal 2013

Die reichliche Liquidität und das moderate Wachstum der Weltwirtschaft begünstigen die Märkte…


– In den USA zeigt sich, wie schwierig es ist, die Geldpolitik zu normalisieren
Das dritte Quartal dieses Jahres wurde von einer neuen Kehrtwende der US-Notenbank geprägt. Nachdem die Fed vor dem Sommer ihre Absicht angekündigt hatte, die geldpolitische Unterstützung auslaufen zu lassen, beschloss sie am 18. September letztendlich, einstweilen von dieser Maßnahme Abstand zu nehmen. Der Aufschub der geldpolitischen Normalisierung ist wohl auf die nur sehr zögerliche Verbesserung der Lage in den USA zurückzuführen, vor allem was den Konsum der Privathaushalte und die Investitionen betrifft. Diese Faktoren sowie die niedrige Inflationsrate dürften die US-Währungshüter veranlassen, ihre akkommodierende Geldpolitik in sehr kleinen Schritten zu drosseln. Für die neue Fed-Chefin Janet Yellen heißt es nun, die Sorgen um die schwächelnde Erholung und die Notwendigkeit, die abundante Liquidität möglichst rasch abzuschöpfen, auf einen Nenner zu bringen.
– Vor dem Hintergrund der Zinsen am langen Ende, die eine bremsende Wirkung haben, wird die US-Wirtschaft nur langsam wachsen.
Falls das US-Wirtschaftswachstum moderat bleibt, könnten die übertriebenen Reaktionen der Anleihenmärkte auf Konjunkturschwankungen und die kaum vorhersehbaren Maßnahmen der US-Notenbank die Sicht auf die künftige Entwicklungen behindern, reagiert doch der US-Staatsanleihenmarkt so sensibel auf die kleinste Konjunkturerholung, dass  jegliche Verbesserung der Wirtschaftsdaten die Zinsen überdurchschnittlich in die Höhe schnellen lassen könnte. Der Höhenflug der Nominalzinsen, der in dieser Konjunkturphase nicht von einem Anstieg der Teuerung begleitet ist (die Kerninflation liegt bei 1,25%), führt zu einer entsprechenden Erhöhung der Realzinsen, die wiederum den Konjunkturaufschwung dämpfen könnte. 
– Angesichts der niedrigen Inflation hat das schwache Wachstum allerdings auch seine Vorteile Aufgrund der niedrigen Zinsen fördert diese Lage einen Wohlstandseffekt, der seit 2009 über den Aufschwung des Immobilienmarkts und die Erholung der Börse ein positives Wirtschaftswachstum sowie den Abbau der Gesamtverschuldung der USA ermöglichte. Seit 2009 sind die Schulden von 370% auf 345% des Bruttoinlandprodukts (BIP) gesunken, während die Schulden der Privathaushalte gemessen am verfügbaren Einkommen von 135% auf 107% zurückgegangen sind. Seit der Krise im Jahr 2008 ist das keinem anderen Industriestaat als den USA gelungen.
– Die Aussichten in den Schwellenländern hellen sich auf
Der Aufschub der geldpolitischen Normalisierung in  den USA sowie die sich erholende chinesische Konjunktur haben die Aussichten der Schwellenländer insgesamt erhellt. In den letzten drei Monaten verbesserten sich die Frühindikatoren der Industrie, die Industrieproduktion selbst sowie die Kreditvergabe in China. Zudem dürfte der 18. Kongress der kommunistischen Partei im November umfassende Reformen beschließen, die eine klarere Sicht auf die künftige Entwicklung ermöglichen sollten. Im Großen und Ganzen hat der Druck auf die Schwellenländer nachgelassen, aber die drohende Drosselung der geldpolitischen Unterstützung beeinträchtigt die Aussichten der Anleger in Ländern mit einem Leistungsbilanzdefizit.
– Die europäische Wirtschaft stabilisiert sich und profitiert von der beeindruckenden Sanierung der Leistungsbilanzen in Südeuropa
Europa setzt die Normalisierung fort, die in den letzten Monaten vom kräftigen Handelsbilanzüberschuss Deutschlands und der überraschenden Sanierung der Leistungsbilanz der großen südeuropäischen Länder angetrieben wird. Spanien, Portugal und in einem geringeren Maß Italien können sich nun auf ein Aufschwungspotenzial stützen, das von der Nachfrage aus dem Ausland getragen wird. Strukturell stehen diese Länder allerdings noch auf schwachen Beinen. Jegliche Verlangsamung des Außenhandels könnte eine ernste Gefahr für ihr Wachstum darstellen. 
– Japan setzt die Reflationspolitik fort, die bereits die ersten positiven Ergebnisse zeigt
In Japan führten die Reflationsmaßnahmen zu den ersten positiven Ergebnissen. Die jährliche Inflation liegt knapp unter 1% (die höchste Rate seit fünf Jahren), während die Teuerung in den letzten sechs Monaten auf das Jahr hochgerechnet bereits mehr als 2% beträgt. Der Stimmungsbarometer der großen Industrieunternehmen (Tankan-Bericht) liegt wieder auf dem Niveau vor 2008 und der Rückgang der realen Zinsen trägt zum Konjunkturaufschwung bei. Die Märkte warten allerdings ungeduldig auf nähere Informationen zu den vom Kabinett Abe versprochenen Strukturreformen in Bezug auf die Besteuerung der Unternehmen, die Liberalisierung des Arbeitsmarkts und die Anreize zu Lohn- und Gehaltserhöhungen. Dass die Politiker, Währungshüter und Arbeitgeberverbände diese für das japanische Wachstum so entscheidenden Themen Hand in Hand angehen, stimmt uns optimistisch. Wir sind zuversichtlich, dass die  Reflation der japanischen Wirtschaft erfolgreich ist und üben uns in vorsichtiger, aber wohlwollender Geduld.  
 
