1 FX-Tagesausblick

FX: Fed lässt alles offen

EUR USD (1,3290)         Macht hoch die Tür, die Tor macht weit .  Unseres Wissens nach wurden bei der gestrigen Fed-Sitzung weder Adventslieder angestimmt noch Kerzen angezündet. Angesichts des bevorstehenden Herbstbeginns wäre dies auch noch reichlich verfrüht gewesen. Dennoch hätte es .



 irgendwie zur Stimmung gepasst. Die USWirtschaft wirkt immer noch düster, während die Notenbanker versuchen, besinnliche Ruhe zu vermittlen. Ihre Liquiditätsschleusen halten sie unverändert geöffnet. Sie sind sogar bereit, die Tore bei Bedarf weiter aufzustoßen bzw. die Pumpfrequenz zu erhöhen. Ein Instrument ihres Geldsteuerungs-Cockpits beobachten sie dafür ganz besonders aufmerksam. Über der Anzeige steht: .Inflation.. Letztere hält die Fed für zu niedrig und steht daher Gewehr bei Fuß. Eine höhere Inflation sei nötig, um die Wirtschaft anzukurbeln und der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Damit vermeidet sie zu erwähnen, dass deflationäre Gefahren drohen. Die Fed möchte also die Inflation aufpäppeln . ein Spiel mit dem Feuer. Denn wer Inflation sät, weiß nicht, was er ernten wird. Im schlimmsten Fall . bei Überdüngung . wäre Hyperinflation das unerwünschte Ergebnis. Den Markteilnehmern scheint immer noch nicht ganz klar zu sein, welche Dosierungen die US-Notenbank im Sinn hat. Die Fed hat in der jüngsten Sitzung also nicht nur die geldpolitischen Schleusen, sondern auch viele Fragen offen gelassen. Kursziel erreicht. Heute Morgen ist der Euro in unserem Zielbereich angekommen. Wir sind innerhalb des bullishen Szenarios aber bereit, noch nachzulegen . bis auf 1,3565. Dies wäre das neue Kursziel im Falle eines Rücklaufs auf 1,3140. Das Risikolimit stünde dann bei 1,3065.

USD JPY (84,85) Von seinem nach der letztwöchigen BoJ-Intervention markierten Zwischenhoch hat sich der Dollar mittlerweile wieder merklich entfernt . nach unten hin wohlgemerkt. Im Gefolge der gestrigen FedErklärung, in der die US-Währungshüter unmissverständlich ihre Bereitschaft unterstrichen, notfalls noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen zu wollen, baute der Greenback seine Verluste nochmals aus und rutschte dabei sogar unter die 85-Yen-Marke . ein Niveau, das nicht wenige Analysten im Vorfeld als potenzielle Schwelle für neuerliche BoJ-Eingriffe ausgemacht hatten. Doch dazu ist es bislang (zumindest offiziell) nicht gekommen. Vielleicht hat man sich von Seiten der japanischen Behörden für eine wiederholte Intervention ja den morgigen Feiertag ausgeguckt. Hier . so könnte der Gedankengang lauten . wäre womöglich die leise Chance gegeben, dass einem die zahlreichen Privatinvestoren mit ihren Yen-Käufen nicht gar so sehr im Wege stehen wie beim letzten Mal. An der Unterseite gilt es nun, die Nachfragemarke bei 84,40 (kritisch) im Auge zu behalten. Darunter bietet sich bei 83,75 lediglich schwache Unterstützung. Widerstände tun sich hingegen bei 86,50/60 und bei 88,30 auf.

EUR JPY (112,75) Jenseits von 112,95 reicht das Potenzial für den Euro bis 114,90. Mit Nachfrage kann indes bei 111,10/20 (erstes Schwächesignal) und 109,60 gerechnet werden.

GBP USD (1,5655)
Trotz enttäuschender britischer Haushaltszahlen blieb Kabelpfunden ein Test der Schlüsselunterstützung bei 1,5460 erspart. Solange sich Sterling hierüber hält, bleibt die Position stabil und Kursgewinne bis 1,5800/20 sind weiterhin möglich.

AUD USD (0,9560) Heute Morgen zirkulierten Gerüchte, wonach die australische Notenbank bei einigen Händlern angerufen hat . das gilt als Zeichen, dass sich die RBA mit dem schnell steigenden Austral-Dollar unwohl fühlt. Noch lässt sich dieser aber nicht aufhalten. Nun reicht das Potenzial bis 0,9665 (danach 0,9755). Unterstützungen: 0,9470 und 0,9400 . hierunter wäre die aktuell kräftige Aufwärtsdynamik erst einmal passé.

