1 FX-Tagesausblick

FX: EUR/USD hat Interventionsmarkt-Charakter

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EUR USD (1,3390) :        Versuchen Sie es einmal: Legen sie den Kursverlauf des Dollars gegenüber den Yen sowie gegenüber dem Euro nebeneinander auf den Tisch. Verdecken Sie die Preis- und Zeitachse. Markieren Sie nur die letzten beiden Wochen und Fragen einen Kollegen, der nicht unbedingt täglich den Devisenmarkt beobachtet, in welchen der .



beiden Märkte gerade offiziell interveniert wird. Die Antwort wird sie erstaunen. Die meisten tippen auf EUR/USD. Und diese Ansicht ist nicht unbegründet. Seit acht Handelstagen hat der Euro schon steigende Tagestiefs verzeichnet. Er ist schnurstracks und fast ohne Verschnaufpause auf ein Fünfmonatshoch gespurtet. Nach solchen Hausse-Eigenschaften kann man beim Interventions-Währungspaar USD/JPY lange suchen. Kein Wunder, dass die meisten Devisenhändler mit der Aufwärtsbewegung nicht mehr zurechtkommen. Technische Widerstände, Durchschnittslinien etc. . der Euro hat sie allesamt über den Haufen gerannt. Die Volatilität macht hingegen (noch) keine Bocksprünge. Dies könnte ein Zeichen sein, dass noch eine weitere Eindeckungswelle bevorsteht. Der kurzfristige Handel hat sich jedenfalls verfixt. Deshalb versuchen Trader auch, die Bewegung mit den jüngsten Aussagen der Fed in Verbindung zu bringen. Doch im Euro war schon vorher ein Käufer am Werk . sogar ein überaus starker. Die Rallye hätte also auf jeden Fall stattgefunden . mit oder ohne FOMC. Der starke Trend hat auch uns keine Gelegenheit gegeben, unser bullishes Szenario gestern mit einen neuen Kursziel auszustatten. Wahrscheinlich wird der Euro direkt auf die potenzielle Zielmarke bei 1,3565 laufen. Leider ist derzeit kein Risikolimit in unmittelbarer Nähe verfügbar, um direkt mit an Bord des bullishen Schiffes zu steigen.

USD JPY (84,60) Die Preisfrage der Akteure lautet immer noch: Würde die BoJ im Falle erneuter Yen-Stärke abermals intervenieren? Dabei sollte man sich eigentlich nicht so sehr Gedanken darüber machen, ob, sondern vor allen Dingen .wie. ein solcher Eingriff aussehen könnte. Zumal das jüngste Meeting der USKollegen im Ergebnis die japanischen Bestrebungen einer Yen-Abwertung konterkarierte. Denn wer sich . wie im Falle der USA . mehr Inflation (bzw. weniger Deflation) wünscht, riskiert natürlich auch eine Abwertung des Greenback. Und so könnte man ganz leicht zu dem Schluss kommen, die BoJ werde sich nicht zeigen können, ohne ein größeres Commitment als in der vergangenen Woche einzugehen. Aber die Zentralbank hat erst kürzlich den Akteuren demonstriert, dass sie durchaus in der Lage ist, mit überraschenden Strategien aufzuwarten. Zumal es in der Geschichte der Zentralbankeingriffe auch so genannte verdeckte Eingriffe gegeben hat . eine Strategie, die auch die Japaner einschlagen könnten und die ihnen China als Yen-Käufer hinter den Kulissen bereits vorgemacht hat. Selbst wenn auch verdeckte Interventionen nicht zum Ziel führen sollten,  hätten sie einen Vorteil: Die Zentralbank würde im Zweifel nicht ihr Gesicht verlieren. An der Unterseite bleibt die 84,40er Marke kritisch. Denn darunter (und vor allem unter 83,60) stünde der Dollar ohne Notenbankhilfe massiv unter Druck. Widerstände liegen hingegen bei 84,90 und bei 86,40/60.

EUR JPY (113,30)
Nicht zuletzt auch wegen der Euro-Stärke streben wir bei 112,20 eine Dip-Kaufstrategie mit Risikolimit 111,70 und Kursziel 114,90 an.

GBP USD (1,5650) Zumindest die Händler scheinen . trotz des MPC-Beschlusses, die quantitativen Maßnahmen nicht zu verändern . zu glauben, die BoE werde am Ende in die Fußstapfen der Fed treten müssen, weswegen sich Kabelpfunde nicht erholen konnten. Solange jedoch 1,5540 (adjustiert) hält, sind weiterhin Kursgewinne bis 1,5800 möglich.

AUD USD (0,9555)
Das aktuelle Potenzial reicht nach wie vor bis 0,9665, danach bis 0,9755. Unterstützungen warten bei 0,9470 und bei 0,9425/35. Unterhalb letzterer Marke wäre die aktuelle Aufwärtsdynamik dahin und es stünden moderate Kurskorrekturen an (0,9325).

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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