Anlagestrategie
I – Carmignac Investissement so positioniert, dass  wir aus dem für Aktien günstigen Umfeld Nutzen ziehen können
– Umfeld begünstigt Aktien
Nach der drohenden raschen Drosselung der geldpolitischen Unterstützung der US-Notenbank und dem Streit über die Schuldengrenze in den USA profitieren die Märkte jetzt von der Liquiditätsschwemme und dem moderaten Wirtschaftswachstum, das derzeit keine drastischen Zinserhöhungen erfordert. Der Erfolg der japanischen Reflationspolitik, die europäische Normalisierung, die abgewendeten Haushaltskürzungen in den USA und der sich nach dem Gewitter im Frühjahr wieder aufhellende Himmel in den Schwellenländern deuten unserer Ansicht nach auf eine Erholung der Weltwirtschaft. Zusammen mit der niedrigen Inflation dürfte dieses Umfeld riskante Anlagen begünstigen, deshalb halten wir in unseren Fonds an einem hohen Aktienexposure fest.
– In diesem Quartal legten wir eine Position im Thema Normalisierung in Europa (in Höhe von 7,5% der Anlagen von Carmignac Investissement) an.
Das Thema soll aus den Titeln Nutzen ziehen, deren  Rentabilität infolge des moderaten Wirtschaftswachstums deutlich steigen dürfte. Zu Volkswagen und ING kamen neue Positionen in Banktiteln: Unicredit, Banca Intesa Sanpaolo und Société Générale. In diesem Rahmen investierten wir auch in Schneider und Kingfisher, die von der Erholung der Immobilienmärkte in einigen europäischen Ländern profitieren sollten. 
– Wachstumsunternehmen, deren Entwicklung leicht vorauszusehen ist (Global Leader), bilden weiterhin den Kern des Portfolios von Carmignac Investissement (30% der Anlagen)  
Die Position in Microsoft wurde infolge der ungewissen Entwicklungsstrategie des Unternehmens vollständig verkauft. Das Thema wurde jedoch durch die Aufnahme der Firma Google, deren dominante Stellung in den rentablen Internetsegmenten im Lauf der Monate bestätigt wurde, wieder ausgebaut. Diese große Position im Portfolio bildet ein Gegengewicht zu den konjunkturabhängigeren Anlagen.
– Das Thema Konsum in den Schwellenländern wurde reduziert  
Das Thema Konsum in den Schwellenländern wurde durch den Verkauf der Titel, die unter den von uns 2014  erwarteten mäßigen Zinserhöhungen leiden dürften, von 24,1% auf 17,8% der Anlagen von Carmignac Investissement verringert. 
– Auf Energie entfallen 13,7% der Anlagen, auf Grundstoffe 2,5%
Wir halten an unserem Exposure in Energietiteln fest. Trotz der erfreulichen Entwicklung des Themas Erdöl seit Jahresanfang beschlossen wir, die Gewinne nicht mitzunehmen, weil das aktuelle Umfeld dauerhaft hohe Kurse begünstigt. Mit 2,5% wurde der kleine Posten Grundstoffe durch eine Investition im Bergbaukonzern Glencore ausgebaut, dem infolge der  Fusion mit Xstrata vielversprechende Aussichten winken.
– Die Themen US-Wachstum und japanische Reflation wurden ausgebaut