 

Quelle:  Deutsche Bank CMS: FX-Tagesausblick; Autor: Cognitrend  



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EUR USD (1,1955) Gestern zweifelten Devisenmarktakteure daran, ob der Beitritt Estlands in die Eurozone im kommenden Jahr gutes Timing sei. Aber das Land würde ohnehin die Auswirkungen der Krise zu spüren bekommen, hieß es. In der Währungsunion lassen sich die Probleme angeblich besser verarbeiten und zudem kann man noch in „den Genuss der Vorteile“ kommen, meint Estlands Finanzminister. Nun, hoffentlich ist er sich der neuen Spielregeln wirklich bewusst, die gerade in Brüssel aufgestellt werden. Denn: Strafen bei Verstößen der Mitgliedsländer sollen nun wesentlich früher und schärfer geahndet werden.
Außerdem sollen Eurostat-Inspekteure mit erweiterten Vollmachten ausgestattet und im Verdachtsfall umfangreiche Kontrollen durchgeführt werden. Eigentlich war diese Reglung schon vor sechs Jahren im Gespräch. Damals schien aber keiner daran zu glauben, dass so etwas jemals nötig sei. Oder einige Mitgliedsländer wollten sich schlicht nicht in die Karten schauen lassen. Der Widerstand war seinerzeit jedenfalls ziemlich heftig. Doch trotz strengerer Regeln und trotz eines erkennbaren Spar- und Kontrollwillens, hegen Investoren derzeit große Zweifel am Fortbestand der Eurozone. Eine Umfrage, die unter 1.001 Bloomberg-Nutzern durchgeführt wurde, ergab, dass lediglich 23 Prozent der Befragten an Letzteres glauben. Daran ändert auch der gespannte 750- Mrd.-Euro-Schutzschirm nichts. K ein Wunder, dass derzeit der Druck auf den Euro so hoch ist. Gestern aber brachte uns die Erholung auf 1,2010 eine bearishe Strategie mit Kursziel 1,1520. Das Risikolimit bleibt vorerst bei 1,2065.

USD JPY (91,50) Er gilt als Verfechter strikter Haushaltsdisziplin und hat aus seiner Vorliebe für einen schwächeren Yen nie einen Hehl gemacht: Japans frisch gebackener Ministerpräsident Naoto Kan. Diese Prinzipien einen ihn mit Yoshihiko Noda, den Kan gestern erwartungsgemäß zum Finanzminister seines neuen Kabinetts kürte. Viele unbekannte Gesichter sind darin übrigens nicht zu finden. Zu Stellvertretern Nodas wurden Motohisa Ikeda sowie Naoki Minezaki ernannt. Vor allem Letztgenannter scheint sich ebenfalls dem Niedrig-Yen-Dogma verschrieben zu haben.
In der Vergangenheit sparte er darum nicht mit Kritik an der BoJ, die seiner Ansicht nach ihre geldpolitischen Lockerungsbemühungen verstärken sollte. Nichtsdestotrotz mahnen Analysten, die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer in Sachen schwächerer Yen, d.h. die Interventionsfantasie, sei schlichtweg übertrieben, solange sich die Welt im Krisenmodus befinde. Der Dollar pendelt weiter in einer breiten Konsolidierung (89,10 – 93,65).

EUR JPY (109,35) Auch wenn der Yen von hohen japanischen Maschinenbauaufträgen heute Morgen ein wenig Rückenwind erhalten haben mag – die Kursbewegungen spielten sich in einer äußerst engen Spanne ab. Für den Euro besteht Abwärtsrisiko bis 107,10. Darunter findet sich erst bei 104,10 weitere Unterstützung. Widerstand zeigt sich bei 110,90/11,05 und darüber bei 112,95.

GBP USD (1,4435) Dass die Ratingagentur Fitch einen schnelleren Abbau des britischen Defizits fordert, hätte Investoren gestern eigentlich nicht zu beunruhigen brauchen. Spätestens seit dem Schicksal Spaniens sollte bekannt sein, dass AAA-Bewertungen nicht als selbstverständlich erachtet werden können. Überdies hatte die neue Regierung ja bereits angekündigt, den Gürtel spürbar enger schnallen zu wollen. Dennoch geriet das Pfund nach den Fitch-Kommentaren etwas unter Druck. Abwärtsbewegungen könnten sich bis 1,4310 (leicht tiefer adjustiert) und dann bis 1,4190 erstrecken. Solange Sterling unter 1,4560 handelt, bleibt unsere Einschätzung negativ.

AUD USD (0,8220) Die gestrige Erholung ändert nichts an unserem schwachen Ausblick: Das Risiko reicht weiterhin bis 0,8065. Wir würden diese Marke gar als Kursziel einer bearishen Strategie anpeilen, sollte sich der Austral-Dollar bis 0,8300 erholen. Das Risikolimit läge bei 0,8345.


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