Auf das US-Wachstum entfallen nun 13,9% der Anlagen von Carmignac Investissement (zuvor waren es 12,1%), während das Exposure im Thema japanische Reflation auf 14,9% der Anlagen (3,5% davon in Indizes) angehoben wurde. Der Internethändler Rakuten wurde neu aufgenommen, während die Positionen in der Einzelhandelskette Seven and I und den Finanzinstituten Nomura, Orix, Sumitomo und Mizuho ausgebaut wurden.
II – Performancetreiber im Anleihensegment
– Auf Staatsanleihen aus Industrieländern entfallen 16% der Anlagen von Carmignac Patrimoine. Angesichts der ungewissen Geldpolitik der US-Notenbank halten wir im Fonds an einer vorsichtigen modifizierten Duration fest. In Europa scheint uns die Lage klarer zu sein. Die Konjunkturerholung in den größten europäischen Volkswirtschaften verringert die Gefahr der explodierenden Staatsdefizite und spricht für eine weitere Verengung der Credit Spreads zwischen den südeuropäischen Staaten und den Kernländern des Euroraums. Aus diesem Grund erhöhten wir im dritten Quartal unsere Allokation in Staatsanleihen aus den europäischen Randstaaten, blieben jedoch am kurzen Ende der Zinskurve positioniert. Auf die spanischen, italienischen und portugiesischen Staatsanleihen entfallen nun 8,5% der Fondsanlagen.
– Auf Unternehmensanleihen entfallen 25% der Anlagen von Carmignac Patrimoine
Die Allokation in Unternehmensanleihen wurde im Berichtsquartal von 27% auf 25% gesenkt. Wie bereits in unserem letzten Bericht erwähnt, erfordert die technische Konfiguration der Märkte für Unternehmensanleihen große Vorsicht. Um das Gleichgewicht zwischen den wichtigsten Anlageklassen im Fonds aufrechtzuerhalten, bauten wir die Unternehmensanleihen aus Schwellenländern ab, insbesondere  jene, die unter dem gebremsten Wachstum mancher Länder (Brasilien, Russland und Türkei) leiden könnten. Dahingegen erhöhten wir die Positionen in europäischen Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor. So halten wir an unserem Exposure in Unternehmensanleihen (9%) fest. Dieses Segment erzielt mit einer durchschnittlichen Restlaufzeit von 4,2 Jahren eine Rendite von knapp 3,5%. Ferner sollten sich die Credit Spreads infolge des erfreulicheren weltweiten Konjunkturausblicks weiter verengen. 
– Währungen und Liquidität
Aufgrund der sich bessernden makroökonomischen Indikatoren im Euroraum und der ungewissen Geldpolitik in den USA reduzierten wir unser Exposure in US-Dollar hauptsächlich zugunsten des Euro. Der Abbau ist taktisch, weil wir infolge des Wachstumsunterschieds zwischen den USA und Europa 2014 eine Aufwertung des US-Dollar erwarten. Vor dem Hintergrund der Konjunkturerholung in der Region Asien-Pazifik wickelten wir die Absicherungen auf Schwellenländerwährungen ab und legten eine neue Long-Position in australischen Dollar an. Die australische Währung besitzt ein gewisses Wertpotenzial, da sie im zweiten Quartal unter dem Misstrauen der Anleger gegenüber prozyklischen Devisen gelitten hatte. Schließlich wurden die liquiden Mittel infolge der  Investitionen in Aktien und europäischen (vor allem italienischen) Staatsanleihen auf 10% gesenkt.

Quelle: ETFWorld – Carmignac


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